Nachhaltigkeit

© Umweltbundesamt/Maria Deweis

Nachhaltige Entwicklung ist jene Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen (WCED 1987). Sie erfordert die Integration von ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten, welche auch als die drei Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung beschrieben werden.

 

In deren wechselseitigen Abhängigkeiten und der notwendigen gemeinsamen Verbesserung menschlicher und ökologischer Zustände liegt auch die große Herausforderung einer nachhaltigen Entwicklung.

Zur Konkretisierung und Umsetzung ist daher eine strategische Ausrichtung und Beobachtung der Trends auf Basis geeigneter Indikatoren notwendig.

 

Am 15. und 16. Juni 2006 wurde die überarbeitete Nachhaltigkeitsstrategie der Europäischen Union vom Europäischen Rat beschlossen (ER 2006). Darin sind sieben zentrale Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung festgehalten: Klimaänderung und saubere Energie, nachhaltiger Verkehr, nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion, Erhaltung und Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, Gesundheit, soziale Eingliederung, Demografie und Migration sowie globale Herausforderungen in Bezug auf Armut und Entwicklung. Die Europäische Kommission wird dazu alle zwei Jahre einen Fortschrittsbericht vorlegen (zum ersten Mal im September 2007), der sich u.a. auf ein Bündel von Indikatoren für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Indicators, SDI) stützt (EUROSTAT 2006), welche zu diesem Zweck weiterzuentwickeln sind.

 

Die Österreichische Nachhaltigkeitsstrategie (BMLFUW 2002) wurde im Jahr 2002 von der Österreichischen Bundesregierung beschlossen. Um überprüfen zu können, ob die 20 Leitziele der Strategie erreicht werden, wurden Indikatoren in die Strategie aufgenommen. Die mit Hilfe dieser Indikatoren aufgezeigten Trends in den vier Handlungsfeldern Lebensqualität in Österreich, Österreich als dynamischer Wirtschaftsstandort, Lebensräume Österreichs sowie Österreichs Verantwortung in Europa und der ganzen Welt wurden 2004 und 2006 in Berichten des Lebensministeriums dargestellt (BMLFUW 2004, 2006a). Jene Indikatoren mit Umweltrelevanz werden im vorliegenden Umweltkontrollbericht dargestellt.

 

Gleichzeitig wurde in der Österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie der Auftrag formuliert, Indikatoren für die gesamthafte Bewertung nachhaltiger Entwicklung in Österreich auszuarbeiten. Das Konzept für ein Monitoring Nachhaltiger Entwicklung (BMLFUW 2006b) berücksichtigt nicht nur die in der Strategie enthaltenen Indikatoren, sondern auch solche, die auf Europäischer Ebene verwendet werden. Sofern geeignete Indikatoren noch fehlten, wurden diese benannt und gleichzeitig derzeit verfügbare Indikatoren gewählt. Dieses in einem breiten partizipativen Prozess erarbeitete Set an 82 Indikatoren für Nachhaltige Entwicklung beschreibt Bedingungen für nachhaltige Entwicklung für die Sphären „Mensch/Gesellschaft“ und „Umwelt“. Es wird, beginnend mit Ende 2007, regelmäßig erfasst werden (BMLFUW 2006c). Auch diese Indikatoren sind, sofern sie umweltrelevant sind, im Umweltkontrollbericht genannt.

Der vorliegende achte Umweltkontrollbericht beschreibt den Zustand der Sphäre „Umwelt“, zusätzlich werden beeinflussende menschliche Aktivitäten und daraus folgende Umweltbelastungen sowie -auswirkungen aufgezeigt. Um den Weg in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung aufzuzeigen, werden in jedem Kapitel Nachhaltigkeitsaspekte behandelt. Diese finden sich im jeweiligen Unterkapitel „Zusammenfassende Bewertung und Ausblick“ im Abschnitt „Nachhaltigkeit“. Neben den Umweltauswirkungen werden auch ökonomische und soziale Implikationen dargestellt, die aus heutiger Sicht dauerhaft erscheinen. Nicht nachhaltige Trends werden speziell hervorgehoben.

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