Vorwort zum neunten Umweltkontrollbericht

Vorwort des Umweltministers Niki Berlakovich

Der neunte Umweltkontrollbericht stellt der Umweltsituation in Österreich ein gutes Zeugnis aus. In vielen Umweltbereichen wurden deutliche Verbesserungen erzielt, in anderen wird der Handlungsbedarf sichtbar.

 

Die heimischen Gewässer sind in einem guten bis sehr guten Zustand. Mit der Unterzeichnung des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans wurde ein wichtiger Schritt gesetzt. Hier ist es gelungen, die Interessen von Gewässerschutz und -nutzung weitgehend in Einklang zu bringen.

 

Die Vereinten Nationen haben 2010 zum internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Jahr für Jahr gehen zahlreiche Arten und Lebensräume unwiederbringlich verloren. Unser aller Anliegen muss es sein, diesen Rückgang zu stoppen. 2009 hat das Lebensministerium mit „vielfaltleben“ die größte Natur- und Artenschutzkampagne ins Leben gerufen, die es je in Österreich gab. Ziel ist, die Situation von über 100 besonders stark bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu ver­bessern. In der Landwirtschaft zeigt das Engagement im Agrarumweltprogramm beachtliche Erfolge. Im Biolandbau belegt Österreich Platz eins unter den EU-Mitgliedstaaten. Der heimische Wald wächst und gewinnt an Qualität. Die Anstrengungen der letzten Jahre tragen Früchte. Gleichzeitig stehen wir vor neuen umweltpolitischen Herausforderungen, die in den kommenden Jahren zu meistern sind.

 

Die Energiestrategie Österreich ist ein Meilenstein auf dem Weg in das Jahr 2020. Bei konsequenter Umsetzung erreichen wir damit die Klima- und Energieziele der Europäischen Union und setzen gleichzeitig wichtige Impulse für die heimische Wirtschaft. Steigerung der Energieeffizienz, Ausbau erneuerbarer Energieträger und Sicherstellung der Energieversorgung sind die drei Säulen der Energiestrategie. Alle drei Bereiche bieten ein enormes Potenzial für green jobs und damit für sichere Arbeitsplätze, gerade in wirtschaftlich schwierige Zeiten. Jetzt geht es darum, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um in den nächsten Jahren dieses Potenzial zu nutzen, vor allem bei erneuerbarer Energie und Gebäudesanierung.

 

In den nächsten Jahren sind weitere Anstrengungen aller Ressorts, Bundesländer und auf europäischer Ebene notwendig, um die Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu erhalten und zu verbessern.

 

Niki Berlakovich

Umweltminister

Vorwort des Geschäftsführers Georg Rebernig

Alle drei Jahre fokussiert das Umweltbundesamt im Umweltkontrollbericht auf die wichtigsten Herausforderungen in den Umweltthemen. Das Kernstück des Berichts sind Empfehlungen an EntscheidungsträgerInnen in Österreich für eine nachhaltige Gestaltung unserer Zukunft.

 

Die größte Herausforderung für uns und die nächsten Generationen wird es sein, die durchschnittliche globale Erwärmung auf 2 °C zu beschränken. Dafür wird bis 2050 ein massiver wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbau notwendig, damit Energieverbrauch und Treibhausgas-Emissionen vom Wirtschaftswachstum nachhaltig entkoppelt werden.

 

Wie natürliche Ressourcen genutzt werden, beeinflusst unsere Lebensbedingungen genauso wie die biologische Vielfalt. Raumplanerische Entscheidungen, die heute getroffen werden, haben Auswirkungen bis über 2050 hinaus. Schadstoffe aus unterschiedlichen Aktivitäten und Prozessen können das natürliche Gleichgewicht empfindlich stören und die Gesundheit beeinträchtigen. Ein achtsamer Umgang mit den natürlichen Ressourcen setzt Rahmenbedingungen voraus, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Schützen und Nützen herstellen. Gefragt sind auch technologische Innovationen, um Schadstoffe zu vermeiden und Ressourcen zu schonen.

 

Um die richtigen Entscheidungen treffen zu können, brauchen wir fundiertes Wissen und den Dialog aller Beteiligten. Der neunte Umweltkontrollbericht ist ein Beitrag dazu.

  

Georg Rebernig

Geschäftsführer Umweltbundesamt

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