Energiewende im Verkehr

Zukünftige Entwicklung des Verkehrs im Szenario Erneuerbare Energie

© Umweltbundesamt/B.Gröger

Der Verkehr ist einer der Hauptverursacher von Treibhausgasen. In Österreich liegt sein Anteil bei ca.  26 %. Seit 1990 sind die Emissionen aus dem Verkehr um 61 % gestiegen, so stark wie in keinem anderen Sektor. Um die  im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Klimaziele bis 2050 zu erreichen (ein weitgehender Verzicht auf den Einsatz fossiler Energieträger bis Mitte des Jahrhunderts), sind innerhalb der nächsten Jahre im Verkehrssystem die Weichen zu stellen und neue, strukturverändernde Ansätze unerlässlich.

 

Mobilität ist zweifellos ein wichtiges Bedürfnis für den Menschen und ein zentraler Faktor für das Sozial- und Wirtschaftssystem. Das Umweltbundesamt zeigt im aktuellen Szenario, dass es technisch möglich ist, bis 2050 auch im Verkehr nahezu ohne fossile Energieträger auszukommen, ohne Mobilitätsbedürfnisse einzuschränken. Dafür liefern die ExpertInnen im Szenario erneuerbare Energie Denkanstöße, für deren Umsetzung die Rahmenbedingungen noch fixiert werden müssen.

Denkanstöße und Optionen

Ein wichtiger Hebel für die Energiewende im Verkehr ist die Elektromobilität - sie ist eine klimafreundliche Alternative zu Benzin- und Dieselautos, wenn der benötigte Strom aus erneuerbaren Quellen kommt. Im aktuellen Szenario geht das Umweltbundesamt davon aus, dass sich diese Technologie aufgrund ihrer Vorteile im nächsten Jahrzehnt als Antriebstechnologie durchsetzen wird. Angenommen wird auch, dass die Preise für fossile Kraftstoffe zukünftig deutlich steigen werden. Ebenso werden in den nächsten Jahren mehr und reichweitenstärkere Modelle von E-Fahrzeugen auf den Markt kommen, die für KonsumentInnen auch preislich attraktiver sein werden. Diese Entwicklung ist im Szenario abgebildet. Österreich wird in den nächsten Monaten eine Energiestrategie bis 2050 entwickeln, mit der Zielsetzung, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern drastisch zu reduzieren – auch im Verkehrssektor. Dafür ist es notwendig, ambitionierte Optionen darzustellen und mögliche Entwicklungen zu skizzieren. 

Das Szenario Erneuerbare Energie

Das Umweltbundesamt hat im Auftrag des Österreichischen Biomasseverbandes, von IG Windkraft und Save Energy Austria ein „Szenario erneuerbare Energie“ erarbeitet, mit dem das Energiesystem bis 2050 weitgehend dekarbonisiert wäre. Es basiert auf einem vorhandenen Effizienz-Szenario des Umweltbundesamtes und auf Potenzialerhebungen der erneuerbaren Energieverbände.

 

Das Szenario enthält eine Fülle von Maßnahmen, die dazu führen, dass die Treibhausgas-Emissionen aus dem Einsatz fossiler Energieträger bis 2030 um ca. 60 Prozent bzw. bis 2050 um mehr als 90 Prozent gegenüber 2005 sinken. Weitere Ergebnisse: Verglichen mit 2010 wird eine 20-prozentige Reduktion des Energieverbrauchs bis 2030 erreicht, der Anteil der erneuerbaren Energien steigt bis 2030 auf 61 Prozent und bis 2050 auf 91 Prozent. Gleichzeitig wird bis 2030 eine 100-prozentige erneuerbare Stromversorgung (bilanziell) sowie ein Anteil erneuerbarer Fernwärme von 78 Prozent realisiert. Der Primärenergieeinsatz von Kohle, Öl und Erdgas im Gesamtenergiesystem reduziert sich bis 2030 gegenüber 2010 um 45 Prozent und bis 2050 um 78 Prozent.

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