Höhere Geschwindigkeit führt zu höherer Umweltbelastung

Der Ausstoß von Luftschadstoffen und Treibhausgasen des Straßenverkehrs hängt von vielen Faktoren ab. Wesentlichen Einfluss haben neben Art des Antriebs, Fahrzeuggröße und -alter vor allem die Geschwindigkeit und die Fahrdynamik. 

 

Geringere Geschwindigkeiten führen grundsätzlich zu einer Reduktion der Abgasemissionen und des Staubs aus Abrieb und Aufwirbelung. Temporeduktionen wirken sich besonders positiv aus, wenn der Verkehr dadurch fließender verläuft. Durch weniger Beschleunigungs- und Bremsmanöver werden sowohl Verbrauch und Emissionen als auch Abrieb und Aufwirbelung vermindert.

Geschwindigkeit             NOx PM10 CO2
  [g/km] [g/km] [g/km]
Tempo 100 0.420 0.007 139
Tempo 130 0.520 0.008 155
Tempo 140 0.605 0.010 171
       
Geschwindigkeit  Δ NOx Δ PM10  Δ CO2
  [%] [%] [%]
Tempo 100 -19.27% -10.55% -10.18%
Tempo 130 (=100%) - - -
Tempo 140 16.38% 18.64% 10.60%

Steigung der Treibhausgas-, Luftschadstoff- und Lärmemissionen

Tempolimits wirken sich vor allem auf Landstraßen und Autobahnen aus. Wie aus den Tabellen ersichtlich ist, steigen die Emissionen der Schadstoffe wie auch von CO2 und damit des Verbrauchs mit zunehmender Geschwindigkeit deutlich an. Bei den Treibhausgasemissionen ist die Änderung von 100 auf 130 km/h etwa gleich hoch wie von 130 auf 140 km/h. Dies liegt daran, dass der Luftwiderstand mit der dritten Potenz und damit auch die Motorlast massiv zunimmt.

 

Innerorts kann bei Tempobeschränkungen dem gegenüber kein einheitlicher Trend festgemacht werden. Hier ist der Einfluss der konkreten Verkehrssituation von höherem Einfluss. Führt eine Tempoveränderung zu einem gleichmäßigeren Verkehrsablauf mit weniger Störungen, so sind die Effekte auf die Emissionen positiv. Hier sind Aspekte wie Verkehrssicherheit oder Lärmschutz von höherer Bedeutung.

 

Abgesehen von den Luftschadstoff- und Treibhausgasemissionen wirkt sich die gefahrene Geschwindigkeit generell auf den Straßenverkehrslärm aus. Eine Tempoerhöhung von 130 auf 160 km/h führt zu einer Lärmzunahme, die in etwa einer Verdoppelung des PKW Verkehrsaufkommens gleichzusetzen ist. Tempo 140  statt 130 km/h führt zu einer Lärmzunahme, die etwa der Erhöhung des Verkehrsaufkommens um 18% entspricht. Eine Tempoabnahme von 100 auf 80 km/h reduziert die Lärmemissionen dem gegenüber um 2 dB. Dies entspricht einer wahrgenommenen PKW Fahrzeuganzahlreduktion um etwa 35%.

 

Die Auswirkungen auf Treibhausgas, Lärm und Luftschadstoffe bei höheren Geschwindigkeiten sind somit beträchtlich und jedenfalls durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Im Fall von Treibhausgasen und Luftschadstoffen geht dies vor allem durch eine Reduktion der Fahrleistung und den Einsatz besonders sauberer Fahrzeugtechnologie, etwa Elektrofahrzeugen. Bei Lärm sind entsprechende Lärmschutzmaßnahmen wie Lärmschutzwände ausreichend zu dimensionieren bzw. zu schaffen.