Alkohol im Tank statt am Steuer

Biogener Treibstoff dem Benzin beigemischt

Benzinmotoren könnten mit geringen technischen Anpassungen auch mit Alkohol betrieben werden. Geringe Beimischraten von bis zu 5% können von sämtlichen Fahrzeugen auch ohne Umrüstungsmaßnahmen problemlos getankt werden.

© Umweltbundesamt/Groeger Zuckerrübe als Rohstoff für Bioalkohol Zuckerrübe als Rohstoff für Bioalkohol

Bioethanol kann aus jeder stärkehaltigen Pflanze gewonnen werden, sei es nun die Zuckerrübe, Weizen oder Mais. Die Herstellungskosten sind in Europa aber noch etwas höher als von fossilem Benzin.

Bio-Ethanol oder ETBE?

Alkohole biogenen Ursprungs können entweder als Bio-Ethanol oder als ETBE (Ethyltertiärbutylether) dem Benzin beigemischt werden. Bio-Ethanol darf ohne zusätzliche Kennzeichnung bis 5% zu Benzin beigemischt werden.

ETBE kann bis maximal 15% anstatt des fossilen MTBE (Methyltertiärbutylether = Kraftstoffzusatz zur Erhöhung der Klopffestigkeit) dem Kraftstoff beigemengt werden. Der biogene Anteil des ETBE beträgt 47%. Die Herstellung ist jedoch wesentlich teurer als die von MTBE.

Gibt es Ethanol in Österreich?

Derzeit gibt es eine Bio-Ethanol-Produktion in Österreich, die sich in Pischelsdorf befindet. Der geplante Produktionsstart Herbst 2007 wurde aufgrund der Rohstoffpreisentwicklung auf das Frühjahr 2008 verschoben. 

Die Anlage soll nach Angaben des Betreibers jährlich etwa 200.000 m3 Ethanol erzeugen, was einer Masse von 160.000 Jahrestonnen entspricht.

In Europa führend in der Ethanolproduktion ist Schweden. Dort werden so genannte E85-Fahrzeuge angeboten, die mit einem 85% Ethanol - 15% Benzin-Gemisch betrieben werden.

In Brasilien, dem größten Produzenten und Verbraucher von Ethanol, wird Ethanol großtechnisch aus Zuckerrohr hergestellt. Es verfügt über 18 Millionen Gasohol-Fahrzeuge (gleichzusetzen mit E85) und 2,4 Millionen Fahrzeuge, die mit reinem Ethanol betankt werden.