Biokraftstoffe als Alternative

Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Biokraftstoffe werden aus Klimaschutzgründen sowie zur Erhöhung der Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten eingesetzt. Sie erzeugen – in Abhängigkeit von Technologie, eingesetzten Rohstoffen und der landwirtschaftlichen Praxis – teils deutlich weniger Treibhausgasemissionen als Diesel- oder Ottokraftstoffe. Biokraftstoffe werden aus Biomasse sowohl aus der Land- und Forstwirtschaft als auch aus Reststoffen aus Gewerbe und Haushalten hergestellt.

© Umweltbundesamt

Der Biomasseanbau – und somit auch der Biokraftstoffeinsatz - kann jedoch auch negative Konsequenzen für die Umwelt haben. Führt der Anbau von Rohstoffen zu einer Gefährdung oder Zerstörung wertvoller Ökosysteme, zu verstärkter Düngung oder dem Einsatz gentechnisch veränderter Organismen, kann die Umweltbilanz negativ ausfallen. Verbindliche und nachprüfbare Kriterien für eine nachhaltige Produktion sind somit unerlässlich um die positive Wirkung von Biokraftstoffen zu garantieren.

 

Zu den bekanntesten Biokraftstoffen zählt der Biodiesel, ein Fettsäuremethylester (FME), der in Österreich vor allem aus Raps oder Sonnenblumen hergestellt wird. Biodiesel kann in reiner Form verwendet, aber auch zu fossilem Diesel beigemischt werden.

 

Auch für Ottokraftstoffe - dem Benzin - gibt es Stoffe, die beigemengt werden können. Etwa Ethanol, das unter anderem aus Weizen, Mais oder Zuckerrüben hergestellt werden kann.

 

Pflanzenölkraftstoff ist der in Österreich am dritthäufigsten eingesetzt Biokraftstoff. Er findet sowohl im landwirtschaftlichen Bereich als auch im Gütertransport Verwendung.

Auch mit Biogas können Fahrzeuge betrieben werden. Entweder wird es auf Erdgasqualität aufbereitet und über das Erdgasnetz verteilt, oder an autarken Inseltankstellen direkt vertrieben.

Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen

Sowohl die Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (RL 2009/28/EG) als auch die Treibstoffqualitätsrichtlinie (2009/30/EG)  beinhalten Biokraftstoffziele (direkt und indirekt) und knüpfen diese an Nachhaltigkeitsanforderungen. Diese sollen sicherstellen, dass

  • Flächen mit einer hohen Biodiversität (ökosensible Zonen), wie etwa Regenwälder oder Moore, nicht durch den Biomasseanbau für Treibstoffzwecke in Mitleidenschaft gezogen werden,
  • Biokraftstoffe im Vergleich zu fossilen Energieträgern eine Treibhausgas-Emissionsminderung von mindestens 35%, ab 2017 von mindestens 50 % erzielen (bei Neuanlagen ab 2017 sogar 60%), und
  • dass eine lückenlose Rückverfolgbarkeit vom „Feld bis zum Tank“ (Massenbilanz) gewährleistet ist.

Steuerliche Vergünstigungen durch den Einsatz von Biokraftstoffen

Gemeinsam mit der Novelle der Kraftstoffverordnung wurde auch das Mineralölsteuergesetz überarbeitet. Dadurch kam es zu einer steuerlichen Spreizung. Für rein fossile Kraftstoffe wurde der Steuersatz geringfügig angehoben, für Kraftstoffe mit einem Bioanteil und zusätzlicher Schwefelfreiheit wurde er leicht gesenkt. Aktuelle Steuersätze:

Benzin:

  • mit einem Gehalt an biogenen Stoffen von mindestens 46 l und einem Schwefelgehalt von höchstens 10 mg/kg: 482 €
  • ansonsten: 515 €.

Diesel:

  • mit einem Gehalt an biogenen Stoffen von mindestens 66 l und einem Schwefelgehalt von höchstens 10 mg/kg: 397 €
  • ansonsten 425 €.

Die Verwendung von reinen Biokraftstoffen als Kraftstoff ist von der Mineralölsteuer befreit.