Dieselabgase verursachen Grenzwertüberschreitungen

Dieselkraftstoffverkauf weiterhin über 6 Mio. Tonnen pro Jahr

© Umweltbundesamt/Deweis

Dieselfahrzeuge emittieren erheblich mehr Luftschadstoffe (Rußpartikel, Stickoxide) als Benzinfahrzeuge. Der geringere Treibstoffverbrauch bedingt durch den besseren energetischen Wirkungsgrad führt jedoch zu geringeren Treibhausgasemissionen als bei vergleichbaren Benzinfahrzeugen. Die Anzahl an Dieselfahrzeugen nahm in den letzten Jahren ständig zu. 2010 sind für Österreichs Straßen insgesamt 4,4 Mio. PKW zugelassen, 55% davon sind Diesel getrieben.  1990 waren rund 400.000 Diesel PKW zugelassen, 2010 sind es bereits über 2,4 Mio. Fahrzeuge. Der LKW Bestand (380.000 Fahrzeuge 2010) ist ausschließlich mit Dieselmotoren ausgestattet. Dies hat Auswirkungen auf den Gesamtverbrauch: 2010 wurden in Österreich mehr als 6,2 Mio. Tonnen Dieselkraftstoffe verkauft, das sind 77% des Gesamtkraftstoffverbrauchs.

 

Dieselfahrzeuge emittieren im Gegensatz zu Benzinern feine Partikel. Diese Staubpartikel sind so klein, dass sie durch Einatmen in die Lunge gelangen. Dazu kommt, dass die Partikel aufgrund ihrer Größe sehr lange in der Luft schweben und sich nicht so leicht absetzen.

Benannt nach dem Erfinder

Diesel ist eine Mischung aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen und wird aus Rohöl mittels Destillation hergestellt. Hauptbestandteile sind Alkane, Cycloalkane und aromatische Kohlenwasserstoffe mit 9-18 Kohlenstoffatomen. Über die Qualität des Dieselkraftstoffs gibt die so genannte Cetanzahl Auskunft. Sie gibt die Zündwilligkeit wieder und muss bei modernen Dieselmotoren über 52 liegen. Benannt ist der Dieselmotor nach Rudolf Diesel, der ihn erfand und am 23. Februar 1893 das Patent darauf erhielt.

Diesel hat gegenüber Benzin den Vorteil, in vergleichbaren Fahrzeugen weniger Treibhausgasemissionen zu produzieren. Der Nachteil liegt im erhöhten Ausstoß von Schwefeldioxid, Partikeln (Staub) und Stickoxiden.

Bio-Diesel

Von den 6,2 Mio. Tonnen in Österreich verkauften Dieselkraftstoffen, waren 501.663 Tonnen Biodiesel. Das Inverkehrbringen von Biodiesel erfolgt in Österreich seit Oktober 2005 in erster Linie durch die Beimischung. Bis zum Beginn des Jahres 2009 wurden den Dieselkraftstoffen flächendeckend rund 4,7 Volumenprozent (Vol-%) Biodiesel beigemischt. Mit Jänner 2009 wurde die Möglichkeit der Beimischung von Biodiesel auf maximal 7 Vol-% erhöht.

Zusätzlich zur Beimischung werden kommunale und betriebliche Fuhrparkumstellungen auf pure Biokraftstoffe bzw. über 40% Biokraftstoffzusatz forciert, insbesondere seitens des klima:aktiv mobil Programms des Lebensministeriums.

Entwicklung Dieselverbrauch

Verkäufe insgesamt 1000(t) 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Dieselkraftstoff ohne Bioanteil     4.675       5.175       5.742       5.936       4.756          353          232          158             62          165  
Dieselkraftstoff mit Bioanteil            -                -                -                -         1.509       5.801       6.064       5.932       5.890       6.063  
Summe Dieselkraftstoff     4.675       5.175       5.742       5.936       6.264       6.155       6.296       6.090       5.952       6.227  
Dieselverkäufe in Österreich; Datenquelle: BMWA, eigene Darstellung

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