Karst- und Kluftgrundwasser
Karstgrundwasser
Die Karstgrundwasserleiter bestehen aus den verschiedensten Karbonatgesteinen, die Korrosionsprozessen unterliegen. In ihren sehr unterschiedlich großen Hohlräumen enthalten sie große Wassermengen.
Durch die meist geringe Mächtigkeit bzw. das völlige Fehlen einer Bodenüberdeckung, vor allem in den alpinen Karstbereichen, ist hier praktisch keine Filterwirkung des Bodens bei Verunreinigungen gegeben. Verbunden mit oft nur kurzen Verweilzeiten der Wässer vor ihrem Wiederaustritt in Quellen ergibt sich eine besondere Empfindlichkeit dieser Karstquellwässer im Hinblick auf Schadstoffeinträge.
Charakteristische Merkmale
- Vorkommen vor allem im alpinen Bereich Österreichs (zumeist "Karstgebirgsstöcke")
- Bodenbedeckung meist nur geringmächtig bzw. oft nicht vorhanden
- geringe oder praktisch nicht vorhandene Filterwirkung des Bodens
- große Wassermengen in sehr unterschiedlich großen Hohlräumen (Fugen, Klüfte und Röhren)
- Fließgeschwindigkeit im Untergrund (in den großen Hohlräumen) zumeist sehr hoch, bis mehrere 100 m pro Stunde
- sehr kurzfristige Beeinträchtigung der Karstgrundwasserqualität bei Schadensfällen
Gefahrenpotenziale
- Mikrobiologische Belastungen (Weidevieh, Tourismus, Wildbestand)
- Alpintourismus; Abwässer durch Schutzhütten und Berggasthöfe
- Abfallablagerungen (wilde Deponien)
- Langzeitwirkungen von Luftimmissionen (durch hohe Niederschlagsmengen auch bei geringen Konzentrationen hohe Schadstoffdepositionen)
Kluftgrundwasser
Als Kluftgrundwasser wird das Grundwasser in geklüfteten, nicht verkarsteten Gesteinen bezeichnet. Die Einflussfaktoren und Gefährdungspotenziale sind aufgrund der Lage im alpinen Gebirgsbereich weitgehend gleich mit jenen des Karstgrundwassers, jedoch sind die Verweilzeiten der Wässer meist länger.
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