Klimawandel: Gebirgspflanzen besonders gefährdet

(Wien, 3.2.2011) In einer Studie, die in Global Change Biology veröffentlicht wurde, weisen ExpertInnen auf die hohe Gefährdung von europäischen Pflanzenarten in Gebirgslagen durch den Klimawandel hin. Die Studie wurde von ExpertInnen mehrerer europäischer Forschungseinrichtungen, der Universität Wien und des Umweltbundesamts erstellt.

Globale und kontinentale Biodiversitätsverluste, wie sie aufgrund des Klimawandels befürchtet werden, wurden bislang in sehr groben Maßstäben modelliert. Diese Modelle setzen Verbreitungsdaten von Arten und standörtliche Faktoren in Beziehung zu sich verändernden Umweltbedingungen. Diese Szenarien konnten für Bergökosysteme, die von Höhenunterschieden geprägt, kleinteilig und zugleich artenvielfältig sind, nur sehr eingeschränkt herangezogen werden, da die Vorhersagen für diese Gebiete sehr unsicher sind.

© Dr. Astrid Kettling/PIXELIO © Bild: Dr. Astrid Kettling / pixelio.de

ExpertInnen erstellten nun Modelle mit insgesamt 2632 europäischen Pflanzenarten in allen großen Gebirgssystemen der Alpen und wählten dafür eine feine räumliche Auflösung.  Die Szenarien zeigen, dass eine große Anzahl der Gebirgspflanzen bis zum Zeitraum 2070-2100 mehr als 80% ihrer Lebensräume verlieren könnten. (36–55% aller alpinen, 31–51% aller subalpinen und 19–46% aller montanen Pflanzenarten)

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Arten, die in höheren Lagen verbreitet sind, bedingt durch Klimawandel ein größeres Aussterberisiko haben als jene in tieferen Lagen. Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass die zukünftigen Niederschlagsmengen eine wichtige Rolle spielen: Die Artenvielfalt jener Gebirge Europas, für die zusätzlich zu einer Temperaturerhöhung weniger Niederschlag vorhergesagt wird, insbesondere  die Pyrenäen und die Ostalpen, ist am meisten gefährdet.

 

Die Arbeit reiht sich an den von Dirnböck, Essl und Rabitsch veröffentlichen Beitrag in Global Change Biology, in dem erstmals nachgewiesen wurde, dass die Biodiversitäts-Hotspots der Alpen, mit hohem Grad an Endemismus, überproportional vom Klimawandel betroffen sein werden.

 

Weitere Informationen

 

Christine Schatz, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04-5434