Treibhausgasbilanz 2010 verzeichnet durch Wirtschaftswachstum Anstieg

Berlakovich: Brauchen CO2-Sparpaket mit Klimaschutzgesetz als Basis

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Wien 16. Jänner 2012 - Die Ergebnisse der aktuellen Treibhausgas-Inventur des Umweltbundesamt zeigen im Jahr 2010 einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr: Im Jahr 2010 wurden insgesamt 84,6 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente emittiert. Gegenüber 2009 ist eine Erhöhung um 4,9 Mio. Tonnen. Unter Berücksichtigung der flexiblen Mechanismen sowie der Neubewaldung und Entwaldung ergibt sich damit für das dritte Jahr der Verpflichtungsperiode eine Abweichung von 6,2 Mio. Tonnen zum Kyoto-Ziel.

 

Berlakovich: Schluss mit der Verzögerungstaktik

"Seit 2005 herrschte der positive Trend, dass wir die Treibhausgasemissionen reduzieren konnten, 2010 war der Gegenwind europaweit in Form des Wirtschaftswachstums (aus der Krise heraus) und des erhöhten Heizbedarfs stärker als sonst. Die Werte sind wieder gestiegen.  Die Antwort kann nicht sein, das Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt zu hemmen, Ökologie und Ökonomie müssen vielmehr Hand in Hand gehen. Wir brauchen ein neues Denken und müssen Wirtschaftswachstum und Treibhausgasemissionen entkoppeln, etwa mit Hilfe von Energieeffizienz- und -sparmaßnahmen. Wir müssen auch noch mehr green jobs schaffen und den Weg in Richtung der Energieautarkie Österreichs konsequent verfolgen. Dort setze ich einen wesentlichen Schwerpunkt meiner Arbeit. Wir brauchen Klimaschutz und Arbeitsplätze gleichermaßen", betont Umweltminister Nikolaus Berlakovich, der Programme zur thermischen Sanierung, in den Bereichen Photovoltaik, Erneuerbare Energien, E-Mobilität und im Radverkehr als Beispiele nannte.

 

"Weg mit den Scheuklappen, wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen: Die Treibhausgasbilanz 2010 ist inakzeptabel und macht deutlicht, dass wir nicht nur im finanziellen Bereich ein Sparpaket brauchen sondern auch unbedingt ein CO2-Sparpaket! Dafür haben wir mit dem Beschluss des Klimaschutzgesetzes im Vorjahr die richtige Basis geschaffen, da alle Sektoren verbindliche Ziele zugeordnet bekommen. In einem gemeinsamen Kraftakt müssen wir jetzt dringend ein effektives Paket schnüren und für 2013 bis 2020 konkrete CO2-Reduktionsziele (für 2012 gibt es sie bereits) festlegen. Unsere Arbeitsgruppen, in denen Bund und Länder sitzen, leisten harte Arbeit und müssen  für die einzelnen Sektoren konkrete Maßnahmenbündel zusammenstellen. Jetzt sind erstmals alle Bereiche verpflichtet, Schluss mit allen Ausreden und der Verzögerungstaktik", unterstreicht der Umweltminister.

 

Rebernig: Daten spiegeln Wirtschaftswachstum und kalte Witterung wider

"2010 sehen wir wieder einen Anstieg bei den Treibhausgasemissionen, das Emissionsniveau von 2008 wird aber nicht erreicht. In den aktuellen Daten spiegelt sich insbesondere die steigende Produktion durch das Wirtschaftswachstum und ihre Auswirkung auf Strom- und Verkehrsnachfrage nach dem Ausnahmejahr 2009 wider. Ein zusätzlicher Faktor, der für höhere Emissionen sorgt, ist der kalte Witterung im Jahr 2010," zieht Georg Rebernig, Umweltbundesamt-Geschäftsführer, Bilanz. "Zählt man die offenen Verpflichtungen aus den Jahren 2008 bis 2010 zusammen, ergeben sich insgesamt ca. 18,1 Mio Tonnen, die am Ende der Verpflichtungsperiode noch eingelöst werden müssen."