Organische Schadstoffe in Grünland- und Waldböden

Erhebung im Bundesland Salzburg

© Umweltbundesamt /U.Kutschera

(Wien/Salzburg, 9. 2. 2018) Persistente organische Schadstoffe sind Verbindungen, die in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut werden und die oftmals als toxisch bzw. umweltschädlich eingestuft sind. Bislang war der Kenntnisstand über die Situation in Salzburg sehr gering. In einer Untersuchungsserie wurden 50 Wald- und Grünlandstandorten untersucht. Die Umweltbundesamt-Prüfstelle war für die Analyse der organischen Schadstoffe verantwortlich.

Die Schadstoffgehalte lagen im Bereich von Hintergrundwerten. An keinem Untersuchungsstandort und für keinen Schadstoff zeigten sich erhebliche Schwerpunktbelastungen oder quellenspezifische Muster. Einige Schadstoffe konnten an fast allen Standorten nachgewiesen werden. Dies waren insbesondere Hexachlorbenzol, Pentachlor-benzol, p,p‘-DDT, PAK und PCB.

 

Der Vergleich der Ergebnisse zeigt, dass sich die Gehalte der analysierten Bodenproben gut in ein Gesamtbild mit bayrischen Werten und Messungen aus dem Alpenraum einordnen lassen. Im Vergleich ist die Belastung als durchschnittlich bis gering einzustufen. Keine der Proben überschreitet die Deutschen Vorsorgewerte für den Bodenschutz. Die Analysen zeigen, dass an den beprobten Standorten eine Belastung mit persistenten organischen Schadstoffen im Bereich von Hintergrundwerten und unterhalb von Vorsorgewerten vorliegt.

 

Die Analytik der organischen Parameter wurde von den MitarbeiterInnen der akkreditierten Prüfstelle für Umwelt-, GVO- und Treibstoffanalytik im Umweltbundesamt durchgeführt. Die Untersuchungen zu Bodenparametern übernahm die Universität für Bodenkultur Wien.

 

Mit den vorliegenden Ergebnissen ist nun ein grundlegender Datenbestand für die untersuchten persistenten organischen Schadstoffe im Bundesland Salzburg vorhanden.

 

Persistente organische Schadstoffe

Persistente organische Schadstoffe (Persistent Organic Pollutants, POP), sind organische Verbin-dungen, die in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut oder umgewandelt werden. Aufgrund ihrer Konfiguration und Zusammensetzung sind sie widerstandsfähig gegenüber chemischen, biologischen und photolytischen Abbauprozessen. Durch das Vorhandensein von Fluor-, Chlor- oder Bromatomen sowie deren Konfiguration sind POP schlecht wasser-, aber gut fettlöslich. Dies kann zu einer Anreicherung im Fettgewebe von Tieren und Menschen führen (Bioakkumulation). Darüber hinaus sind diese Verbindungen toxisch und umweltgefährlich wobei zwischen den einzelnen Schadstoffen wesentliche Unterschiede bestehen.

 

Aufgrund dieser Eigenschaften stellen POP ein globales Umweltproblem dar. Um dieser Gefährdung zu begegnen, wurde im POP-Protokoll von Aarhus (UNECE 1998) sowie in der POP Konvention von Stockholm (UNEP 2001) eine Reduktion des Einsatzes durch Stoffverbote und Einschränkungen angestrebt. Seit Mai 2004 ist dieses globale Abkommen in Kraft. Im Mai 2009 wurde die Liste von Stoffen mit Verboten bzw. Nutzungseinschränkungen von 9 auf 21 erweitert. In den Jahren 2011, 2013 und 2015 wurden fünf weitere Substanzen bzw. Substanzgruppen aufgenommen.

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Umweltanalytik