HBM4EU baut Brücken

Die Österreichische Perspektive zur europäischen Human-Biomonitoring-Initiative

Von der Wissenschaft zur Politik

 

HBM4EU will Brücken zwischen Wissenschaft und Politik bauen. Politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, Stakeholder, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler definieren daher auch gemeinsam die strategische Ausrichtung der HBM4EU-Arbeit. Dieser transparente und kooperative Ansatz gewährleistet, dass die Forschung Erkenntnisse und Ergebnisse liefert, die den realen Anforderungen der Gesellschaft Rechnung tragen. Außerdem sollen Ergebnisse generiert werden, die dazu dienen, über den sicheren Umgang mit Chemikalien zu informieren und so die Gesundheit der Menschen in Europa zu schützen.

 

Die HBM4EU Koordinatorin

 

Marilee Kolossa-Gehring koordiniert diese europäische Initiative. Sie leitet das Fachgebiet "Toxikologie, gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung" der Abteilung Umwelthygiene am Umweltbundesamt in Deutschland. Sie ist außerdem dort für das wissenschaftliche und administrative Management des Human-Biomonitoring verantwortlich. Dies besteht aus der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit (German Environmental Survey - GerES), der Umweltprobenbank (German Environmental Specirnen Bank - ESB), der Kommission für Human-Biomonitoring am deutschen Umweltbundesamt und der Kooperation zwischen Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt und dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) zur Entwicklung von HBM-Analysemethoden.

© Radu Razvan - Fotolia.com

Human-Biomonitoring in Österreich

 

Fachleute aus Wissenschaft und Verwaltung, die sich mit Human-Biomonitoring befassen, sind in der Österreichischen Plattform Human-Biomonitoring unter der Leitung des Umweltbundesamtes venetzt. Die Plattform, die im Jahr 2017 ihren 10. Geburtstag feierte, ist seit September 2016 das offizielle Beratungsgremium des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (früher BMLFUW) für Fragen an der Schnittstelle zwischen Umwelt und Gesundheit.

 

Österreichische Partner in HBM4EU

 

In Österreich beteiligen sich neben dem Umweltbundesamt die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit {AGES), die Medizinischen Universitäten in Wien und Innsbruck und die private Universität UMIT in Tirol an HBM4EU in den Bereichen Analytik, Datenanalysen und Statistik, Effekt-Monitoring und gesundheitliche Auswirkungen, Risikobewertung und Risikokommunikation im Rahmen der Initiative.

 

Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (davor Bundesministerium für Land· und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft, BMLFUW) hat sich in den letzten Jahren für einen europäischen Ansatz im Human-Biomonitoring eingesetzt und unterstützt die Initiative. Thomas Jakl, Leiter der Abteilung Chemiepolitik und Biozide ist Vorsitzender des politischen Leitungsgremiums und ist überzeugt, dass die Initiative einen Meilenstein für die Chemikalienpolitik darstellt: "Dieses Vorhaben ist nicht nur auf Grund seines hohen wissenschaftlichen Anspruchs und der interdisziplinären Ausrichtung bemerkenswert. Dass sich die gesamte EU dazu bekennt, ein hochwertiges, langfristiges Instrumentarium zur Erfassung der Belastung des Menschen durch Chemikalien zu etablieren, ist ein Meilenstein der europäischen Umwelt- und Gesundheitspolitik. Diese erhält damit ein exzellentes Element zur ihrer Ausrichtung sowie zur Erfolgskontrolle."

Möglichkeiten der Kooperation mit Partnern aus Industrie und Wirtschaft in Österreich

 

Über 30 Jahre Erfahrung in Probenahme und Analytik zeichnen das Prüflabor im Österreichischen Umweltbundesamt aus, 2007 wurde das Human-Biomonitoring-Labor gegründet. Sigrid Scharf, Leiterin der Abteilung Business & Development Umweltanalytik zu Kooperationsmöglichkeiten: "Mithilfe moderner hochpräziser analytischer Methoden können wir bereits sehr kleine Mengen verschiedener Substanzen im menschlichen Körper nachweisen. Die Untersuchungen im Rahmen des Human-Biomonitorings ergänzen unsere Schadstoff-Messungen in Umweltmedien, Produkten und Lebensmitteln. Wir kooperieren unter anderem mit Unternehmen im Rahmen der Risikoprävention im Arbeitnehmerschutz oder führen bei starken Umweltbelastungen gezielte Untersuchungen von ausgewählten Personen oder Bevölkerungsgruppen durch, die einer Belastung durch Schadstoffe ausgesetzt sind oder bei denen eine solche vermutet wird."

 

Über die Autorin:

Maria Uhl ist Toxikotogin und im Umweltbundesamt, Österreichs größter Expertlnnen-Organisation für Umweltthemen, im Bereich Umwelt & Gesundheit tätig mit Schwerpunkt Risikoabschätzung. Sie leitet die Arbeitsgruppe Schadstoffe und Gesundheit. Darüber hinaus ist sie Koordinatorin der Österreichischen Plattform für Human Biomonitoring.

Im Rahmen der Initiative HBM4EU ist sie als Contact Point für Stakeholder, als National Hub Contact Point und als Chemical Group Leader für Perfluorierte Substanzen tätig.

 

Dieser Beitrag ist erschienen in:

Umweltschutz der Wirtschaft. Heft Nr. 4/2017. Wirtschaftskammer Österreich, Wien. S. 41f.

 

Weitere Informationen:

Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/31304-5432