Neue Arbeitsanweisung für Ausgasungsversuche in Zementanlagen

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Wien, 18. Dezember 2018 – Bei der Herstellung von Zement können neben natürlichen Rohstoffen wie Kalkstein und Ton auch Ersatzrohstoffe eingesetzt werden. Diese Ersatzrohstoffe können flüchtige organische Verbindungen (VOC) enthalten, die während des Aufheizens in der Anlage freigesetzt werden. Um den VOC-Gehalt in Ersatzrohstoffen zu ermitteln, werden Ausgasungsversuche im Labor durchgeführt. In der neuen Arbeitsanweisung beschreiben die ExpertInnen des Umweltbundesamtes, wie Ausgasungsversuche für Ersatzrohstoffe in Anlagen zur Zementerzeugung durchzuführen sind. Das Verfahren wird dabei Schritt für Schritt erklärt, von der Probenahme bis zur Auswertung der Ergebnisse. Zusätzlich wird beschrieben, wie Störungen behoben oder reduziert werden können.

 

Die Arbeitsanweisung wurde in Zusammenarbeit mit ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis erstellt und bei einem Laborvergleichsversuch für Ausgasungsversuche im Zeitraum von April bis September 2018 von AnwenderInnen getestet. Sie richtet sich an Laboratorien, Zementindustrie, Technische Büros, Consultants und Behörden und ersetzt die Erstausgabe vom September 2017.

Einsatz von Ersatzrohstoffen

 

Bei Ausgasungsversuchen im Labor werden die Vorgänge bei der Vorwärmung des Rohmehls in der Zementanlage simuliert. Die Ergebnisse geben Hinweise auf den geeigneten Aufgabeort des Ersatzrohstoffes und die spezifische Emission im Abgas. Die Ergebnisse aus dem Laborofen liefern jedoch keine direkte Aussage über die Emission in der Anlage, sie müssen erst auf die entsprechende Anlage umgelegt werden und dienen zur Ableitung von Erkenntnissen beim geplanten Einsatz von neuen Ersatzrohstoffen in Bezug zu einem Referenzzustand.