Nationale Bioökonomie-Strategien im Vergleich

Workshop bei den Alpbacher Technologiegesprächen 2015

Die Initiative Bioeconomy Austria stellte am 28. August 2015 im Rahmen der Technologiegespräche beim Europäischen Forum Alpbach erste Ergebnisse der nationalen Konsultation zu Bioökonomie in Forschung, Technologie und Innovation (FTI) vor. Führende Experten und Expertinnen aus Finnland, Deutschland, Indien, Italien und den USA diskutierten unterschiedliche nationale Ansätze, um einen möglichen Weg für eine österreichische Bioökonomie-Strategie abzuleiten und zu skizzieren.

Kernbotschaften des Workshops

 

  • Die enge Kooperation aller relevanten Ministerien ist eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung der Bioökonomie.
  • Bioökonomie verknüpft eine Vielzahl von Wirtschaftssektoren, wodurch die Grenzen zwischen traditionellen Industrien verschwimmen. 
  • Langzeitziele müssen klar definiert werden, um die Planbarkeit für Unternehmen zu erhöhen und anderseits um unbeabsichtigte regulatorische Barrieren zu vermeiden. 
  • Die österreichische Wirtschaft wird davon profitieren, wenn die Synergieeffekte von Energiewende, Bioökonomie und Industrie 4.0 voll ausgeschöpft werden.
  • Die Regionalisierung der Bioökonomie ermöglicht eine verstärkte regionale Wertschöpfung und wird zukünftig das Zugpferd der ländlichen Entwicklung darstellen.
  • Die Bioökonomie soll auch die Vision einer nachhaltigen Entwicklung unterstützen, und dabei alle Dimensionen der Nachhaltigkeit inklusive der ökologischen und sozialen berücksichtigen.

 

Neben nationalen Bioökonomie-Strategien diskutierten die TeilnehmerInnen über wissensbasierte Bioökonomie. Grundsätzlich werden dabei zwei Ziele verfolgt: die Produktion neuer, nachhaltiger und erneuerbarer Rohstoffe aus Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Aquakultur sowie die Weiterverarbeitung in neue hochwertige erdölfreie Endprodukte. Die wissensbasierte Bioökonomie wird als leistungsstarker, integraler Bestandteil einer zukünftigen Kreislaufwirtschaft betrachtet, die biobasierte Ressourcen (sei es vom Land, Meer oder Abfall) als Grundstoffe zur Nahrungs- und Futtermittelerzeugung und zur industriellen sowie Energie-Produktion heranzieht.

Bioökonomie-Strategie als Grundlage für den nachhaltigen Erfolg von morgen

 

Schon heute erwirtschaften die Sektoren der Bioökonomie knapp acht Prozent des heimischen BIP und beschäftigen über 230.000 Menschen. Diesen Anteil künftig massiv zu steigern, ist das Ziel einer nationalen Bioökonomie-Strategie, deren Entwicklung federführend von Bioeconomy Austria vorangetrieben wird und die von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft getragen werden soll. Aktuell konzentriert sich Österreich auf Aktivitäten im Forschungs-, Technologie- und Innovationsbereich, doch für eine breite politische sowie gesellschaftliche Verankerung der Bioökonomie bedarf es weiterer Schritte: Im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche diskutieren nun internationale ExpertInnen wie etwa Mary Maxon aus den USA, Ulrich Schurr aus Deutschland oder Sanjay Kumar aus Indien über ihre jeweiligen Erfahrungen mit der Erarbeitung von Bioökonomie-Strategien und erörtern mögliche Entwicklungspfade für Österreich.

 

Initiative Bioeconomy Austria

 

Bioeconomy Austria ist eine Initiative von BIOS Science Austria und der Österreichischen Vereinigung für Agrar-, Lebens- und Umweltwissenschaftliche Forschung (ÖVAF), die gemeinsam für eine lebenswerte, wirtschaftlich gesunde und innovative Zukunft eintreten. Forschung, Land- und Forstwirtschaft, Wirtschaft und Industrie sollen dabei eng miteinander verzahnt werden, um möglichst viele Synergieeffekte zu nutzen und Innovationen aus dem Labor zur Marktreife zu verhelfen. Zu den Mitgliedern von BIOS Science Austria gehören neben der Universität für Bodenkultur Wien, der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem BMLFUW auch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), das Umweltbundesamt, das Bundesamt für Wasserwirtschaft (BAW), das Austrian Institute of Technology (AIT), das Ökosoziale Forum und die HBLFA Raumberg-Gumpenstein.