GS SOIL - INSPIRE Bodendatenportal

Beurteilung und strategische Entwicklung von INSPIRE konformen Geodaten-Diensten für europäische Bodendaten

Das im Programm eContentplus geförderte EU-Projekt GS Soil zielt darauf ab, ein Best Practice Netzwerk zur Umsetzung der INSPIRE Richtlinie (2007/2/EC) für bodenrelevante Belange einzurichten.

 

Die Europäischen Bemühungen für eine gemeinsame Bodenstrategie sowie die grenzübergreifenden Anforderungen aus dem Naturschutz zeigen den Bedarf an vielseitig einsetzbaren harmonisierten Geodaten. Die Forderung nach deren Interoperabilität und einfachem Zugang zu den Informationen kommt auch von Seiten der INSPIRE Direktive, die eine europäische Geodatenstruktur zur Unterstützung der Umweltpolitik anstrebt. Das Projekt beschäftigt sich mit einer Reihe von Themen aus den Annexes I – III der INSPIRE Direktive, der Schwerpunkt liegt auf dem Fachbereich Boden.

 

GS SOIL dient dazu, anhand von aktuellen Methoden und Best Practice – Beispielen die grenzübergreifende Harmonisierung von bodenrelevanten Daten zu forcieren. Weitere Ziele sind, das Wissen um die Verfügbarkeit, den Zugang und die Auswertbarkeit von Bodendaten für eine breite Gruppe von Anwendern, insbesondere öffentliche Einrichtungen, Unternehmen und Bürger, zu verbessern.

 

Dabei finden sowohl europäische Standards sowie aktuelle Entwicklungen im Bereich Metadaten, Geodateninfrastruktur und Harmonisierung von Fachdaten Berücksichtigung. Die Vernetzung von ExpertInnen aus dem Projektkonsortium mit europäischen Arbeitsgruppen (z.B. des Joint Research Centre, JRC) und Initiativen (z.B. OneGeology) ermöglicht eine gemeinsame Entwicklung im europäischen Kontext unter Einbeziehung bisheriger Erfahrungen.

 

In sieben Arbeitspaketen erarbeitet das aus 34 europäischen Partnern bestehende Projektteam  von 2009 – 2012 sowohl technische als auch inhaltliche Lösungsvorschläge für den künftigen Umgang mit INSPIRE – konformen bodenrelevanten Datenbeständen.

 

Die Projektpartner richten ein operatives Netzwerk von Datenservices und Metadatenverzeichnissen ein. Dies beinhaltet Services zu Metadaten, Datenharmonisierung, Datenansicht und Datenausgabe. Als Ergebnis soll ein zentrales Portal bereitstehen, in dem verschiedenste europäische Bodendaten gebündelt sind. Aspekte von Multilingualismus und Harmonisierung der Metadaten anhand aktueller Standards (z.B. ISO 19115) sowie Vorgaben für die Datenauswertung und rechtliche Rahmenbedingungen (Intellectual Property Rights, IPR) werden eingearbeitet.

 

Neben dem Bodenportal stehen zu Projektende 2012 eine Reihe von weiteren Ergebnissen zur Verfügung, wie ein Entwurf für ein europäisches Bodendatenmodell, ein Boden – Thesaurus, ein Verzeichnis über europäische Bodendaten und deren Verfügbarkeiten oder best practice guidelines für Datenharmonisierung.

 

Ein im Projekt entwickelter langfristiger Plan soll die Weiterführung des Portals nach Projektende skizzieren.

GS SOIL und Umweltbundesamt

Das Umweltbundesamt leitet das Arbeitspaket 6, in dem die Anwendung des Portals unter verschiedenen Szenarien mit Stakeholdern zu evaluieren ist.

 

Weitere Arbeitsschwerpunkte liegen in der Entwicklung des Nachnutzungskonzeptes („Long Term Operation Plan“), eines europäischen Bodendatenmodells, der Metadatenstrukturen, eines Boden – Thesaurus sowie der Bewusstseinsbildung.

 

Das vom Umweltbundesamt geführte Bodeninformationssystem BORIS dient als einer der Testfälle für verschiedene Arbeitsschwerpunkte.

 

Weitere österreichische ProjektpartnerInnen sind die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), das BFW (Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft) und die Paris Lodron Universität Salzburg (Z-GIS).