Böden und Hochwasser

Was tun bei überfluteten Böden?

© Umweltbundesamt

Nach Hochwasserereignissen kann es zum Eintrag von Schadstoffen wie Ölen oder Treibstoffen durch Schwemmgut und überflutete Kontaminationsquellen kommen. Abgelagerter Schlamm enthält Viren, Bakterien und Parasiten.

 

Deshalb ist es besonders wichtig, auf Hygiene zu achten, richtig mit allfälligen Verschmutzungen des Bodens umzugehen und auf diesem Weg Gesundheitsschäden vorzubeugen.

Tipps für den Umgang mit überfluteten Böden

Im vorliegenden Leitfaden haben ExpertInnen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und des Umweltbundesamtes Tipps zusammengestellt, worauf Sie besonders achten sollten, wenn Ihre Böden von Überflutungen betroffen sind. 

 

Allgemeines

Bei allen Tätigkeiten nach Überflutungen ist es besonders wichtig, die üblichen hygienischen Maßnahmen, wie gründliches Händewaschen, zu beachten. Es sollten Handschuhe, Gummistiefel und feuchtigkeitsabweisende Kleidung getragen werden. Der Kontakt der bloßen Haut mit abgelagertem Schlamm soll weitestgehend vermieden werden, während der Arbeiten vor Ort sollte nicht gegessen oder getrunken werden.

 

Verunreinigung mit Viren, Bakterien und Parasiten

Überflutete Bodenbereiche und abgelagerter Schlamm sind unmittelbar nach dem Rückgang des Wassers mit Viren, Bakterien und Parasiten verunreinigt. Durch die Tätigkeit der Boden­organismen und Sonneneinstrahlung können diese Krankheitskeime abgetötet werden. Eine Durchlüftung durch eine flache Bodenbearbeitung (alle 2–3 Wochen, 5–10 cm Tiefe) beschleunigt diesen Abbauprozess.

 

Verunreinigung durch Mineralöl- oder Treibstoffrückstände

Manchmal sind überflutete Bereiche mit einem dünnen Ölfilm oder mit durch Öl kontaminier­tem Schlamm bedeckt. Auch in diesem Fall ist durch die Selbstreinigungskraft mit einem Abbau bis zum Herbst zu rechnen, die oben beschriebene Bodenbearbeitung beschleunigt ebenfalls den Abbau. Bei Verdacht auf eine Verunreinigung des Schlammes oder Bodens mit Mineralöl- oder Treibstoffrückständen kann eine Bodenanalyse durchgeführt werden (Umweltbundesamt).

"Nasenprobe": Um eine Ölkontamination grob festzustellen, kann ein luftdichtes Gefäß (z. B. "Rex"-Glas) halb mit Boden/Schlamm gefüllt und über Nacht aufbewahrt werden. Ist beim Öffnen des Gefäßes kein Ölgeruch mehr wahrzunehmen, ist der Boden weitgehend rückstandsfrei.

 

Verunreinigung durch Schwermetalle

In seltenen Fällen (Überflutung von städtischen Ballungsgebieten, Industrieanlagen, Deponien etc.) ist eine lokale Kontamination mit Schwermetallen denkbar. Im Zweifelsfall kann eine chemische Analyse durchgeführt werden (AGES, Abt. Bodengesundheit).

 

Veränderung von Bodeneigenschaften

Durch den Eintrag größerer Schlammmengen können im Oberboden sowohl physikalische als auch chemische Bodeneigenschaften verändert sein. Auch hier verbessert eine Durchlüftung durch eine flache Bodenbearbeitung (alle 2 – 3 Wochen, 5 – 10 cm Tiefe) den Bodenzustand. Bei einer Verwendung als landwirtschaftliche Nutzfläche sollte im kommenden Herbst oder Frühjahr eine Bodenanalyse vom Oberboden (Nährstoffgehalte, Humusgehalt, Säuregrad…) durchgeführt werden (AGES, Abt. Bodengesundheit).

 

Verwendbarkeit von überflutetem Kompost

Der Komposthaufen sollte mindestens noch ein- bis zweimal umgesetzt werden, bevor der Kompost auf den Boden aufgebracht wird.

 

Verwendbarkeit von Gemüse und Obst

Gemüse und Obst, das mit Überschwemmungswasser in Kontakt gekommen ist, sollten keinesfalls zum Verzehr verwendet werden.

Auch „erdnahes“ Gemüse wie Radieschen, Salat, Kohlrabi, das überflutet war und 1-2 Wochen später erntereif ist, sollte keinesfalls verzehrt werden.

Bei wachsenden Gemüsekulturen, die überflutet waren und erst in einigen Wochen und Monaten erntereif werden, ist vor dem Verzehr besondere hygienische Sorgfalt anzuraten.

Überschwemmtes Gemüse und Obst kann kompostiert oder in den Boden eingearbeitet werden.

 

Verwendbarkeit von Gras und Grünfutter

Überflutetes Gras oder Grünfutter soll nicht verfüttert oder siliert werden.

 

 

Kontaktadressen: Bei Fragen wenden Sie sich bitte an

Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion,

Abteilung Bodengesundheit und Pflanzenernährung

Spargelfeldstraße 191, 1226 Wien

Tel. 050 555 34125  

E-Mail: bodengesundheit@ages.at

 

Umweltbundesamt

Spittelauer Lände 5, 1090 Wien

Tel. 01 31304-2222

E-Mail: pruefstelle@umweltbundesamt.at