EU

Die absichtliche Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in die Umwelt ist durch die Richtlinie 2001/18/EG geregelt. Das Ziel dieser Richtlinie ist der Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt, wobei auch explizit auf die Anwendung des Vorsorgeprinzips bei der Umsetzung hingewiesen wird. Die Richtlinie verpflichtet zur Durchführung von Risikoabschätzungen, um potenzielle Risiken absichtlicher Freisetzungen von Fall zu Fall beurteilen zu können.

Für die Beurteilung derartiger Freisetzungsanträge sind in erster Linie die jeweilig zuständigen nationalen Behörden verantwortlich. Die Behörden aus anderen EU-Mitgliedsländern werden informiert und können Einwände gegenüber der durchgeführten Risikoabschätzung einbringen, die vor einer Genehmigung der Freisetzung in einem zweiten Verfahrensschritt auf EU-Ebene überprüft werden.

EU-weit wurden die meisten Anträge zur Freisetzung von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen eingereicht. Eine geringere Anzahl von Anträgen betrafen die Freisetzung von gentechnisch veränderten Mikroorganismen.  EU-weit wurden bislang hauptsächlich GV Mais, Raps, Zuckerrüben und Kartoffel freigesetzt.

Daneben wurden auch für landwirtschaftliche Nutzpflanzen wie Sojabohnen, Sonnenblumen und Weizen, Gemüse wie Salat, Kürbis und Kohl, Obst (z.B. Apfel, Melonen), Zierpflanzen und Bäume (Pappel, Eukalyptus) Freisetzungsanträge gestellt.

Zusätzlich müssen für die klinische Erprobung von Arzneimitteln bzw. Impfstoffen, bei denen gentechnisch veränderte Viren oder Bakterien in die Umwelt gelangen können, Freisetzungsanträge genehmigt werden, bevor die Testung erfolgen kann.

Bei den Eigenschaften, die durch die gentechnische Veränderung erzielt werden, handelt es sich zum Großteil um Herbizidresistenz oder Insektenresistenz, um Ertragssteigerungen oder um veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe einer Pflanze (Stärkegehalt, Fettsäuren, Aminosäuren).