Risikoabschätzung von GV-Energiepflanzen

Der verstärkte Einsatz von landwirtschaftlich erzeugter Biomasse zur Energieerzeugung ist ein aktuelles Thema im Rahmen der Klimadebatte. In diesem Zusammenhang wird auch die Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GV-Pflanzen) für die Biomasse- und Energieerzeugung diskutiert.

Studie zu Potenzial und Risikoabschätzung von GV-Energiepflanzen

Potenzial und Risikoabschätzung von GV-Energiepflanzen bei einer möglichen Anwendung in Österreich wurden am Umweltbundesamt im Rahmen einer vom BMLFUW in Auftrag gegebenen Studie näher untersucht. Die Studie ist über den Link in der Infobox zum Download verfügbar.

© Umweltbundesamt

Die vorliegende Studie gibt eine Übersicht, welche GV-Pflanzen für einen Einsatz in der Biomasse- und Energieerzeugung überhaupt verfügbar sind und welche davon prinzipiell für einen potenziellen Einsatz in Österreich geeignet wären.

 

In Europa sind zurzeit noch keine speziellen GV-Energiepflanzen zum Anbau zugelassen. Es bestehen jedoch Bestrebungen, herbizidtolerante und/oder insektenresistente GV-Mais- und GV-Rapspflanzen einzusetzen.

Diese GVOs wurden bislang primär für die Lebens- und Futtermittelproduktion entwickelt, könnten jedoch auch für die Bioenergieproduktion eingesetzt werden.

Die Risikoabschätzung bei GV-Energiepflanzen ist zu verbessern

Für die Untersuchung der ökologischen Auswirkungen von derartigen GV-Pflanzen wurde anhand von Fallbeispielen (GV-Mais, GV-Raps, GV-Kartoffel und GV-Pappel) analysiert, ob spezifische Umweltrisiken bei der Verwendung zur Energieerzeugung auftreten können.

 

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass bei allen untersuchten GV-Pflanzen mögliche negative Wirkungen auftreten können. Diese werden im Rahmen der derzeit durchgeführten Risikoabschätzung nach Meinung der AutorInnen nur ungenügend untersucht.

Es ist daher notwendig, parallel zu einer Verbesserung der bestehenden Risikoabschätzung für GV-Pflanzen genügend konkrete Leitlinien für die Risikoabschätzung bei GV-Biomasse und Energiepflanzen zu entwickeln und anzuwenden.

 

Zudem sollte eine Intensivierung des Anbaus bei Mais und Raps zur Energieerzeugung, die durch eine Verwendung von entsprechenden GV-Pflanzen verstärkt werden könnte, hinterfragt werden.

Wenig Unterschied in der Treibhausgasbilanz von GV-Energiepflanzen

Der Unterschied hinsichtlich der Treibhausgas-Emissionen zwischen GV-Energiepflanzen und nicht-GV Energiepflanzen bei einem Anbau in Österreich lässt sich nur schwer abschätzen. Die vorliegenden Daten deuten daraufhin, dass die derzeit verfügbaren GV-Mais- und -Rapslinien jedenfalls keine markant verringerten Treibhausgas-Emissionen bewirken. Auch die zukünftig verfügbaren GV-Mais- und GV-Rapslinien weisen diesbezüglich nur geringes Verbesserungspotenzial auf.