Anfall und Entsorgung von Abfällen in der Industrie

Die Bedeutung von Abfällen im industriellen Bereich ist gegeben durch:

  • den Anfall bzw. die Vermeidung,
  • die innerbetriebliche Lagerung und gegebenenfalls Behandlung vor dem Wiedereinsatz oder der Übergabe zur Behandlung oder Entsorgung,
  • den innerbetrieblichen Wiedereinsatz im Produktionsprozess (internes Recycling),
  • den Einsatz von externen Abfällen und Altstoffen im Produktionsprozess (z.B. Altglas, Altpapier, Schrotte, Ersatzrohstoffe),
  • den Einsatz von Abfällen als Ersatzbrennstoffe innerbetrieblich und extern (z.B. Papierindustrie, Spanplattenindustrie, Raffinerie, Zementindustrie),
  • Behandlung von Abfällen in Abfall-behandlungsanlagen.

Die Abfälle sind nach Abfallart gegliedert. Aus einzelnen Schlüsselnummern gemäß ÖNORM 2100 können unmittelbar nur dann Rückschlüsse über die Herkunft von Abfällen gezogen werden, wenn die Schlüsselnummer über Herkunftsbereich bzw. Industriebranchen definiert ist. Eine gute Datenlage besteht bei gefährlichen Abfällen wegen der Meldepflicht und der Erfassung durch den Abfalldatenverbund. Nur statistisch hochgerechnet sind die Mengen nicht gefährlicher Abfälle.

Mitverbrennung von Abfällen

Die Mitverbrennung von Abfällen in Industrieanlagen erfolgt derzeit in der Papier- und Zellstoffindustrie, in der holzverarbeitenden Industrie und in der Sägeindustrie (interne Abfälle z.B. Holzabfälle bzw. Rinden, Papierfaser-schlämme und Klärschlämme) sowie in der Zementindustrie (externe Abfälle wie Altöle und Lösungsmittel, Papierfaserreststoffe sowie Altreifen und Kunststoffabfälle). In der Zementindustrie hat der Einsatz von Abfällen in den letzten Jahren deutlich zugenommen, ein weiteres Ansteigen wird erwartet.

Aus Sicht eines vorsorgenden Umweltschutzes sollten Mitverbrennungsanlagen dieselben strengen Anforderungen wie Abfallverbrennungsanlagen erfüllen müssen, damit es durch die Behandlung von Abfallströmen in Mitverbrennungsanlagen nicht zu einer Erhöhung der Umweltbelastung, beispielsweise mit Staub, Schwermetallen und NOx, kommt. Beispiele, dass Anlagen zur "Energiegewinnung aus Abfall" unter Einhaltung der Auflagen für Abfallverbrennungsanlagen auch in Industriebetrieben stehen können, gibt es bereits.

Rechtliche Regelungen

Am 28. Dezember 2000 trat auf europäischer Ebene die Abfallverbrennungsrichtlinie des europäischen Parlaments und des Rates über die Verbrennung von Abfällen in Kraft. Diese Richtlinie soll die im Bereich Abfallverbrennung bestehende Rechtszersplitterung durch Zusammenführen der bestehenden einschlägigen Richtlinien betreffend Siedlungsmüll und gefährliche Abfälle beenden.

 

In Österreich trat die Abfallverbrennung-Sammelverordnung am 1. November 2002 in Kraft. Dadurch wurde die Abfallverbrennungs-RL umgesetzt und die Vereinheitlichung der gesetzlichen Regelungen auf nationaler Ebene fortgesetzt. Die österreichische Abfallverbrennung-Sammelverordnung regelt die thermische Behandlung sowohl von gefährlichen als auch von nicht gefährlichen Abfällen und gilt für Allein- und Mitverbrennungsanlagen.