Medienübergreifende Umweltkontrolle in ausgewählten Gebieten

Standort Reutte/Breitenwang

Im neu erschienenen Bericht wurde die Umweltsituation am Standort eines Hart- und Refraktärmetallbetriebs in Reutte/Breitenwang medienübergreifend erhoben und dargestellt.

 

Am Standort Reutte/Breitenwang der Plansee-Gruppe werden die Metalle Wolfram und Molybdän aus ihren Oxiden gewonnen. Zusammen mit anderen Metallen wie zum Beispiel Tantal, Niob und Chrom werden daraus Rohmaterialformen und Spezialwerkzeuge produziert.

Luftschadstoffe und Bioindikation

Wesentliche Schadstoffe in der Abluft der Betriebsanlagen sind Staub und insbesondere Schwermetalle (wie z.B. Wolfram, Molybdän). Laut Umweltbericht des Unternehmens sind die Molybdän-Emissionen im Zeitraum von 2003-2006 um 80 % u.a. aufgrund von Produktionssteigerungen angestiegen, die spezifischen Molybdän-Emissionen um 29 %. Letztere stammen hauptsächlich von diffusen Quellen welche über Emissionsfaktoren abgeschätzt wurden.

 

Übermittelte Messwerte für die Reduktionsöfen, Filteranlagen, Sprühtrocknung, Grafitbearbeitung und das Hartschrottrecycling aus dem Jahr 2008 liegen für die Parameter CO, NOx, Staub und Cobalt unter den Grenzwerten der Nichteisenmetallverordnung, der Parameter Molybdän liegt unter dem Emissionsgrenzwert laut Bescheid. Die Luftqualitätsmessungen von Staub zeigen keine Belastungstendenz. Für Molybdän existieren keine Immissionsgrenzwerte, anhand derer die Immissionsbelastung beurteilt werden kann.

© Plansee SE

Das Umweltbundesamt führte in den Jahren 1996, 2001 und 2007 ein Monitoring der Deposition von Schwermetallen  mit Moosen durch. Die dabei gemessenen Wolfram- und Molybdänkonzentrationen zeigen stark erhöhte Werte.

Molybdänuntersuchungen

Zu Molybdän liegen seit 1995 zahlreiche Untersuchungen von Gras, Böden, Kuhmilch u.a. vor, da es in der Vergangenheit immer wieder zu Erkrankungen von Kühen und Schafen (Molybdänose) und zu Überschreitungen des Einschreitwertes für Molybdän in der Milch kam. Seit 2000 liegt die Projektleitung dieser Untersuchungen bei der Plansee-Gruppe. Die Milchuntersuchungen im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft Reutte zeigen, dass es seit 2006 zu einer Abnahme der Häufigkeit der Überschreitung des Richtwertes (>0,2 mg Mo/kg Milch) kam, der Einschreitwert (>0,4 mg/kg Milch) wurde seit 2006 nicht mehr überschritten.

Die Projekte werden in Zusammenhang mit Emissionsminderungsmaßnahmen weiterverfolgt.

 

Abwasser und Fließgewässer

Abwasseremissionswerte aus dem Jahr 2008 liegen für die Parameter abfiltrierbare Stoffe, Wolfram, Cobalt, Fluorid und Nitrit unter den Grenzwerten der Abwasseremissionsverordnung. Der Grenzwert für Molybdän wurde bei einer der fünf dezentralen Abwasserreinigungsanlagen der Plansee-Gruppe am Standort überschritten.

 

Im Jahr 2008 wurden zwei Messstellen am Lech, oberhalb und unterhalb der Einmündung des Archbaches sowie am Archbach selbst eingerichtet. Im November 2008 lagen für diese Messstellen noch keine Immissionsdaten vor.

 

Abfall

Mit einem Anteil von 70 % an der Masse sind die Betriebe der Plansee-Gruppe der wesentliche Erzeuger von gefährlichen Abfällen in der Gemeinde Reutte. Die mengenmäßig bedeutendsten gefährlichen Abfälle sind Abfälle von Emulsionen und Gemischen von Mineralölen, Mineralölschlämme, anorganische Säuren, Abfälle von Mineralölen und synthetischen Ölen und Laugen.

 

 

Altablagerung und Grundwasser

Die Altablagerung „Wolfsgrube“ befindet sich ca. 500 m vom Standort entfernt, hier wurden bis 1993 u.a. auch Abfälle der Plansee-Gruppe abgelagert. Beprobungen im Grundwasserabstrom in den Jahren 1995 und 1996 ergaben signifikante Erhöhungen der Mo-Gehalte. Die daraufhin ergänzte Oberflächenabdeckung brachte jedoch keine wesentliche Verbesserung der Grundwasserqualität.

 

Eine Auswertung des gesamten Grundwasserkörpers Lechtal ergab keine auffälligen Konzentrationen von Grundwassergüteparametern im Vergleich mit den entsprechenden Grundwasserschwellenwerten. Bei den Grundwasseruntersuchungen wurden die Schwermetalle (insbesondere Molybdän, Wolfram) nicht analysiert. Der Bericht empfiehlt entsprechende Analysen.

Infobox

Downloads

Bericht [PDF, 15.2MB]

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