E-Partizipation

© Umweltbundesamt/Heckl

In den letzten Jahren haben sich die Voraussetzungen so weiterentwickelt, dass E-Partiziption im Umweltbereich grundsätzlich möglich ist. Beispiele dafür sind moderierte Dialogforen oder strukturierte Stellungnahmemöglichkeiten. Das perfekte E-Partizipations-Tool für den Umweltbereich gibt es jedoch nicht. Jede Fragestellung, jeder Planungsprozess, jede Leitbildentwicklung etc. erfordert einen maßgeschneiderten Methodenmix. Moderne elektronische Hilfsmittel können unter Umständen hilfreich sein, können den persönlichen Kontakt mit den TeilnehmerInnen eines Beteiligungsprozesses jedoch nicht ersetzen.

Für Politik und Verwaltung stellen die Möglichkeiten von E-Partizipation für formelle wie informelle Prozesse im Umweltbereich eine interessante Möglichkeit dar, speziell für die Intensitätsstufe Konsultation, die breite Öffentlichkeit in Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubinden.

Vorteile der Online-Stellungnahme in einer vorstrukturierten Form:

  • Der/Die Beteiligte kann ihre/seine Gedanken, Wünsche, Vorschläge mit Hilfe einer Struktur (z. B. eines Internetformulars) ordnen;
  • Die Auswertung der Stellungnahmen, vor allem größerer Zahl, wird erleichtert, insbesondere durch die Möglichkeit von Clusterbildungen;
  • Die Begründungen von Nichtberücksichtigungen oder abweichenden Berücksichtigungen von Stellungnahmen wird erleichtert.

Bei Planungen mit Landschaftsbezug ist die geographische Verortung, etwa einer Stellungnahme, eine interessante Option, da z. B. auf einen Blick Übersicht hergestellt werden kann und bei Bedarf räumlich, aber auch inhaltlich hinein gezoomt werden kann.

Potentielle Vorteile von E-Partizipation (Auswahl):

  • die Möglichkeit zur anschaulichen und nutzergerechten Darstellung von Planungsprozessen und –inhalten;
  • mehr Transparenz von Planungsprozessen, es können z. B. Zwischenergebnisse leichter dargestellt werden, um u. a. zu dokumentieren, wie Entscheidungswege verlaufen;
  • der dialogische Austausch zwischen Planenden und den von der Planung berührten BürgerInnen sowie zwischen BürgerInnen kann unterstützt werden;
  • verstärkte Motivation zur Beteiligung an Planungsprozessen;
  • bessere Einbindung schwerer zugänglicher Bevölkerungsgruppen, z. B. Jugendliche, weniger mobiler Personen, Berufstätige etc.;
  • verstärkte Identifikation und Akzeptanz, leichterer Vollzug von Maßnahmen, etwa im Raumordnungs- oder Naturschutzbereich.

Potentielle Nachteile von E-Partizipation (Auswahl):

  • Nicht alle Interessierten (Bevölkerungsgruppen) haben möglicherweise Zugang zum Internet (Zugangsklüfte);
  • Nicht alle Interessierten (Bevölkerungsgruppen) können mit E-Partizipations-Technologien umgehen (Wissensklüfte) und sie entsprechend nutzen (Nutzungsklüfte);
  • Mangelndes Vertrauen, etwa vor Missbrauch, und mangelnde Vertraulichkeit (z. B. Datenschutz);
  • Verdrängung von herkömmlichen „Offline-Beteiligungsangeboten“.