Nationalpark Gesäuse

© Franz Kovac Talboden der Enns bis hinauf zum Hochtor (2370 m)

Der Nationalpark Gesäuse wurde im Jahr 2002 gegründet. Er hat eine Fläche von etwa 110 km² und ist damit der drittgrößte und jüngste der 6 Nationalparke Österreichs.

Seine Verwaltung ist in 4 Fachbereichen organisiert.

  • Wald- und Wildtiermanagement: geleitet von den Steiermärkischen Landesforsten, die auch zu beinahe 100% Grundbesitzer der Fläche sind.
  • Natur- und Umweltbildung: Vermittlung von „Natur- und Kultur“ im Nationalpark, Sensibilisierung der jungen Generation für Anliegen des Natur- und Umweltschutzes.
  • Nationalparkpräsentation: Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit (Nationalpark und seine Programme und Angebote einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen; Förderung der „Erlebbarkeit“ des Gebietes)
  • Naturraum-Naturschutz: Naturraummanagement und  Forschung (Näheres dazu siehe „Tätigkeitsbereich“)

Tätigkeitsbereich

Zu den Aufgabenbereichen des Fachbereichs Naturschutz und Naturraum zählen sämtliche Arten- und Biotopschutzmaßnahmen, die Koordination von Forschung und Monitoring sowie das Naturraummanagement im Nationalpark. In einem Nationalpark-Plan werden mittel- und langfristige Maßnahmen für die Bereiche Wald- und Wildtiermanagement (Steiermärkische Landesforste), Almmanagement, Besucherlenkung, Gewässermanagement, usw. im Nationalpark festgelegt. Als Grundlage hierfür wird Folgendes herangezogen:

  • Risikoabschätzung für Borkenkäfer-Massenvermehrung (BOKU) 
  • Gesamtkarte der Vegetation (GIS Modellierung aus Luftbildinterpretation und Standortskartierung)
  • Biotopkartierungen in ausgewählten Teilbereichen des Nationalparks
  • Erhebung des Naturrauminventars (Biodiversität, Geomorphologie, Höhlen, ..)
  • LIFE Programm Gesäuse (Managementpläne Fluss (Leitlinie Enns) , Alm, Wald und Besucherlenkung)
  • Erfassung von Geodaten (Wegenetze, Vegetations- und zoologische Aufnahmen und auch Klima- und Geländedaten)

Bezug zur Region

Der Nationalpark Gesäuse und seine Region sind geprägt von der Geschichte der Eisenwurzen. Auch das unwegsamste Waldgebiet im Gesäuse wurde, ob seiner Nähe zum Erzberg, nutzbar gemacht. Es ist eine Geschichte der andauernden „Interessenskämpfe“ zwischen vielen Nutzern: Grundbesitzer gegen Holznutzer, Holznutzer gegen Bauer (Weidevieh), Holzknecht gegen die harten Bedingungen im Hochgebirge...

 

Der Nationalpark versucht diese Entwicklungen in seiner Forschungsarbeit aufzuarbeiten (zum Beispiel: Gesäusewälder. Eine Forstgeschichte nach Quellen von den Anfängen bis 1900). Einen breiten Ansatz verfolgend liegt der Schwerpunkt der Forschung auf den Naturwissenschaften ergänzt durch Arbeiten im Bereich Regionalentwicklung, Tourismus oder Geschichte.

Meinung zur Forschungsplattform

Die Zusammenarbeit in der Forschungsplattform ist selbstverständlich. Die Vorteile aller Beteiligten sind klar: Koordination und Abstimmung der Forschungsfragen, Vermeidung von Doppelgleisigkeiten, einfacherer Datenzugang, usw. Jede/r kann ihre/seine Stärken im Rahmen von gemeinsamen Projekten „ausspielen“.

Eisenwurzen-Projekt

Im Jahr 2004 wurde seitens der Nationalpark Gesäuse GmbH und der HBLFA Raumberg-Gumpenstein die Beteiligung an einem europaweiten ALTER-Net Projekt zur Untersuchung der Auswirkungen der Landnutzungsaufgabe auf die Artenvielfalt im Rahmen der Forschungsplattform erreicht (Land Abandonment and Vegetation Change in Open Landscapes: Assessing Biodiversity Impacts and Options for Mitigation). Flächen auf bewirtschafteten und aufgelassenen Almen wurden vergleichsweise botanisch und zoologisch untersucht. Für das Jahr 2009 sind abschließende Auswertungen und eine Publikation der Ergebnisse geplant.