Raumordnung und Luftqualität

Feinstaub und andere Luftschadstoffe wie Stickstoffdioxid  sind besonders in den Ballungsräumen seit Jahren ein Problem. Der wachsende Verkehr zählt hierbei zu den Hauptverursachern. Über Standortentscheidungen und Siedlungsstrukturen kann die Raumordnung regelnd wirken. Eine gezielte Durchmischung der Siedlungen mit Grünflächen kann zu einer besseren Durchlüftung der Städte führen und die Luftqualität verbessern.

Siedlungsstrukturen erzeugen Verkehr und damit Luftschadstoffe

Die Raumordnung trägt maßgeblich zum Verkehrsaufkommen bei. Zersiedelte Räume erschweren einen ökonomischen Betrieb von öffentlichen Verkehrsmitteln und sind häufig nur mit dem Auto erreichbar. Einkaufszentren am Stadtrand sind ebenfalls großteils nur mit dem Auto zu erreichen, eine Nahversorgung ist oft nicht oder nur mangelhaft gegeben.  

Klimatische Eignung bei Standortwahl wenig berücksichtigt

Die klimatischen Verhältnisse (Inversionswetterlage, Windverhältnisse etc.) spielen eine entscheidende Rolle, wie Luftschadstoffe sich ausbreiten. Die Klimaeignung wird in der derzeitigen Planungspraxis nicht immer berücksichtigt. Das kann in weiterer Folge zu ungünstigen Ausbreitungssituationen von Emissionen führen, z.B. Ausbreitung der Emissionen von Gewerbestandorten und Standorten mit starker Verkehrserzeugung.  Umfassende Ausbreitungsrechnungen sind allerdings im Zuge von Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgesehen.

Grünräume verbessern die Luftqualität

Besonders in Gebieten mit hoher Luftverschmutzung sind Grün- bzw. Freiräume notwendig. Diese nehmen u.a. die wichtige Aufgabe der Durchlüftung einer Siedlung wahr: Über die Freiräume kann Frischluft in die Stadt gelangen und "schlechte" Luft abziehen. Eine weitere Funktion der Grünräume ist die Filterfunktion von Bäumen.

Weichen für eine bessere Luft in der Raumordnung stellen

Die Raumordnung bietet Instrumente, die zu einer Verbesserung der Luftqualität führen bzw. eine Verschlechterung verhindern können. Als geeignete Maßnahmen gelten:

 

  • Schaffen kompakter Siedlungen,
  • Vermeiden von verkehrserregenden Standorten,
  • Berücksichtigung der klimatischen Eignung bei Standort- und Infrastrukturvorhaben,
  • Freihalten von Grün- und Freiräumen für eine Durchlüftung von Siedlungen.

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