Siedlungsstruktur

© Google Earth 2007 Altstadt von Toledo, Spanien

Siedlungen haben sich im Laufe der Jahrtausende immer wieder verändert. Durch die arbeitsteilige Gesellschaft hat sich das Modell der mittelalterlichen Stadt - Bsp. Toledo, Spanien - über die letzten Jahrhunderte gut bewährt. Mit der Nutzung externer Energie - wie Kohle und Erdöl - zum Überwinden von Distanzen mittels Eisenbahn, Straßenbahn, Auto oder Flugzeug sind die altbewährten Siedlungsstrukturen, der Gegensatz Stadt - Land, zerschmolzen.

© Google Earth 2007 Siedlungsstruktur in Atlanta, Georgia, USA. Gleiche Sichthöhe wie Toledo, Spanien!

Neue Siedlungen entstehen meist im Umland von Großstädten, die die Benützung des eigenen Autos erzwingen.

Niedrige Einwohnerdichte bedeutet geringes Potential sowohl für den öffentlichen Verkehr als auch für NahversorgerInnen oder andere DienstleisterInnen. Diese Siedlungen sind meistens mono-funktional, d.h. entweder „Schlafstadt“ oder „Businesspark“, und forcieren damit das Verkehrswachstum.

Zersiedelte Strukturen führen häufig zu hohen Kosten für die Gemeinden, da teure Infrastruktur – Straßen, Zu- und Abwasserleitungen – bereitgestellt werden muss.

Zudem führt die mangelnde Ansiedlung von Geschäften und Betrieben in zersiedelten Räumen zu fehlenden Steuereinnahmen, die jedoch notwendig wären, um diese Infrastruktur instand zu halten.

© Umweltbundesamt/Gröger

Dieser Zwang zur Motorisierung führt auch in den Stadtgebieten zu einem verstärkten Verkehrsaufkommen, das zu einer höheren Umweltbelastung beiträgt und so den "Lebensraum Stadt" weniger attraktiv macht. Diese Entwicklung wiederum verstärkt die Zersiedelungstendenzen - die so genannte Suburbanisierung.