Digitalisierung & das Klimaabkommen

Das Pariser Klimaabkommen fordert ein hohes Maß an Transparenz und nachweisbare Maßnahmen: Digitale Technologien unterstützen die Klimapolitik.

Image CO2

Das Pariser Klimaabkommen fordert von allen teilnehmenden Ländern ein hohes Maß an Transparenz bei Darstellung und Berichterstattung der nationalen Treibhausgasbilanzen sowie konkrete Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele. Digitale Technologien können die Klimapolitik dabei in vielfältiger Hinsicht unterstützen: beim Messen und Monitoren von Daten und Emissionen, bei der Verknüpfung von CO2-Handelsplattformen sowie durch innovative Anwendungen, die Emissionen einsparen.

Vergleichbare Daten

Im Pariser Klimaabkommen definieren die Staaten selbst, welche Emissionsreduktionsziele in welchen Sektoren gesetzt werden. Transparenz ist damit zentral für den Erfolg. Das Monitoring von Klimaschutzmaßnahmen und deren Auswirkungen auf Treibhausgasemissionen ist ein äußerst komplexer Prozess, der auf vielen Datenquellen beruht. Diese können je nach Verfügbarkeit auch von Land zu Land unterschiedlich sein. Die Daten, die in eine Treibhausgasbilanz fließen, müssen genau, komplett, vergleichbar, transparent und konsistent sein.

Digitale Innovationen wie „Internet der Dinge“ (IoT), Künstliche Intelligenz (KI) oder Blockchain könnten solche Monitoring-Systeme automatisieren und vereinfachen. IoT kann etwa helfen, Daten zu messen und zu monitoren (zum Beispiel gefahrene Kilometer und Fortbewegungsgeschwindigkeit). Auf Basis solcher Daten können dann Rückschlüsse für Emissionsberechnungen gezogen werden. Über die Blockchain-Technologie können die oftmals sensiblen Daten auch entsprechend verschlüsselt und gesichert werden und mittels smart contracts in die Datenbank für die nationale Treibhausgasbilanz einfließen. Zudem ist es möglich, die Emissionsberechnungen mit vereinfachten Methoden zu standardisieren und ebenfalls über smart contracts auszuführen. Auch die Verifizierung der Emissionen durch Dritte kann mit der Blockchain-Technologie zumindest teilweise automatisiert werden. Mit KI-Anwendungen können die Daten von Ländern miteinander verglichen werden, um etwa Unregelmäßigkeiten festzustellen.

Bessere Kooperationen

Im Pariser Klimaabkommen wurde die Möglichkeit geschaffen, dass Länder durch den Handel von Emissionszertifikaten besser miteinander kooperieren können, um ihre nationalen Ziele zu erreichen. Um am CO2-Handel teilnehmen zu können, brauchen die Staaten ein nationales Emissionshandelsregister, das die Transaktionen mit anderen Registern aufzeichnet und an die zentrale Handelsplattform der Vereinten Nationen übermittelt, wo sie überprüft werden. Derzeit haben die Länder alle eigene Register, die über ein zentralisiertes System mit der Handelsplattform der Vereinten Nationen verbunden sind. Dabei müssen die Register komplizierten Akkreditierungsverfahren unterzogen werden. Solche aufwändigen Verfahren können mit Hilfe der Blockchain-Technologie vereinfacht werden. Zudem ist es möglich, auch Kleinbetriebe in den Emissionshandel einzubinden.

Individuelle Anreize für Klimaschutz

Digitale Technologien bieten ein breites Feld an Anwendungsmöglichkeiten, um Emissionen zu reduzieren. Dies umfasst auch Anreizsysteme. Mittels digitaler Tokens ist es möglich, Individuen dafür zu belohnen, sich klimafreundlich zu verhalten (zum Beispiel Zug statt Flug). Abhängig vom Ergebnis kann die Person auf ihrem „Klimakonto“ Gutschriften erhalten. Sogenannte „result-based payments“ werden im Klimaschutz für Carbon-offsetting-Programme angewendet, bei dem zum Beispiel Landwirte und Landwirtinnen sowie LandbesitzerInnen für eine nachhaltige und klimafreundliche Bewirtschaftung belohnt werden. Digitale Tools erleichtern die Umsetzung dieser derzeit noch sehr aufwändigen Maßnahmen.

Neue Technologien und digitale Instrumente ermöglichen in vielen Bereichen, wichtige klimapolitische Ziele richtig umzusetzen.

 

Links

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