Schwefeldioxid
Schwefeldioxid (SO2) entsteht hauptsächlich bei der Verbrennung von Kohle und Heizöl (schwer). Zu den Hauptemissionsquellen zählen Feuerungsanlagen im Bereich der Energiewirtschaft, der Industrie und des Kleinverbrauchs.
In hohen Konzentrationen schädigt Schwefeldioxid Mensch, Tiere und Pflanzen. Die Oxidationsprodukte führen zu "Saurem Regen", der empfindliche Ökosysteme wie Wald und Seen (Skandinavien) gefährdet und Gebäude und Materialien angreift. Partikelförmige Sulfate tragen zur großräumigen Belastung durch Feinstaub (PM10) bei.
Emissionstrend 1990-2024
Im Jahr 2024 wurden in Österreich ca. 109.900 Tonnen Stickstoffoxide emittiert und damit um 48,6% weniger als 1990. Seit 2005 konnte eine Emissionsreduktion um 56,0% erzielt werden. Gegenüber dem Vorjahr 2023 sanken die Emissionen um 4,2%. Hauptverantwortlich hierfür war der Emissionsrückgang im Straßenverkehr, wobei die wesentliche Ursache für die Abnahme im geringeren Dieselabsatz bei Pkw in Kombination mit Effekten der Flottenerneuerung lag. Die NOx-Emissionen der mobilen Maschinen (v.a. Baumaschinen) in der Industrie, der mobilen Quellen der Landwirtschaft, der Zementindustrie sowie der Eisen- und Stahlindustrie waren ebenfalls rückgängig. Die Verbrennungsemissionen aus den Haushalten sanken durch den geringeren Einsatz von Biomasse, Öl und Gas infolge der zunehmenden Umstellung auf klimafreundliche Heizungssysteme, der milderen Witterung sowie der anhaltend hohen Energiepreise gegenüber dem Vorjahr.
Reduktionsziel
Seit dem Jahr 2020 gelten neue Emissionsreduktionsverpflichtungen für den Zeitraum von 2020 bis 2029 und ab 2030, die in der EU-Richtlinie über die Reduktion der nationalen Emissionen bestimmter Luftschadstoffe bzw. dem Emissionsgesetz-Luft 2018 geregelt sind. Im Gegensatz zu den bis zum Berichtsjahr 2021 geltenden absoluten Emissionshöchstmengen für die Jahre 2010 bis 2019 sind die NEC-Ziele ab 2020 als Relativwerte festgelegt. Basisjahr für die Berechnungen der Emissionsreduktionsverpflichtungen ist das Jahr 2005.
Für SO2 werden die Emissionsreduktionsverpflichtungen von -26% gegenüber 2005 für das Jahr 2024 eingehalten.
Anmerkung
Während für den Zielevergleich der Jahre 2010 bis 2019 die Emissionsmengen ohne Kraftstoffexport galten, werden für den Zielezeitraum ab 2020 die Gesamtemissionen Österreichs inklusive Kraftstoffexport (berechnet auf Basis der verkauften Treibstoffmenge) herangezogen.
Nähere Informationen sind im Bericht "Austria´s Annual Air Emission Inventory" zu finden.
Belastungssituation durch Schwefeldioxid
Überschreitungen des Grenzwertes traten bei Schwefeldioxid in den letzten Jahren nur noch vereinzelt auf. Betroffen war zumeist der Nahbereich von einzelnen Industriebetrieben und grenznahe Gebiete durch grenzüberschreitenden Schadstofftransport aus Slowenien und der Slowakei.
Die SO2-Belastung zeigt in den letzten 15 Jahren einen deutlich rückläufigen Trend. Mit der Sanierung des slowenischen Kohlekraftwerkes Sostanj ging im grenznahen Gebiet im Süden Österreichs die SO2-Belastung ebenfalls deutlich zurück.