Erneuerbare Energie

Als erneuerbare Energieträger werden Energieformen bezeichnet, die sich im Gegensatz zu fossilen Energieträgern (Kohle, Erdöl, Erdgas) verhältnismäßig schnell erneuern oder praktisch unerschöpflich zur Verfügung stehen.

Spiegelung der Sonne und eines Windrads in einem Solarpanel

Dazu gehören:

  • Sonnenenergie (Photovoltaik, Solarthermie)
  • Wasserkraft
  • Windkraft
  • Geothermie und Umgebungswärme
  • Bioenergie (feste Biomasse wie Holz, Biogas und flüssige Biomasse wie Biodiesel sowie der biogene Anteil von Abfällen)
  • Meeresenergie

Für Österreich wird im Nationalen Energie- und Klimaplan (BMK, 2024a) für das Jahr 2030 ein Zielkorridor von 57–60 % Anteil erneuerbarer Energieträger am Bruttoendenergieverbrauch (Energieverbrauch der Endverbraucher:innen inklusive Netzverluste und Eigenverbrauch der Kraftwerke) festgelegt. Der Anteil erneuerbarer Energieträger am Bruttoendenergieverbrauch stieg im Jahr 2024 auf einen neuen Höchstwert von 43,0 % (Statistik Austria, 2025).

In der überarbeiteten Erneuerbare-Energie-Richtlinie (RED III) (RL 2023/2413/EU) ist ein Ziel von 42,5 % an erneuerbaren Energieträgern am Bruttoendenergieverbrauch74 (mit dem Bestreben 45 % zu erreichen) verankert.

Verbrauch & Effizienz

Erneuerbare Energieträger liefern:

  • erneuerbaren Strom (für Elektrogeräte, industrielle Prozesse, Elektromobilität, IT/EDV, Beleuchtung),
  • erneuerbare Wärme (Gebäude, industrielle Prozesse),
  • erneuerbares Gas (alle Anwendungen wie fossiles Gas)
  • und erneuerbare Antriebsformen (Biodiesel, Bioethanol usw.).
Foto Solarpanele
Foto Windräder

Strom aus erneuerbaren Quellen

Wasser- und Windkraft sind wichtigste erneuerbare Energieträger

Strom wird aus unterschiedlichen Quellen aufgebracht, um die Nachfrage in den verschiedenen Sektoren zu decken sowie Transportverluste auszugleichen. Die wichtigste Stromversorgungsquelle in Österreich ist die Wasserkraft, die etwas mehr als die Hälfte zur Aufbringung (inkl. Importe) beiträgt.

Aktuelle Informationen zu Erneuerbaren Strom finden sie auf der E-Control-Website.

Wasserstoff aus erneuerbarem Strom

Das EAG sieht Investitionszuschüsse für die Wasserstoffherstellung aus erneuerbarem Strom in Anlagen über 1 MW vor sowie eine Ausnahme oder Ermäßigung von der Erneuerbaren-Förderpauschale, sofern der Wasserstoff nicht ins Gasnetz eingespeist wird. Wasserstoffelektrolyseanlagen werden auch von der EU als IPCEI (Important Projects of Common European Interest) gefördert. Für die Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbarem Strom bestehen derzeit vier Demonstrationsanlagen.

Foto Himmel mit Sonne

Biogas

Das Gesamtaufkommen an Biogas beträgt derzeit 7,6 PJ. Biogas wird derzeit zum Großteil mit einem Wirkungsgrad von 28% verstromt. Ins Erdgasnetz eingespeist werden nur 0,5 PJ (Quelle: Statistik Austria).

Erneuerbare Antriebsformen

Biodiesel, Pflanzenöle und Bioethanol werden schon in Fahrzeugen eingesetzt. Der Anteil dieser Energieträger am Endverbrauch des Verkehrs liegt im Jahr 2020 bei rund 5%. Künftig könnten auch Biogas und Wasserstoff genutzt werden.

Elektromobilität kann in verschiedenen Formen konventionelle Antriebe ersetzen.

Fahrzeugtechnologien

Zusätzliche Stromspeicherkapazitäten notwendig

Erneuerbarer Strom ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um Klimaneutralität zu erreichen und wird in großen Mengen benötigt werden. Strom aus erneuerbaren Quellen, wie Wasserkraft, Windkraft und Solarenergie, steht nicht immer in der gleichen Intensität zur Verfügung. Aufgrund dieser Volatilität ist es notwendig, zusätzliche umweltverträgliche Stromspeicherkapazitäten zu entwickeln. Zur Stabilität der Übertragungsnetze müssen vermehrt nachfrageseitige Maßnahmen (Demand Side Management) beitragen.

Wenn die europäischen Strommärkte stärker vernetzt werden und der Stromsektor mit anderen Sektoren – wie Verkehr oder Industrie – über die Einbindung von elektrisch betriebenen Kraftfahrzeugen oder über die Erzeugung von Wasserstoff aus Strom gekoppelt wird, kann die Versorgungssicherheit deutlich erhöht und die Transformation unterstützt werden.