Energieverbrauch und Energieeffizienz

Energieverbrauch senken

Die Voraussetzung für eine klimaneutrale Zukunft ist es, den Energieverbrauch nachhaltig zu reduzieren und bis 2050 um die Hälfte zu senken.

Für das Jahr 2030 legt das Bundes-Energieeffizienzgesetz (BGBl. I Nr. 29/2024) ein Ziel von 920 Petajoule (PJ) im Energetischen Endverbrauch in einem Regeljahr fest. Mit der Anwendung der Formel in der RED III errechnet sich ein Endverbrauch von 894 PJ. Die Energieeffizienzrichtlinie (RL 2023/1791) sieht für die EU ein Ziel von 31.945 PJ für den Energetischen Endverbrauch oder 41.554 PJ für den

Primärenergieverbrauch vor. Um das gemeinsame Ziel zu erreichen, hat die Europäische Kommission Österreich im März 2024 den aktualisierten Zielwert für das Jahr 2030 von 904 PJ übermittelt (BMK, 2024a).

Blauer Himmel mit Sonnenstrahlen

Der Bruttoinlandsverbrauch in Österreich schwankt seit 2004 in einem Bereich um 1.400 Petajoule (PJ). Im Jahr 2021 lag der Verbrauch bei 1.433 PJ. Bis zum Jahr 2023 sank der Verbrauch deutlich auf 1.317 PJ75. Der Anteil erneuerbarer Energieträger am Bruttoendenergieverbrauch stieg im Jahr 2023 auf einen neuen Höchstwert von 40,8 % (Statistik Austria, 2024c).

Grafik Energieverbrauche in Österreich: zeitliche Entwicklung und nach Energieträgern
Bruttoinlandsverbrauch zeitliche Entwicklung und nach Energieträgern

Der Energetische Endverbrauch war mit 1.141 PJ im Jahr 2017 bisher am höchsten und lag 2021 bei 1.124 PJ. In den beiden letzten Jahren sank er auf 1.072 PJ (2022) und 1.029 PJ75 (2023).
Wichtigste Sektoren für den Zuwachs des Energetischen Endverbrauchs seit 1990 sind die Sektoren Verkehr Industrie.
Der Energiebedarf des Sektors Verkehr nimmt seit 1990 zu und hat 2019 einen Höchstwert erreicht. Dagegen stagniert der Bedarf der Industrie seit 2010 auf hohem Niveau, nur im Jahr 2023 kam es aufgrund einer rückläufigen Konjunktur zu einer Reduktion des Energieverbrauchs um 23 PJ gegenüber 2022.
 

Energieeffizienz steigern

Ein wichtiger Baustein, um den Energieverbrauch zu senken, ist die Steigerung der Energieeffizienz. Das bedeutet eine Reduktion der Energiemenge, die benötigt wird, um eine Produkteinheit herzustellen oder eine Leistung (Transport, Raumwärme, Dienstleistung, usw.) zu ermöglichen.

Um dieses Ziel zu erreichen, sind zwei sektorübergreifende Zielwerte für das Jahr 2030 festgelegt: Einerseits sollten bis 2030 Maßnahmen umgesetzt werden, die in den Jahren 2021 bis 2030 insgesamt 717 PJ Endenergie einsparen (NEKP 2024). 

Die Kontrolle dieses Ziels obliegt der E-Control Energieeffizienzmonitoring

Andererseits wurde der Endenergieverbrauch für das Jahr 2030 mit 920 PJ festgelegt und von der EU Kommission mit 904 PJ vorgegeben. Mit der Anwendung der Formel in der RED III errechnet sich ein Endverbrauch von 894 PJ. Der Endenergieverbrauch im Jahr 2024 lag bei 1.056 PJ. Es müssen daher bis zum Jahr 2030 noch viele Maßnahmen zur Verringerung des jährlichen Energieverbrauchs um 152 PJ in den Sektoren Verkehr, Industrie und Gebäude gesetzt werden.

Zur Steigerung der Energieeffizienz tragen zum Beispiel folgende Entwicklungen, Maßnahmen und Trends bei:

  • Elektromobilität im Personen- und Güterverkehr
  • Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene
  • Online-Meetings anstelle von Business-Trips
  • Raumordnungskonzepte für kürzere Wege
  • Umfassende thermische Sanierung von Gebäuden
  • Neubau von Gebäuden im Passivhausstandard
  • Effiziente Kühl- und Beleuchtungskonzepte
  • Recycling statt Produktion aus Rohstoffen (Glas, Metalle …)
  • Längere Lebensdauern von Gütern und Infrastrukturen
  • Einsatz effizienter Elektrogeräte und Technologien in allen Sektoren
  • Verbesserung von industriellen Verfahren
  • Neue industrielle Herstellungsverfahren (z.B. Elektrifizierung)
  • Ausbau erneuerbarer Energieträger