Rote Listen gefährdeter Pflanzen, Moose, Algen

Pflanzen
In Österreich sind etwa 3.460 Farn- und Blütenpflanzen fester Bestandteil der Flora. Viele Farn- und Blütenpflanzen sind heute in der heimischen Natur selten geworden. 1.274 Arten stehen auf der Roten Liste: 66 Arten sind österreichweit ausgestorben bzw. verschollen, 235 Arten sind vom Aussterben bedroht, dazu kommen weitere 973 Arten, die in geringerem oder selten auch unbekanntem Ausmaß gefährdet sind. Biotopzerstörung und -veränderung sind als Ursachen der Schädigung und Vernichtung von Pflanzenvorkommen von überragender Bedeutung.2022 wurde die dritte, völlig neu bearbeitete Auflage der "Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen Österreichs" veröffentlicht. Die aktualisierte Auflage der Roten Liste enthält nicht nur die gefährdeten Pflanzen der heimischen Flora, sie ist darüber hinaus auch ein Katalog aller heimischen und eingebürgerten Arten und Unterarten.
In Österreich sind etwa 3.460 Farn- und Blütenpflanzen fester Bestandteil der Flora, 368 davon sind eingebürgerte Neophyten.
Zu diesen 3.460 Arten kommen noch weit über 1.000 nicht heimische, nur vorübergehend auftretende Arten, die durch den globalen Verkehr und Warenaustausch oder durch Verwilderung aus Anpflanzung nach Österreich gelangten, sie sind nicht Gegenstand des Artenkatalogs.
Die aktualisierte Liste zeigt auf, dass der Artenrückgang bei den Farn- und Blütenpflanzen unvermindert fortschreitet. 1.274 Farn- und Blütenpflanzen stehen auf der neuen "Roten Liste" Österreichs. 66 Arten sind heute österreichweit ausgestorben bzw. verschollen, 235 Arten sind vom Aussterben bedroht, dazu kommen weitere 973 Arten, die in geringerem oder selten auch unbekanntem Ausmaß gefährdet sind.

Moose (Laub- und Lebermoose)
Österreich ist eines der moosartenreichsten Länder Europas. Mit 1.105 nachgewiesenen Arten liegt das Land im europäischen Spitzenfeld und beherbergt rund 58 % der europäischen Moosflora. Moose besiedeln nahezu alle Lebensräume, sowohl naturnahe als auch vom Menschen geprägte. Ihr Vorkommen reicht von den Tieflagen des Seewinkels (114 m Seehöhe) bis in die höchsten Bereiche der Hohen Tauern (3.798 m). Ihre ökologische Bedeutung sowie die Gefährdung vieler Arten rücken zunehmend in den Fokus des Naturschutzes. Eine bundesweite Einstufung nach IUCN-Kriterien hat bislang allerdings noch nicht stattgefunden. Die dreibändige “Moosflora von Österreich” (2025) stellt eine umfangreiche Erfassung und das erste umfassende Bestimmungswerk der Moose des Landes dar.
Links
Moosflora von Österreich. Teile 1 - 3 (Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten)
Armleuchteralgen
Im Zuge des Projektes „Characeen Österreichs‟ wurden von 2005 bis 2025 7.577 Funddaten von Armleuchteralgen (Characeae) dokumentiert. Erstmals gibt es nun eine Monografie der Characeen Österreichs mit Checkliste, Verbreitungskarten der Arten und Roter Liste. Insgesamt konnten 35 Arten nachgewiesen werden. Nachweise und Gefährdungsgrade der einzelnen Arten werden detailliert für die einzelnen Bundesländer und Naturräume angegeben.
Rote-Liste-Publikationen (Links)
Pressemeldung Universität Wien (18.11.2022)
1.274 Farn- und Blütenpflanzen stehen auf der neuen "Roten Liste" Österreichs (univie.ac.at)