Knall um Mitternacht – Umweltfolgen von Silvesterfeuerwerken

Wien, 22. Dezember 2025

Zum Jahreswechsel 2024/2025 zeigte sich erneut, dass Silvesterfeuerwerke erhebliche Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit haben. Während die Feinstaubbelastung (PM10) in Teilen Österreichs vergleichsweise niedrig ausfiel, kam es regional zu sehr hohen Belastungen. Zusätzlich verursachen Feuerwerke extreme Lärmspitzen sowie beträchtliche Abfall- und Ressourcenbelastungen. 

Reste von Feuerwerkskörpern liegen auf der Strasse

Luftqualität: Starke regionale Unterschiede 

Die durch Feuerwerke verursachte PM10-Belastung fiel zum Jahreswechsel 2024/25 regional sehr unterschiedlich aus. Im nördlichen außeralpinen Raum Österreichs, von Salzburg bis ins Nordburgenland, blieben die Feinstaubkonzentrationen im Vergleich zu den Vorjahren relativ niedrig. Günstige Ausbreitungsbedingungen, etwa durch Wind und eine neutrale Temperaturschichtung, verhinderten dort eine stärkere Anreicherung der Schadstoffe. 

In Teilen Kärntens, der Steiermark sowie in Nordtirol hingegen führten ungünstige Wetterlagen mit Bodeninversionen und geringem Luftaustausch zu hohen bis sehr hohen PM10-Belastungen. Am 1. Jänner 2025 wurde an 39 von 131 Messtellen der gesetzliche Tagesmittelgrenzwert von 50 µg/m³ überschritten, überwiegend in der Steiermark und Kärnten. Der höchste Tagesmittelwert wurde mit 126 µg/m³ in Hall in Tirol gemessen. Besonders hohe Kurzzeitbelastungen traten in den Stunden nach Mitternacht auf, als sich die Emissionen in Bodennähe anreicherten. 

Lärm: Knallgeräusche mit Folgen 

Silvesterfeuerwerke verursachen kurzzeitig sehr hohe Lärmspitzen. Diese impulsartigen Schallereignisse werden nicht nur von vielen Menschen als sehr belastend empfunden, sondern können auch bleibende Hörschäden verursachen. Bereits ein einzelner Knall in geringer Nähe kann lebenslange Folgen haben. Bei illegalen Feuerwerkskörpern ist die Lautstärke erst gar nicht kalkulierbar. 

Um Hörschäden zu vermeiden, sollte man sich von gezündeten Feuerwerkskörpern möglichst fernhalten und einen passenden Gehörschutz, z.B. Ohrstöpsel, tragen. 

Besonders für sensible Bevölkerungsgruppen wie Kinder, ältere Menschen und Erkrankte stellt Lärm eine erhebliche Belastung dar. Er betrifft aber nicht nur Menschen, sondern auch Haus- und Wildtiere, die durch die plötzlichen Explosionen in Panik geraten können.

Abfall und Ressourcen: Was nach dem Knall bleibt

Während Lärm und Feinstaub rasch wieder abklingen, bleiben die Abfall- und Ressourcenfolgen von Silvesterfeuerwerk oft deutlich länger bestehen. Nicht ordnungsgemäß entsorgte Rückstände wie Kartonhülsen, Kunststoffteile, Zündschnüre und Verpackungsmaterial verbleiben häufig im öffentlichen Raum, in Grünflächen oder Gewässern oder auch in privaten Gärten. Die Rückstände müssen größtenteils als gelitterter Abfall händisch eingesammelt werden oder verbleiben in der Umwelt.

Viele Feuerwerksbestandteile bestehen ganz oder teilweise aus Kunststoffen und Metallen, die sich in Böden und Gewässern ablagern können und nur langsam abgebaut werden. Zusätzlich gehen mit der Herstellung und dem einmaligen Gebrauch von Feuerwerkskörpern ein erheblicher Ressourceneinsatz einher.

Die Belastungen wirken über den Jahreswechsel hinaus und können sich auf Böden, Gewässer, Tiere und deren Lebensräume auswirken. Gleichzeitig zeigen Alternativen wie Laser- oder Lichtshows oder andere nicht-pyrotechnische Inszenierungen, dass ein stimmungsvoller Jahreswechsel auch ohne die Umweltfolgen von Feuerwerkskörpern möglich ist. 

 

Weiterführende Informationen: 

Überschreitungsstatistik
Aktuelle Luftgütemesswerte
Lärminfo.at
Rechtliche Rahmenbedingungen für die Verwendung von Silvesterknallern und Feuerwerkskörpern