PFAS in Feuerlöschschäumen

Die Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) findet unter anderem in Feuerlöschschäumen eine breite Anwendung. Mittlerweile ist bekannt, dass der Einsatz von PFAS-haltigen Löschschäumen zu weitreichenden Umweltkontaminationen führen kann. Die Freisetzung von PFAS ist daher zu vermeiden. 

Foto Alte Feuerlöscher

Hintergrund

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine umfangreiche Gruppe vom Menschen erzeugter Chemikalien, die in der Industrie und im Alltag vielseitig eingesetzt werden. In Feuerlöschschäumen werden bestimmte PFAS sowie auch Gemische von PFAS eingesetzt, da sie auf festem und flüssigem Brandmaterial einen dünnen Film bilden, welcher der Flamme die Sauerstoffzufuhr entzieht. Der Einsatz von PFAS-haltigen Feuerlöschschäumen kann jedoch zur Kontamination von Luft, Boden, Grund- und Trinkwasser mit diesen Chemikalien führen. In manchen Regionen Österreichs wurden dadurch sogar gesundheitsbezogene Richtwerte im Grund- und Trinkwasser überschritten. PFAS sind sehr langlebig, und bei den nachgewiesenen Konzentrationen können umwelt- und gesundheitsschädliche Auswirkungen nicht ausgeschlossen werden. Die Freisetzung von PFAS ist daher zu vermeiden. 

Den bereits im Umlauf befindlichen Feuerlöschern oder Löschschäumen, die PFAS enthalten oder enthalten könnten ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Es gilt weitere Einträge dieser Stoffe in die Umwelt zu vermeiden

Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zeigten, dass in Österreich weiterhin PFAS-haltige Feuerlöschschäume im Umlauf sind. PFAS-haltige Schaumfeuerlöscher sind als gefährlicher Abfall eingestuft und daher als solcher bzw. als (potenzieller) POP-Abfall mit Begleitschein an hierzu befugte Abfallsammler:innen bzw. –behandler:innen zu übergeben. Auf dem Feuerlöscher selbst ist meistens nicht direkt ersichtlich, ob dieser PFAS enthält. 

PFAS-haltige Schaumfeuerlöscher 

Beispiele für PFAS-haltige Feuerlöschschäume
BSX233 (oder SP-118/10)
Forafac® 1203 (oder PL-7/03)
BAVAL S 20 EXTRA (SP 84/12)
Sthamex/A3F 1% F-15 (oder AFFF SC1, SP 13/05)
AFFF Aer-O-Water®C6 3EM 3 % AFFF 3% (oder PL-3/98)
AFFF SC6 (KB 133/13)
Glorilight (oder AFFF-XHP, PL-12/02)
Glorilight Plus
Neufoam eco AP
JoMiX B; JoMix BS
TOTALON Ultra
Furex Forte F (SP-159/12)
MG 3-60
ECOCARE Basic; ECO SAFE 160; ECOCARE 1095
 

Alternativen für PFAS in Feuerlöschschäumen

Beispiele für PFAS-frei Feuerlöschschäume
Quelle: Wood Environment & Infrastructure Solutions UK Limited, 2020

ProduktHersteller/Inverkehrbringer
ECOPOLBio-ex
BIO FOAMBio-ex
Sthamex F-15Dr. Sthamer
Moussol® FXS FF 3/6 F-5Dr. Sthamer
Sthamex F-6Dr. Sthamer
SchaumgeistDr. Sthamer
Sthamex F-6Dr. Sthamer
Sthamex-class ADr. Sthamer
Freedol SF3F
Freedol3F
Respondol ATF 3-3Angus fire
Respondol ATF 3-6Angus fire
High Combat AAngus Fire
Jetfoam 1%Angus fire
Unipol FF 3/6Auxquimia
RFC-105Auxquimia
Class A PlusChemguard
ExtremeChemguard
Enviro 3x3 ultraFomtec
Enviro 3x6 PlusFomtec
KV-Lite PFKVFires
KV-Lite HEFKVFires
EcopolLeader/ BioEx
Ecopol 6Leader/ BioEx
Responder Class ANationalFoam
KnockdownNationalFoam
High ExpanderNationalFoam
Bluefoam 3x3Orchidee
Bluefoam 1x3Orchidee
Orchidex ME 1% F-ECOOrchidee
Orchidex ME 3% HPOrchidee
Orchidee XF 3000Orchidee
Re-Healing Foam RF-H+Solberg
Re-Healing Foam RF1-S 1%Solberg
Re-Healing Foam RF3x3 FP ATCSolberg
Silvara ZFKvsFocum
Silvara APC 3x3%vsFocum
Silvara 1vsFocum
 

Zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für Fluor-haltige Feuerlöschschäume finden Sie eine tabellarische Übersicht zu Stoffen, Stoffgruppen und deren Grenzwerten auf der Website des österreichischen REACH-Helpdesk.

Bestände von Feuerlöschschäumen, welche die dort angeführten PFAS enthalten oder enthalten könnten, sind im Einklang mit Artikel 5 der POP-VO zu entsorgen (z. B. Sondermüllverbrennung bei der Abfallbeseitigung).