FAQ zur Methodik

Was ist der Mensch-Umwelt-Monitor?
Der Mensch-Umwelt-Monitor des Umweltbundesamt ist eine umfassende und repräsentative Bevölkerungsumfrage. Er untersucht, wie Menschen in Österreich Umwelt- und Klimathemen wahrnehmen, welche Einstellungen und Werte sie vertreten und wie sich ihr Alltagshandeln in zentralen umweltrelevanten Bereichen gestaltet.
Die Erhebung 2025 bildet den Auftakt eines langfristigen Monitorings. Ziel ist es, gesellschaftliche Entwicklungen und Trends sichtbar zu machen und die soziale Dimension der sozial-ökologischen Transformation in Österreich systematisch und nachvollziehbar zu begleiten.
Welche Zielsetzung verfolgt die Studie?
Im Zentrum steht die Frage, wie Umweltveränderungen, gesellschaftliche Debatten oder politische Maßnahmen die Menschen in ihrem Alltag erreichen – und wie sie mit Einstellungen, Bedürfnissen und Verhalten zusammenwirken.
Der Monitor soll damit sozial-ökologischen Wandel messbar machen. Mit jeder weiteren Erhebung wächst zudem ein qualitativ hochwertiger Datenbestand, der belastbare Trendanalysen ermöglicht und langfristige gesellschaftliche Entwicklungen dokumentiert.
Wie ist die Erhebung methodisch angelegt?
Der Mensch-Umwelt-Monitor ist als standardisierte quantitative Befragung konzipiert. Das Studiendesign verbindet etablierte Konzepte der sozialwissenschaftlichen Forschung mit innovativen Fragemodulen.
Damit wird einerseits Anschlussfähigkeit an bestehende Studien gewährleistet, andererseits werden bislang weniger repräsentierte Themenfelder systematisch in den Blick genommen. Das Erhebungsdesign ermöglicht eine hohe Generalisierbarkeit der Ergebnisse auf die in Österreich lebende Wohnbevölkerung.
Wer wurde befragt und wie groß ist die Stichprobe?
Die Zielpopulation umfasst die Wohnbevölkerung in Österreich ab 16 Jahren.
Die Erhebung basiert auf einer Personenstichprobe mit 2.022 gültigen Interviews. 184 Fälle wurden hingegen vor der Aufnahme in das Nettosample aufgrund definierter Qualitätskriterien ausgeschlossen (u. a. hoher Anteil fehlender Werte, sehr kurze Bearbeitungszeit oder ein auffällig undifferenziertes Antwortverhalten über mehrere Itembatterien). Die Befragung wurde im Zeitraum vom 17. April bis 21. Mai 2025 durchgeführt, ergänzt durch eine kurze Nacherhebung Ende Juni/Anfang Juli 2025.
Welches Erhebungsdesign wurde gewählt?
Die Befragung wurde mittels Kombination aus 70 % Online-Interviews (CAWI) und 30 % Telefoninterviews (CATI) durchgeführt. Für die Rekrutierung der Teilnehmer:innen kamen dabei im Rahmen der Online-Befragung zwei Access‑Panels zum Einsatz. Die Telefonnummern für die Telefoninterviews wurden mittels Random‑Last‑Digits-Verfahren zufällig generiert.
Durch die Kombination beider Erhebungsmodi werden systematische Verzerrungen reduziert: Beispielsweise werden mittels Telefoninterviews Personen besser erreicht, die das Internet wenig nutzen, und sie ermöglichen direkte Rückfragen. Online-Fragebögen bieten den Teilnehmenden hingegen mehr zeitliche Flexibilität und reduzieren Ermüdungseffekte bei längeren Befragungen.
Welche Themen deckt der Fragebogen ab?
Der Fragebogen umfasst unter anderem die Themen:
- Selbstbild, allgemeine Werthaltungen und lebensstilbezogene Fragen
- Wahrgenommene Herausforderungen für Österreich im Allgemeinen und spezifisch im Umweltbereich
- Einstellungen zu Klima, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und Zero Pollution
- Umweltbewusstsein und Naturverbundenheit
- Wahrnehmung des Klimawandels und beteiligter Akteur:innen
- Engagement für den Klimaschutz
- Einstellungen zu umweltpolitischen Maßnahmen
- Verhaltensintentionen und selbstberichtetes Verhalten (z. B. Pkw-Nutzung, Flugreisen oder Ernährung)
- Soziodemografische Merkmale
Die Bearbeitungszeit betrug rund 30 Minuten.
Wie wurde die Qualität des Fragebogens gesichert?
Die Entwicklung des Fragebogens erfolgte unter Einbezug von Fach- und Methodikexpert:innen aus Sozial- und Naturwissenschaften sowie aus Praxis und Verwaltung.
Zur Sicherung der Messqualität wurden soweit als möglich etablierte Messinstrumente aus wissenschaftlichen und praxisnahen Studien herangezogen. Zudem orientieren sich die Items an bewährten Fragen aus nationalen und internationalen Bevölkerungsumfragen, um zusätzliche Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
Vor dem Feldeinsatz wurde der Fragebogen in einem mehrstufigen Verfahren geprüft und optimiert.
Wie wurden die Daten aufbereitet und gewichtet?
Nach Abschluss der Feldphase wurden die Daten bereinigt, kodiert und aufbereitet.
Jeder Fall erhielt zudem einen Gewichtungsfaktor: Zum Einsatz kamen dabei Poststratifizierungsgewichte auf Basis bekannter soziodemografischer Randverteilungen der Statistik Austria (Alter, Geschlecht, Bildung – Matura ja/nein –, Haushaltsgröße und Urbanität). Potenzielle Stichprobenfehler sollen so minimiert und die Proportionalität zwischen Stichprobe und Grundgesamtheit bestmöglich angenähert werden.
Welche Limitationen sind zu berücksichtigen?
Wie alle sozialwissenschaftlichen Befragungen unterliegt auch der Mensch-Umwelt-Monitor einer Reihe von Limitationen. Unterschiede in Erreichbarkeit, Motivation oder Sprachkompetenz können beispielsweise die Teilnahmebereitschaft beeinflussen. Aufgrund der ausschließlich deutschen Umfragesprache ist im Rahmen der vorliegenden Erhebung insbesondere von einer Untererfassung von Personen mit geringen Deutschkenntnissen auszugehen.
Grundsätzlich gilt dabei: Befragungsdaten stellen stets Annäherungen an ein hypothetisches vollständiges Bevölkerungsbild dar. Die gewählte Kombination aus verschiedenen Erhebungsmethoden oder Gewichtungsverfahren können solche Verzerrungen reduzieren, aber nie vollständig aufheben.
Der Abgleich der gewichteten Stichprobe mit Referenzdaten der Statistik Austria zeigt etwa Verzerrungen beim Merkmal Geburtsland, bei bestimmten Bildungsgruppen sowie beim Erwerbsstatus. Auch Einkommensgruppen sind unterschiedlich stark vertreten. Die exakten Abweichungen werden im Basisbericht ausgewiesen.
Welche Rolle spielen soziale Milieus im Monitor?
Ein spezifisches Instrument des Mensch-Umwelt-Monitors ist die Segmentierung der Bevölkerung in soziale Milieus. Personen mit ähnlichen Einstellungen, Lebenslagen und Verhaltensmustern werden zu unterscheidbaren Gruppen zusammengefasst.
Diese Milieuvergleiche ermöglichen differenzierte Analysen, wie verschiedene Teile der Bevölkerung sozial-ökologischen Wandel wahrnehmen, erleben oder mitgestalten. Perspektivisch sollen sie dazu beitragen, Maßnahmen und Kommunikationsstrategien zielgruppenspezifischer auszurichten und kontextspezifische Analysen ermöglichen – also die vielen unterschiedlichen Lebensrealitäten der Bevölkerung abbilden.
Wie geht es weiter?
Der vorliegende Basisbericht beschreibt Methodik, Studiendesign und erste Ergebnisse der Erhebung 2025. Im Laufe des Jahres 2026 folgen themenspezifische Kurzberichte, die vertiefende Einblicke für die Öffentlichkeit, sowie für Politik, Verwaltung und Praxis liefern.
Mit jeder weiteren Erhebungswelle wird der Datenbestand erweitert – und damit die Möglichkeit, Kontinuität und Wandel von Einstellungen, Werten und Verhaltensmustern in Österreich systematisch über die Zeit zu analysieren. Die Daten werden auch für weitere Forschungen zur Verfügung gestellt.