Rückblick: Sektorale Entwicklung

Im Jahr 2024 wurden in Österreich rd. 66,6 Mio. Tonnen Treibhausgase (THG) emittiert. Gegenüber 2023 bedeutet das einen Rückgang von 3 % bzw. 2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. 

Grafik zu den sektoralen Anteilen der Treibhausgas-Emissionen und deren Entwicklung von 1990 bis 2024. Treibhausgas-Emissionen gesamt: 66,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent  Entwicklung von 2023 auf 2024: Rückgang um 2,0 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (-3,0 %); Emissionshandelsbereich: Rückgang um 0,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (-2,0 %); Treibhausgas-Emissionen nach KSG: Rückgang um 1,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (-3,5 %) / Sektorale Entwicklungen von 2023 auf 2024 Energie und Industrie: Rückgang Einsatz fossiler Energieträger (insb. Erdgas)  rd. -0,2 Mio. Tonnen (-3,1%) Verkehr: - 4,0 % Diesel, + 1,7 % Benzin, Rückgang Fahrleistung im Straßengüterverkehr, Zunahme elektrisch gefahrene Pkw-Fahrleistung  rd. - 0,5 Mio. Tonnen (- 2,7 %) Gebäude: -3,6 % Erdgas, -16,7 % Heizöl, -4,1 % Heizgradtage  rd. -0,6 Mio. Tonnen (-8,6 %) Landwirtschaft: Rückgang Rinderbestand (-0,8 %) und verringerter Einsatz fossiler Energieträger (mobile und stationäre Quellen); Anstieg Mineraldüngereinsatz (+ 6,1 %; 2-Jahres MW) rd. -0,1 Mio. Tonnen (-0,6 %); Abfallwirtschaft: Rückgang aus Deponierung und Abfallverbrennung rd. -0,1 Mio. Tonnen: (-4,7 %);  F-Gase: weiterer Rückgang wegen EU F-Gas Verordnung rd. -0,1 Mio. Tonnen (-6,3 %)

Im Emissionshandelsbereich (EH) ist 2024 ein Minus von 0,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (-2%) gegenüber 2023 zu verzeichnen, in den Sektoren nach dem Klimaschutzgesetz (KSG) zeigt sich eine Reduktion von 1,5 Mio. Tonnen (-3,5 %). 

Die sektorale Entwicklung im Detail 

Energie & Industrie: 2,2 % weniger Emissionen

Der Sektor Energie und Industrie ist im Jahr 2024 mit 29 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent der größte Emittent an Treibhausgasen in Österreich. Gegenüber dem vorangegangenen Jahr 2023 sind die Emissionen um 2,2 % (-0,7 Mio. Tonnen) gesunken. 2024 liegen die Emissionen damit um 21 % (-7,7 Mio. Tonnen) unter dem Niveau von 1990.

Emissionshandelsbereich (ETS)

Dem Emissionshandel unterliegen Unternehmen aus der Energiewirtschaft und aus der energieintensiven Industrie. Die Emissionshandelsbetriebe verursachten im Jahr 2024 Treibhausgasemissionen im Ausmaß von 23,9 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (Energie: 5,9 Mio. Tonnen, Industrie: 18 Mio. Tonnen). Das ist um 2 % (-0,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent) weniger als im Jahr 2023.

Die Emissionen der Industriebetriebe sind von 2023 auf 2024 um 2,3 % (-0,4 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent) gesunken, was vor allem auf Produktionsrückgänge in der Stahl-, Zement- und Chemischen Industrie zurückzuführen ist.

Die Emissionen der Energiebetriebe (Strom- und Wärmeproduktion in großen Anlagen sowie Raffinerie und Erdgasverdichter-Stationen) sind um 1,2 % bzw. rund 0,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent gesunken, hauptsächlich auf Grund eines geringeren Heizöleinsatzes in den Fernwärmewerken.

Die inländische Stromerzeugung lag im Jahr 2024 um 11,7 % bzw. um 7,5 TWh über dem Jahr 2023. Dieser Zuwachs resultiert insbesondere aus der gestiegenen Stromerzeugung aus Erneuerbarer Energie (Plus gegenüber 2022: Wasserkraft 5 TWh, Windkraft 1,2 TWh, Photovoltaik 1,3 TWh). Die Stromerzeugung aus Erdgas-Kraftwerken, Biomasse und Abfall war weitgehend unverändert.

Der Inlandsstromverbrauch fiel im Jahr 2024 mit insgesamt 72 TWh um rund 0,9 TWh bzw. 1,3 % höher aus als 2023. Für 2024 sind auch Netto-Exporte von 6,8 TWh zu verzeichnen. 

Nicht-Emissionshandelsbereich (KSG/ESD) 

Die Emissionen der Industrie- und Energiebetriebe, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, sind zwischen 2023 und 2024 um 3,1 % bzw.-0,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent gesunken. Dies setzt sich aus Rückgängen bei den Emissionen aus Erdgas ( -0,19 Mio. Tonnen), aus Industrieabfällen ( -0,01 Mio. Tonnen CO2) und aus mobilen Quellen (z. B. Baumaschinen) -0,03 Mio. Tonnen CO2 zusammen.

Treibhasgas-Emissionen innner-und ausserhalb des Emissionshandels.THG-Emissionen nach Klimaschutzgesetz (ohne EH): 42,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (-3,5%)

Verkehr: 2,7% weniger Emissionen

Der Sektor Verkehr weist im Jahr 202 THG-Emissionen im Ausmaß von ca. 19,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent auf. Im Vergleich zu 2023 sind die Emissionen um 2,7 % (rund 0,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent) gesunken. Hauptgrund für die Abnahme ist der Rückgang des Güterverkehrs aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hauptverursacher der verkehrsbedingten Treibhausgas-Emissionen sind 2024 mit rund 40,6 % dieselbetriebene Personenkraftwagen (Pkw) und schwere Nutzfahrzeuge (25,7 %) verursacht, gefolgt von benzinbetriebenen Pkw (23 %) und leichten Nutzfahrzeugen (8,7 %).

Der Rückgang der Emissionen ist hauptsächlich auf eine Reduktion beim Kraftstoffabsatz zurückzuführen. Im Jahr 2024 wurden um 4 % weniger Diesel abgesetzt, bei Benzin waren es plus 1,7 % (jeweils inkl. Beimengung von Biokomponenten). Da der Dieselverbrauch den Verbrauch von Benzin um das 3,5fache übersteigt, bestimmt der Absatz von Diesel den Trend. 

Die CO2-Emissionen aus dem nationalen Flugverkehr sind 2024 im Vergleich zu 2023 leicht gesunken. Der Anteil an Emissionen des Verkehrssektors liegt jedoch mit 26,5 kt CO2-Äquivalent bei 0,1 %. 

Seit 1990 verzeichnet der Sektor Verkehr eine Emissionszunahme von rund 42 % (rund 5,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent), im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der Fahrleistung, vor allem von Diesel-Pkw sowie durch den preisbedingten Kraftstoffexport. Dieser Anteil nimmt seit einigen Jahren ab und beträgt an den gesamten Emissionen des Verkehrssektors im Jahr 2024 rund 13,5 %. 

Gebäude: 8,6% weniger Emissionen

Der Sektor Gebäude verursacht im Jahr 2024 ca. 5,8 Mio. Tonnen an THG-Emissionen. Das entspricht einem Rückgang von rund 8,6 % (-0,6 Mio. Tonnen) gegenüber dem Jahr 2023.

Der Einsatz fossiler Brennstoffe im Sektor Gebäude (ohne mobile Quellen) sinkt 2024 gegenüber 2023 v.a. auf Grund des geringeren Einsatzes von Heizöl in allen Gebäuden und Erdgas in Wohngebäuden insgesamt um 8,1 % (Heizöl -16,7 %, Erdgas -3,6 % und Kohle inkl. Abfälle -35,4 %). Hintergrund ist die verstärkte Umstellung auf klimafreundliche Heizungssysteme in privaten Haushalten. 2024 war das bislang wärmste Jahr in der Messgeschichte. Die Anzahl an Heizgradtagen ist 2024 um 4,1 % geringer als 2023. Neben der milden Witterung tragen anhaltend hohe Energiepreise (induzierte Verhaltensänderungen zum Energiesparen) zur gesamten Entwicklung bei. Seit 1990 haben die THG-Emissionen im Sektor Gebäude um 54,7% (-7,1 Mio. Tonnen) abgenommen.

Landwirtschaft: 0,6% weniger Emissionen 

Im Jahr 2024 wurden Treibhausgas-Emissionen im Ausmaß von ca. 8,4 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent verursacht. Das sind um 0,6 % (0,05 Mio. Tonnen) weniger als im Jahr 2023. Hauptverantwortlich dafür ist der rückläufige Viehbestand (Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe), der gestiegene Absatz von Mineraldünger im Jahr 2024 dämpft den Emissionsrückgang. 

Seit 1990 haben die THG-Emissionen im Sektor Landwirtschaft um 15,9% (-1,5 Mio. Tonnen) abgenommen.

Abfallwirtschaft: 4,7% weniger Emissionen

Die Treibhausgas-Emissionen aus dem Sektor Abfallwirtschaft sind im Jahr 2024 um ca. 4,7% (-0,11 Mio. Tonnen) gesunken und betragen ca. 2,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent.

Der Rückgang seit 1990 um rund 52,8% (Mio. Tonnen) ist hauptsächlich auf die verstärkte Abfalltrennung und die verpflichtende (Vor-)Behandlung von Abfällen gemäß Deponieverordnung zurückzuführen. Im Gegensatz dazu sind die Emissionen aus der Abfallverbrennung seit 1990 um das 3,6-fache gestiegen und lagen 2024 bei 1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. 

Fluorierte Gase: 6,3% weniger Emissionen

Die F-Gas-Emissionen sind in Österreich seit dem Jahr 2018 rückläufig. Im Jahr 2024 wurden in Österreich F-Gase im Ausmaß von rund 1,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent emittiert. Damit liegen die Emissionen um 6,3% unter dem Niveau von 2023. 

Hauptgrund für diesen Rückgang ist die Umsetzung der EU VO Nr. 517/2014 (seit 2014 in Kraft), durch die bis 2030 die Herstellung und der Import von F-Gasen mit einem hohen Treibhausgaspotenzial deutlich reduziert werden soll.

Seit 1990 nahmen die F-Gas-Emissionen insgesamt rund 0,11 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent bzw. 7,3% zu.

Daten: Sektoreinteilung und Revisionen

Die Sektoreinteilung folgt der des Klimaschutzgesetzes. Aufgrund der kontinuierlichen Verbesserung der Treibhausgas-Inventur, die jeweils die ganze Zeitreihe ab 1990 betrifft, können die Emissionen von bisher publizierten Daten abweichen.

Grafik zu den Treibhausgas-Emissionen in Österreich 2024:

Landnutzungssektor (LULUCF) 

Insgesamt zeigt die LULUCF Netto-Senke seit 1990 einen deutlich abnehmenden Trend, wofür insbesondere die Veränderung des Biomassezuwachses und der Biomassenutzung im Wald verantwortlich sind. Die jährlichen Variationen des LULUCF-Ergebnisses über die Zeitreihe sind durch Schwankungen von Biomassezuwachs, Biomassenutzungen, Kalamitäten (Schadereignisse) und Boden-Kohlenstoff-Änderungen aufgrund von Klima- und Bewirtschaftungseinflüssen signifikant. 

Im Jahr 2024 stellt der LULUCF Sektor – wie auch in den Jahren 2018, 2019 und 2023 – eine Netto-Emissionsquelle dar und wird mit 3,4 Mio Tonnen CO2-Äquivalent bilanziert. 

Die Anrechnung von Emissionen und Senken aus dem Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Wald (Land-use, land-use change and forestry, LULUCF) gegenüber den Zielen der EU Effort-Sharing-Verordnung erfolgt gemäß LULUCF-Verordnung (2018/841/EU bzw. deren aktualisierter Version) nach einem komplexen Anrechnungsregelwerk. 

LULUCF FAQs

Über die nationale Treibhausgas-Inventur

Das Umweltbundesamt erstellt jährlich die nationale Treibhausgas-Inventur und liefert damit die offiziellen Zahlen für das Berichtswesen Österreichs im Rahmen der Klimarahmenkonvention und an die Europäische Union. Seit 2006 ist Österreichs führende Expert:innen-Institution für Umwelt als weltweit einzige Stelle für die Erstellung der nationalen Emissionsinventur akkreditiert (Qualitätsmanagement nach ÖVE/ÖNORM EN ISO/IEC 17020). Aufgrund der internationalen Regeln unterliegt die Inventur einer regelmäßigen Revision. Die aktuellen Emissionsdaten weichen daher von bisher publizierten Zeitreihen ab. Eine detaillierte Analyse der Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen in Österreich erfolgt jährlich im Klimaschutzbericht des Umweltbundesamtes.


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