Abfallvermeidung in Hernals

Wien, 26. Februar 2026

Neuer Bezirksschwerpunkt für weniger Müll und mehr Nachhaltigkeit

Der 17. Wiener Gemeindebezirk Hernals erarbeitet derzeit ein Abfallvermeidungskonzept (AVK). „Das Ziel des Konzeptes ist, Abfälle möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen, Ressourcen zu schonen und Abfallvermeidung als festen Bestandteil des Alltags im Bezirk zu verankern“, so Bezirksvorsteher Peter Jagsch. Fachlich begleitet wird der Prozess vom Umweltbundesamt. 

Foto Daumen Hoch

Das Projekt in Hernals ist Teil einer österreichweiten Initiative, die seit 2022 vom Umweltbundesamt begleitet und durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) finanziert wird. Bisher haben 22 Gemeinden und Städte mit dem Umweltbundesamt ein Abfallvermeidungskonzept erstellt, drei weitere werden gerade erarbeitet. Die Besonderheit des Projekts: die enge Zusammenarbeit von Akteur:innen aus Verwaltung, Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft. 

Bewährtes Konzept als Fundament

Das Abfallvermeidungskonzept für das Grätzl in Hernals folgt einem bewährten methodischen Ansatz und setzt auf die aktive Einbindung von Bildungseinrichtungen, lokalen Initiativen, Betrieben und der Bezirksbevölkerung. Der Fokus liegt auf Bewusstseinsbildung, konkreten Umsetzungsmaßnahmen und der langfristigen Verankerung von Abfallvermeidung auf Bezirksebene.

Information, Sensibilisierung und digitale Angebote 

Ein Schwerpunkt liegt auf Information und Sensibilisierung: Geplant sind Informationsangebote zum Abfallvermeidungskonzept im Rahmen des Mistfests 2026, mehrsprachige und barrierearme Factsheets zur Abfallvermeidung auf der Website der Bezirksvertretung Hernals sowie eine digitale Reuse-Landkarte, die Wiederverwendungsangebote im Bezirk bündelt und zugänglich macht. 

Foto Kind entsorgt Plastikflasche

Klimafest als Treffpunkt für gelebte Nachhaltigkeit

Ein zentrales Element des Abfallvermeidungskonzeptes ist die Durchführung eines Klimafestes im Oktober 2026 in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium GRG17 und der Mittelschule in der Geblergasse im Bezirk. Das Klimafest soll aus einer Vielzahl von Ständen bestehen, unter anderem wird es einen Upcycling-Workshop, einen Fahrradreparaturstand wie auch ein „ClimArt“, ein kollaboratives, lebendiges und wachsendes Kunstwerk, geben. Ergänzende Angebote umfassen das gemeinsame klimafreundliche Kochen sowie einen Pflanzentauschmarkt mit Dünge-Station (Wurmkiste).  

Bildung im Fokus

Bildungseinrichtungen fungieren im Abfallvermeidungskonzept als wichtige Multiplikator:innen. So werden an der MSi Geblergasse Maßnahmen von Schüler:innen für Schüler:innen umgesetzt, etwa Podcasts zum Thema Abfallvermeidung oder praktische Projekte wie eine Wurmkiste. Ergänzend dazu sind an der VHS Hernals Bildungsangebote unter dem Titel „Konsum neu denken“ geplant, darunter Zero-Waste-Kochkurse, Vorträge und Reparaturangebote.

Mehrweg stärken, Einweg reduzieren

Zur Reduktion von Einwegabfällen werden Mehrwegangebote im Bezirk gezielt gefördert und sichtbar gemacht. Dazu zählen To-Go-Mehrweg-Systeme in Gastronomiebetrieben ebenso wie die Ausgabe von Mehrwegtrinkflaschen an Schüler:innen in teilnehmenden Schulen. Ergänzend werden Flurreinigungsaktionen organisiert und aktiv beworben, um das Bewusstsein für Sauberkeit und Verantwortung im öffentlichen Raum zu stärken.

Beitrag zum Österreichischen Abfallvermeidungsprogramm

Mit dem Abfallvermeidungskonzept für Hernals setzt der Bezirk gemeinsam mit dem Umweltbundesamt einen weiteren wichtigen Schritt zur Umsetzung des österreichischen Abfallvermeidungsprogramms. Das Abfallvermeidungskonzept zeigt, wie Abfallvermeidung in einem Grätzl auf Bezirksebene wirksam, praxisnah und langfristig umgesetzt werden kann.

Weiterführende Links

Regionale Abfallvermeidung

Schulungsvideos zur Erstellung eines Abfallvermeidungskonzeptes