Vorläufige Bilanz der Luftqualität 2025
Die vorläufige Bilanz der Luftqualität des Umweltbundesamt zeigt auch im Jahr 2025 sehr positive Ergebnisse: Bei Feinstaub (PM10 und PM2,5), Stickstoffdioxid (NO₂) und Ozon (O₃) wurden erneut eine der niedrigsten Belastungen der vergangenen zwei Jahrzehnte verzeichnet.

Zu den wesentlichen Faktoren für die niedrige Luftschadstoffbelastung zählen der kontinuierliche Rückgang der NOx-Emissionen aus dem Straßenverkehr sowie die vergleichsweise milde Witterung in den Wintermonaten. Diese wirkte sich sowohl durch geringere Emissionen aus der Raumheizung als auch durch günstige Ausbreitungsbedingungen positiv auf die Luftqualität aus.
Eine detaillierte Analyse der Luftgütedaten wird im Sommer 2026 im Jahresbericht der Luftgütemessungen in Österreich veröffentlicht.
Vorläufige Stickstoffdioxid-Bilanz 2025
Die Belastung durch Stickstoffdioxid (NO2) war 2025 etwas niedriger als jene des Jahres 2024 und setzt damit den abnehmenden Trend der letzten 20 Jahre fort. Wichtige Faktoren dafür sind strengere Abgasgrenzwerte für Neufahrzeuge und die Erneuerung wie auch die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte.
Die vorläufigen NO2-Jahresmittelwerte zeigen 2025 wie auch die Jahre davor keine Überschreitungen des EU-Grenzwertes von 40 µg/m³. Der Grenzwert gemäß IG-L von 30 µg/m³ (Jahresmittelwert) wurde, wie auch schon 2024, an allen Messstellen eingehalten.
Vorläufige Feinstaubbilanz 2025
Feinstaub hat viele unterschiedliche Quellen, wie Hausbrand, Verkehr, Industrie aber auch Landwirtschaft, und wird zudem weiträumig verfrachtet (z. B. Wüstenstaub). Hinzu kommt, dass sich Feinstaub auch aus anderen Luftschadstoffen, sogenannten Vorläufersubstanzen, bilden kann.
Nach vorläufigen Daten wurde damit 2025 das Grenzwertkriterium nach IG-L für PM10 (Immissionsschutzgesetz-Luft; mehr als 25 Tagesmittelwerte über 50 µg/m³ pro Kalenderjahr) an keiner Messstelle überschritten. Das Grenzwertkriterium der EU-Luftqualitätsrichtlinie (mehr als 35 Tagesmittelwerte über 50 µg/m³ pro Kalenderjahr) für PM10 wurde wie in den Vorjahren nicht überschritten.
Auch die Jahresmittelwerte für Feinstaub (PM10 und PM2,5) lagen in den meisten Bundesländern nach den vorläufigen Daten unter dem Niveau der Jahre bis 2018.
Trend der Feinstaubbelastung
Zuletzt wurden in den Jahren 2010 und 2011 großflächig Überschreitungen des IG-L-Grenzwertkriteriums für PM10 in Österreich registriert.
Die wesentlichen Faktoren für den Rückgang der Belastung sind einerseits günstigere meteorologische Ausbreitungsbedingungen – deutlich mildere Winter mit kürzeren Perioden, die von tiefen Temperaturen und ungünstigen Verhältnissen geprägt sind – andererseits ein Rückgang der Emissionen von PM10 und Vorläufersubstanzen sekundärer Partikel sowohl in Österreich als auch in den Nachbarstaaten.
Vorläufige Ozonbilanz 2025
Bei Ozon (O3) lag die Belastung über dem Durchschnitt der Jahre seit 2020, aber niedriger als in den Jahren davor.
Die Informationsschwelle wurde an vier Tagen an neun Messstellen überschritten, 2024 an zwei Tagen an fünf Messstellen, 2023 an zehn Tagen an zwölf Messstellen. 2025 wurde (erstmals seit zehn Jahren) die Alarmschwelle an einer Messstelle überschritten.
An 36 Messstellen wurden Achtstundenmittelwerte über 120 µg/m³ an mehr als 25 Tagen registriert (2024 waren es 23 Messstellen).
Überschreitungen gem. IG-L werden 2025 auch beim Schadstoff Schwefeldioxid verzeichnet: Der Kurzzeitgrenzwert wurde durch Störfälle in Industriebetrieben an 4 Messstellen überschritten, im Jahr 2024 waren es ebenfalls vier Messstellen.
Revision der EU-Richtlinien für Luftqualität
Luftverschmutzung schadet der Gesundheit schon bei deutlich niedrigeren Konzentrationen als bisher angenommen. Am 10. Dezember 2024 ist die neue EU-Richtlinien für Luftqualität in Kraft getreten. Diese Richtlinie sieht neue Grenzwerte vor, unter anderem für Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid, die ab 2030 einzuhalten sind. Die Richtlinie ist bis Dezember 2026 in nationales Recht umzusetzen.
Grundlage dafür sind die globalen Luftgüteleitlinien (Air Quality Guidelines, AQG) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2021. Diese Richtwerte dienen als Empfehlungen, wie die Bevölkerung besser vor der Belastung mit Luftschadstoffen geschützt werden kann.
Obwohl das Belastungsniveau in Österreich langfristig einen positiven Trend in der Luftqualität verzeichnet, werden die aktuellen WHO-Richtwerte für Feinstaub (PM2.5), Ozon (O3) und Stickstoffdioxid (NO2) nach wie vor großflächig überschritten.
Vorläufige Daten
Die vorläufige Bilanz der Luftqualität 2025 beruht auf vorläufigen Messdaten der Ämter der Landesregierungen und des Umweltbundesamtes im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK). Die Qualitätssicherung der Daten wird im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen, Änderungen gegenüber den vorläufigen Daten sind daher möglich.
Grenzwerte für Feinstaub und NO2 sowie Zielwerte für Ozon ebenso wie Vorgaben für die Messung und Berichterstattung sind im Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) und im Ozongesetz festgelegt. Im Fall von Grenzwertüberschreitungen sind entsprechende Maßnahmen zur Minderung der Belastung durch die Landeshauptleute auszuarbeiten und umzusetzen.
Links:
Überschreitungsstatistik
Luftgütedaten - Täglicher Luftgütebericht
Feinstaub
Grenz- und Zielwerte
Emissionsberichte
WHO-Leitlinien für Luftgüte
Air Quality Guidelines, AQG
Überarbeitung der EU-Luftqualitätsrichtlinien
Revision of the Ambient Air Quality Directives
