Zielkonflikte erfolgreich bearbeiten, transparente Entscheidungen treffen

Ein Zielkonflikt liegt vor, wenn man durch eine bestimmte Maßnahme zwar einem Ziel näherkommt, sich aber dadurch gleichzeitig von einem anderen Ziel entfernt.

Flusslauf durch grüne Wälder

Klima- und Biodiversitätsschutz, Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft, Bodenschutz, Luftreinhaltung, nachhaltige Mobilität, Entgiftung der Stoffkreisläufe und wirtschaftliche Transformation sind Beispiele für Ziele im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich. Auf dem Weg zur Erreichung dieser Ziele greifen Maßnahmen jedoch nicht immer reibungslos ineinander. Eine Maßnahme kann ein Umweltziel wirksam unterstützen und zugleich ein anderes Umweltziel beeinträchtigen. Genau hier entstehen Zielkonflikte, beispielsweise:

  • Der Ausbau erneuerbarer Energien kann Ziele des Natur- und Artenschutzes beeinträchtigen.
  • Klimawandelanpassungsmaßnahmen können zusätzlichen Druck auf Wasser, Ressourcen- oder Naturschutz.
  • Ziele für die Reduktion des Ressourcenverbrauchs können mit dem Ausbau erneuerbarer Energieinfrastruktur oder nachhaltiger Mobilität in Konflikt stehen. 

Unser Angebot

Zielkonflikte transparent machen, bearbeiten & Entscheidungsfindungen vorbereiten.

  • Wir unterstützen Sie dabei, tragfähige Lösungsoptionen und Synergien für einen bestmöglichen Ziel- und Interessensausgleich bei Zielkonflikten zu entwickeln.
  • Wir schaffen für Sie datenbasiert, und nachvollziehbar belastbare, sachliche und fundierte Entscheidungsgrundlagen unter Berücksichtigung von Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Umweltbereichen, aber auch mit sozialen oder wirtschaftlichen Aspekten.
  • Wir begleiten Sie umsetzungsorientiert bei der Entscheidungsfindung im Dialog mit den relevanten Stakeholder:innen.

Das Umweltbundesamt verbindet fachliche Umweltkompetenz mit Methodenkompetenz sowie effizientem, interdisziplinärem Arbeiten. und verfügt über langjährige Erfahrungen mit Projekten auf nationaler und EU-Ebene, ebenso auf regionaler und lokaler Ebene. 

Wir unterstützen Sie insbesondere bei:

  • der Erstellung ausgeglichener, umfassender Nachhaltigkeitsstrategien und Maßnahmen, beispielsweise für Gemeinden sowie Unternehmen und Finanzmarktakteur:innen
  • der Erhebung und Identifikation relevanter Zielkonflikte zwischen Umweltbereichen aber auch von Konflikten mit sozialen oder wirtschaftlichen Aspekten bei geplanten Vorhaben
  • der Analyse von Auswirkungen, Nebenwirkungen auf und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Umweltbereichen und Priorisierung von Handlungsoptionen („Nexus-Assessment“) für ein konkretes Vorhaben
  • der (visuellen) Aufbereitung von Daten und Konfliktpotenzialen
  • der Bewertung von Handlungsoptionen, Vorhaben, Strategien und Maßnahmen
  • der Gestaltung partizipativer Prozesse und Stakeholder:innenformate mit dem Ziel eines Interessensausgleichs und einer Konsensfindung und der Begleitungzu Kompromiss- und Synergielösungen, die auf eine breite Akzeptanz unterschiedlicher Interessensgruppen ausgerichtet sind
  • der transparenten, verständlichen Kommunikation komplexer Entscheidungsgrundlagen 

Ihre Vorteile

  • Sie erhalten fachlich fundierte, interdisziplinär erarbeitete Grundlagen für strategische Entscheidungen, Investitionen und (politische) Maßnahmen, die auf Akzeptanz im spezifischen Kontext ihres Vorhabens und innerhalb Ihrer Organisation ausgerichtet sind
  • Sie erkennen Zielkonflikte bei Ihren Vorhaben frühzeitig, womit sich die Umsetzungsrisiken sowie Aufwand und Kosten für nachträgliche Ausgleichsmaßnahmen und Konflikte mit bestehenden Rechtsgrundlagen reduzieren
  • Sie machen Synergien sichtbar, reduzieren Nebenwirkungen und erarbeiten mit unserer Unterstützung fachlich begründbare Kompromisse
  • Sie profitieren davon, dass wir die für Ihren Kontext maßgeschneiderten, passendsten Methoden aus unserem breiten Methodenspektrum anwenden und Sie professionell bei aufwändigen, stakeholder:innenbasierten Verfahren unterstützen
  • Sie leisten einen entscheidenden Beitrag in Richtung nachhaltiger, zukunftsfähiger Entwicklung, da Sie alle Umweltprobleme zugleich adressieren und somit verschiedene, nationale und internationale Umweltziele simultan verfolgen

Methodenspektrum des Umweltbundesamts & Beispiele 

Je nach Fragestellung, räumlicher Ebene, Analysegegenstand, Datenlage und Beteiligten setzen wir eine Kombination mehrerer praxisnaher Methoden aus unserem sich stets weiterentwickelnden Methodenspektrum ein. 

Mit der Systemanalyse, beziehungsweise dem Qualitative System Mapping stellen wir Zielkonflikte in einer Systemkarte dar und zeigen Problembereiche auf, die weitere Aufmerksamkeit und Bearbeitung erfordern. Hier finden Sie Beispiele:

  • Projekt „WaterStress AT“: Landwirtschaft und Bewässerung (Grundwasserverfügbarkeit) in der Region Neusiedl am See und der Region Pinzgaumit Energie- und Wasserversorgung (Oberflächenabfluss)
  • Handlungsempfehlungen der österreichischen Klimawandelanpassungsstrategie und deren Wechselwirkungen mit potenziellen Zielkonflikten wurden in einer Systemkarte dargestellt.

Mit Methoden der empirischen Sozialforschung (Befragungen, Interviews etc.) erheben wir Zielkonflikte und zudem Aspekte wie soziale Akzeptanz und Handlungsmöglichkeiten. Siehe auch: Umweltpsychologie und empirische Sozialforschung

 

Mit der Planung und Begleitung partizipativer Verfahren und von Stakeholder:innenprozessen unterstützen wir dabei, Interessenlagen offenzulegen, Wissensstände zusammenzuführen und einen Konsens zu finden sowie tragfähige Kompromisslösungen zu entwickeln. Dabei achten wir auf klare Rahmenbedingungen und bestehende Standards der Öffentlichkeitsbeteiligung. Siehe auch: Partizipationsprozesse  und Stakeholderdialoge . Beispiele:

Mit Szenarien und Modellierungen zeigen wir mögliche Entwicklungen und Bandbreiten auf Basis von wenn-dann-Analysen und erlauben Folgenabschätzungen von Maßnahmen im Bereich Energie, Emissionen und ökonomischen Parametern. Sie sind besonders wichtig, wenn Entscheidungen unter Unsicherheit getroffen werden müssen und liefern mögliche Handlungsoptionen. Beispiele:

Energie- und Emissionsszenarien

Modell für umweltökonomische Fragestellungen

Szenarien zu Feinstaubemissionen im Projekt „Implications of climate change and changing biomass burning patterns for Austrian air quality“.

Mit GIS-Analysen machen wir räumliche Konfliktpotenziale sichtbar, etwa bei Flächenkonkurrenz, Flächennutzungskonflikten, Infrastrukturplanung oder räumlichen Konflikten mit Schutzgütern. Beispiele:

  • Bei der Potenzialabschätzung für Wasserkraft „Erneuerbare Energiepotenziale in Österreich für 2030 und 2040“ wurden Energiepotenziale mit gewässerökologischen Anforderungen, Schutzstatus, Artvorkommen und möglichen Auswirkungen auf den Gewässerzustand abgeglichen und räumlich dargestellt. Siehe auch: GTIF Austria
  • Im Projekt „Synergizing PV and Wind-Energy Infrastructure with Biodiversity Conservation“ erarbeiteten wir zwei unterschiedliche Sensitivitätskarten, die zeigen, wo in Österreich der Ausbau von Freiflächen-PV- und Windenergie mit besonders hohen Biodiversitätsrisiken verbunden sein kann und wo diese geringer ausfallen.

Mit Lebenszyklusanalysen (LCA, Ökobilanzen) quantifizieren wir verschiedene Umweltauswirkungen von Produkten oder Prozessen und unterstützen auf Produktebene im Sinne eines Ökodesigns oder einer Produktoptimierung. Wir bewerten ebenfalls Dienstleistungen und Prozesse auf Ebene von Betrieben oder Organisationen und unterstützen die sachbasierte Entscheidung für konfliktarme Maßnahmen.

Mit Multikriterienanalysen unterstützen wir unter Einbeziehung einer Vielzahl qualitativer oder quantitativer Daten die Priorisierung von Maßnahmen bzw. Vorhaben und machen zudem den Einfluss unterschiedlicher Gewichtungen auf die Bewertungsergebnisse sichtbar.  Beispiel:

Wir sind versiert mit umweltökonomischen Analysen von Handlungsoptionen (z.B. Kosten-Nutzen-Analyse oder mit der von uns mitentwickelten (modifizierte) Kosten-Wirksamkeits-Analyse) und stehen Unternehmen und weiteren Akteur:innen bei diversen Nachhaltigkeitsbewertungen zu Seite, z.B.:

  • Wir unterstützen bei der Biodiversitätsbewertung und Entwicklung einer unternehmerischen Biodiversitätsstrategie mit dem sogenannten LEAP-Approach. Dazu gehören sowohl eine systematische Standortbewertung und Analyse der Wertschöpfungskette sowie der Chancen und Risiken in Bezug auf Biodiversität, als auch eine Priorisierung von Flächen- und operativen Maßnahmen. Kriterien für die Priorisierung beinhalteten Aspekte wie ökologische Sensibilität, Vermeidungs- und Minderungsoptionen, Ausgleichsmaßnahmen und Kosten-Nutzen-Überlegungen. Weitere Informationen: Eva.Hatzl@umweltbundesamt.at

Mit Methoden der Wissenschaftskommunikation übersetzen wir komplexe Zielkonflikte und Entscheidungsgrundlagen in verständliche, sachliche Botschaften. Gerade bei konfliktreichen Themen sind transparente Entscheidungsgrundlagen und die zielgruppengerechte Vermittlung von Inhalten entscheidend. 

Fazit

Eine Hinwendung zu Zielkonflikten unter Anwendung von verschiedenen Methoden ermöglicht eine positive, lösungsorientierte Herangehensweise und transparente Vorbereitung der Entscheidungsfindung. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Zielkonflikte zwischen und mit Umweltbereichen bearbeiten und bestmöglich auflösen möchten. Wir unterstützen Sie dabei, aus komplexen Ausgangslagen belastbare Entscheidungsgrundlagen und tragfähige Handlungsoptionen zu entwickeln.