Bodenfunktionsbewertung
Böden sind hinsichtlich ihrer Eignung als Lebensraum, ihrer Fruchtbarkeit, ihrer Wasserhaltefähigkeit und ihrer Filter- und Pufferfunktion unterschiedlich leistungsfähig. Sie sind ein Archiv der Menschheits- und der Naturgeschichte. Um das Ausmaß der Erfüllung dieser natürlichen Funktionen darzustellen, nutzt man die Bodenfunktionsbewertung.

Die Bewertung der Bodenfunktionen ist über die ÖNORM L 1076 - „Grundlagen zur Bodenfunktionsbewertung“ standardisiert.
Die Anleitung dazu steht in einem umfassenden Arbeitsbehelf zur Verfügung: Bodenfunktionsbewertung: Methodische Umsetzung der ÖNORM L1076 (Gemeinsame Arbeitsgruppe des Fachbeirats für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz & des Österreichischen Normungsinstitutes, BMLFUW, 2013).
Jeder Bodenfunktion wird basierend auf erhobenen Daten zu Bodeneigenschaften ein Funktionserfüllungsgrad zugewiesen. Dieser wird in einer Tabelle mit einer 5-stufigen Skala (Lebensraumfunktion 3-5) oder einer Karte mit je nach Bodenfunktion unterschiedlich gefärbten Flächen von hell bis dunkel ausgewiesen. Damit kann der Funktionserfüllungsgrad des jeweiligen Bodens eindeutig dargestellt werden.
Flächenbezogene Daten zur Bewertung der Bodenfunktionen landwirtschaftlicher Böden sind über die Digitale Bodenkarte eBOD des Bundesforschungszentrums für Wald (Bundesforschungszentrum für Wald, 2024) oder nach grundstücksbezogenen Daten der Finanzbodenschätzung über das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV, 2024) verfügbar.
Bodenfunktionskarten werden von den Bundesländern veröffentlicht. Bislang sind Karten für die Bewertung landwirtschaftlicher Böden für die Bundesländer Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Tirol, und Steiermark verfügbar. Für Waldböden fehlen derzeit noch entsprechende Bewertungen.
Die Bodenfunktionsbewertung und die daraus erstellten Karten sind eine wesentliche Grundlage für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Böden. Diese gibt z.B. Hilfestellung für die Einschätzung der Ernährungssicherung, der Speichermöglichkeit von Kohlenstoff im Hinblick auf die Klimawandelanpassung und für die Berücksichtigung der endlichen Ressource Boden bei der Planung von Bauvorhaben.
Das Instrument der Bodenfunktionsbewertung ist eine unverzichtbare Grundlage zur Bewertung von Böden in Planungsvorhaben, der Boden-Rekultivierung oder dem Flächenrecycling, um Böden mit hohem Funktionserfüllungsgrad zu schützen oder entsprechend ihren Funktionen wiederherzustellen. Langfristiges Ziel im Sinne des Bodenschutzes ist, eine flächendeckende Bodenfunktionsbewertung für alle landwirtschaftlichen Böden sowie Waldböden zur Verfügung zu haben.
Eine wesentliche Grundlage, basierend auf der ÖNORM L1076 “Grundlagen zur Bodenfunktionsbewertung” ist die Anleitung zur Durchführung der Bodenfunktionsbewertung – Methodische Umsetzung der ÖNORM L1076.Anleitung zur Durchführung der Bodenfunktionsbewertung – Methodische Umsetzung der ÖNORM L1076
ASI Austrian Standards Institute - ÖNORM L1076
Bodenfunktionsbewertung: methodische Umsetzung der ÖNORM L1076 (pdf) (BMLFUW, 2013)
Fachbeirat für Bodenschutz und Bodenfruchtbarkeit
eBOD - digitale Bodenkarte der Landwirtschaftlichen Bodenkartierung
Österreichische Bodenschätzung - Info
Österreichische Bodenschätzung - data
Bodenfunktionsbewertung des Landes Oberösterreich
Bodenfunktionsbewertung des Landes Salzburg
Bodenfunktionsbewertung des Landes Kärnten
Bodenfunktionsbewertung des Landes Tirol - (auf Anfrage)