Österreichs Abfallwirtschaft in Zahlen

Wien, 13. August 2026

Statusbericht 2026

Das Umweltbundesamt hat den Statusbericht zur Abfallwirtschaft für das Jahr 2024 erstellt. Die Bilanz: Rund 67 Millionen Tonnen Abfall. Was davon recycelt, verbrannt oder deponiert wird, zeigt der aktuelle Bericht. 

Bagger auf Deponie

Gesamtaufkommen stagniert 

Im Jahr 2024 betrug das gesamte Abfallaufkommen in Österreich rund 67 Millionen Tonnen. Nach den deutlichen Rückgängen der Vorjahre stagnierte das Aufkommen 2024. 

Den größten Anteil machen mit knapp 57% die Aushubmaterialien aus, also Erdaushub, der bei Bauprojekten anfällt. Klammert man diese Fraktion aus, lag das Abfallaufkommen pro Kopf im Jahr 2024 bei rund 3.160 kg pro Person, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr (-1%). 

Mehr als die Hälfte stofflich verwertet

Von den insgesamt 67 Millionen Tonnen Abfall wurden im Jahr 2024: 

  • 54% stofflich verwertet (36 % recycelt, 18 % verfüllt)
  • 38% deponiert
  • 6% thermisch behandelt
  • Weniger als 3% auf andere Weise behandelt (z.B. in chemisch-physikalischen Behandlungsanlagen)

Recyclingziel bei Siedlungsabfällen übertroffen

Rund 7,1 Mio. Tonnen Abfall fielen 2024 als Siedlungsabfälle an. Siedlungsabfälle sind Abfälle aus privaten Haushalten, aus Gewerbe und Dienstleistungsbetrieben, z.B. Büros, Gastronomiebetrieben, Schulen oder Geschäften, sofern diese in Zusammensetzung und Beschaffenheit den Abfällen aus Haushalten ähnlich sind. Rund 4,6 Mio. Tonnen entfallen auf Haushalte und ähnliche Einrichtungen. 

Von den rund 7,1 Mio. Tonnen Siedlungsabfällen wurden 2024: 

  • rund 4,3 Mio. Tonnen recycelt
  • rund 42.000 Tonnen einer Vorbereitung zur Wiederverwendung zugeführt

Die Recyclingquote bei Siedlungsabfällen liegt damit bei knapp 61% und übertrifft das EU-Ziel von 55% für das Jahr 2024 deutlich. 

Leichter Anstieg bei Abfällen aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen

In Haushalten fielen 2024 4,6 Mio. Tonnen an, ein Anstieg von mehr als 4% gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere das Hochwasserereignis im Herbst 2024 hat zu einem verstärkten Sperrmüllaufkommen geführt

Am stärksten angestiegen sind: 

  • Sperrmüll: +13% auf rund 276.000 Tonnen
  • Elektroaltgeräte, Problemstoffe, Altbatterien: +11% auf rund 180.000 Tonnen
  • Biogene Abfälle und Grünabfälle: +4% auf etwas mehr als 1 Mio. Tonnen
3 Millionen Tonnen Altstoffe getrennt gesammelt

In Österreich wurden 2024 rund 3 Mio. Tonnen Altstoffe getrennt gesammelt, das entspricht 332 kg pro Person. Aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen kamen rund 1,5 Mio. Tonnen, bzw. 163 kg pro Person. 

Über 3 Millionen Tonnen biogene Abfälle

Insgesamt fielen 2024 rund 3,2  Mio. Tonnen biogene Abfälle an, Biogene Abfälle sind Abfälle pflanzlicher oder tierischer Herkunft mit einem hohen organischen bzw. biologisch abbaubaren Anteil. Der Großteil davon (knapp2 Mio. Tonnen) wurde getrennt gesammelt. 

In 404 Kompostierungsanlagen österreichweit wurden 2024 rund 1,4 Mio. Tonnen pflanzliche Abfälle behandelt und daraus mindestens 506.600 Tonnen Kompost unterschiedlicher Qualitäten, etwa für Landwirtschaft, Gartenbau und Rekultivierung, gewonnen. 

Kunststoffe: rund 1 Million Tonnen

Das Aufkommen an Kunststoffabfällen blieb 2024 mit rund 1 Mio. Tonnen stabil. Unmittelbar getrennt erfasst wurden davon rund 169.000 Tonnen. Der Großteil sind Kunststoffanteile in gemischten Abfällen, insbesondere in Rest- und Sperrmüll, aber auch die Verpackungssammlung (Gelbe Tonne/Gelber Sack)  Kunststoffabfälle werden in Österreich zu rund einem Fünftel rezykliert und zu rund 4 Fünftel thermisch verwertet.

Der Statusbericht

Der Statusbericht zur Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich wird jährlich vom Umweltbundesamt im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) erstellt. Er liefert die Datenbasis für den Bundes-Abfallwirtschaftsplan (BAWP) und informiert über Abfallmengen, Behandlungswege und die Infrastruktur der österreichischen Abfallwirtschaft. Grundlage sind Daten aus dem elektronischen Datenmanagement (EDM) des BMLUK, Statistik Austria sowie Daten von Interessensvertretungen und abfallwirtschaftlich tätigen Institutionen. 

Statusbericht: Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich