Treibhausgas-Emissionen steigen 2025 um 0,7%
Die aktuellen Berechnungen des Umweltbundesamtes im Auftrag des BMLUK zeigen: Der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen (THG) steigt in Österreich im Jahr 2025 leicht an.

In der aktuellen Nahzeitprognose (NowCast) des Umweltbundesamts steigen die Emissionen im Jahr 2025 um ca. 0,7%, das entspricht 0,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Nach den vorläufigen Daten wird damit ein Wert in der Höhe von 67,1 Mio. Tonnen erreicht. In den Jahren davor waren die Treibhausgas-Emissionen in Österreich sukzessive gesunken.
Die für 2025 zulässige Höchstmenge gemäß Effort Sharing Regulation (ESR) von rund 40,7 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent wird nach den vorläufigen Daten um rund 0,8 Mio. Tonnen überschritten. Detaillierte Daten werden mit der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur im Jänner 2027 vorliegen.
“Österreich hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass wir Emissionen erfolgreich reduzieren können. Dass wir nach mehreren Jahren sinkender Emissionen jetzt wieder einen Anstieg sehen, zeigt aber auch klar den aktuellen Handlungsbedarf. Deshalb müssen wir den Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbaren Strom und erneuerbare Wärme konsequent weiter vorantreiben. So verbinden wir wirksamen Klimaschutz mit Versorgungssicherheit und einem starken Wirtschaftsstandort”, so Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.
Einflussfaktoren für die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen 2025
Das Jahr 2025 war durch eine schwache Konjunktur, geopolitische Unsicherheiten und – teils klimatisch bedingte – Sondersituationen im Energiebereich geprägt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs um rund 0,8%, die Bevölkerung um 0,3%. Klimatisch war 2025 kühler als das bislang wärmste Jahr der Messgeschichte 2024, im langfristigen Vergleich nimmt es Platz 8 der wärmsten Jahre in Österreich ein. Bei den erneuerbaren Energieträgern konnte die Photovoltaik ausgebaut werden, die Stromerzeugung aus Wasserkraft fiel jedoch aufgrund der Trockenheit und niedriger Pegelstände der Flüsse deutlich geringer aus. Bei den energiepolitischen Rahmenbedingungen spielen zudem die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine nach wie vor eine Rolle – u.a. musste die Gasversorgung auf andere Bezugsquellen umgestellt werden. Im Bereich der Mobilität wirkt sich der zunehmende Trend zu elektrischen Antrieben positiv auf die Emissionsbilanz aus.
“Die aktuellen Berechnungen zeigen für 2025 einen Anstieg der Treibhausgas-Emissionen. Der höhere Heizenergiebedarf und die deutlich geringere Stromerzeugung aus Wasserkraft waren wesentliche Faktoren für diese Entwicklung. Gleichzeitig wirkten die schwache Konjunktur und der Rückgang im Verkehr emissionsmindernd. Das zeigt einmal mehr, wie notwendig es ist, kontinuierlich Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und Erneuerbare Energieträger auszubauen”, betont DI Günther Lichtblau, Klimaexperte des Umweltbundesamts.
Die aktuellen Berechnungen zeigen für 2025 einen Anstieg der Treibhausgas-Emissionen. Das zeigt einmal mehr, wie notwendig es ist, kontinuierlich Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und Erneuerbare Energieträger auszubauen.
Emissionshandel 2025
Im Emissionshandelsbereich (EU-ETS) fand gegenüber 2024 ein Anstieg um 1,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (6,9%) statt. Höhere Emissionen sind 2025 insbesondere bei Kraft- und Fernwärmewerken, in der Chemie-, Zement-, Kalk- und Stahlindustrie sowie bei Erdgaspipelineverdichtern zu verzeichnen.
Sektoren nach Klimaschutzgesetz (Effort Sharing) 2025
Nach den vorläufigen Daten nehmen die THG-Emissionen, die aus den Sektoren des Klimaschutzgesetzes stammen, um ca. 1,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (-2,8%) ab. Dennoch wird damit die für 2025 zulässige Höchstmenge gemäß Effort Sharing Regulation (ESR) von rund 40,7 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent um rund 0,8 Mio. Tonnen überschritten. Detaillierte Daten zur Einhaltung werden mit der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur im Jänner 2027 vorliegen.
Die Entwicklung in den Sektoren zeigt kein einheitliches Bild: Im Sektor Energie und Industrie außerhalb des Emissionshandels gingen die Emissionen im Jahr 2025 vor allem aufgrund des geringeren Erdgasverbrauchs der produzierenden Industrie um 8,6% bzw. rund 0,4 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent zurück.
Ein neuerlicher Rückgang der Emissionen ist im Jahr 2025 im Sektor Verkehr zu verzeichnen, um 6,5% bzw. rund 1,3 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent weniger als 2024. Laut Verbrauchsstatistik ging der Absatz von Dieselkraftstoff um 7,3% zurück, während der Absatz von Benzinkraftstoff um 0,7% anstieg.
Die Emissionen fluorierter Gase gingen um rund 9% zurück, insbesondere aufgrund geringerer Emissionen aus der Entsorgung von Schallschutzfenstern.
In den Sektoren Gebäude, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft sind hingegen Anstiege der Emissionen zu verzeichnen. Insgesamt machen diese Sektoren rund 40% der THG gemäß Effort Sharing aus: Im Sektor Gebäude stiegen die Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2025 gegenüber 2024 um 8,0% bzw. rund 0,5 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent. Ausschlaggebend war vor allem die deutlich kühlere Witterung (12% mehr Heizgradtage). In der Folge wurden um 9% mehr Heizöl und um 8% mehr Erdgas fürs Heizen verbraucht als 2024.
In der Landwirtschaft stiegen die Treibhausgas-Emissionen ebenfalls an (+1,6%), vor allem durch höheren Mineraldüngerverbrauch und einen höheren Energieeinsatz bei land- und forstwirtschaftlichen Maschinen.
Auch im Sektor Abfallwirtschaft stiegen die Treibhausgas-Emissionen (+1,7%). Zwar setzt sich der langfristig rückläufige Trend der Methanemissionen aus Deponien weiter fort, die Emissionen aus der Abfallverbrennung hingegen stiegen leicht an.
Ausblick bis 2030: Maßnahmen zur Emissionsreduktion notwendig
Für die Erreichung der Effort-Sharing-Ziele bis 2030 und des Ziels der Klimaneutralität sind zusätzliche, rasch wirksame Maßnahmen in sämtlichen Sektoren – wie im Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) vorgesehen – erforderlich. Der globale Ausstoß von Treibhausgasen verstärkt die Erderwärmung und die damit verbundenen Auswirkungen wie Hitzeperioden, Dürren oder Starkregenereignisse, die erhebliche wirtschaftliche Einbußen und Budgetbelastungen in der Zukunft zur Folge haben. Werden die unionsrechtlichen Klimaziele nicht eingehalten, so sind dafür Zertifikatsankäufe durch die Republik notwendig. Für die Klimaneutralität sind umfassende und strukturell wirksame Maßnahmen sowie der zusätzliche Einsatz technischer Senken (CCS) und die Stärkung natürlicher Senken durch langfristig wirksame Klimawandelanpassungsmaßnahmen notwendig.
Über die Nahzeitprognose (NowCast) des Umweltbundesamts
Die Nahzeitprognose, die das Umweltbundesamt im Auftrag des BMLUK jährlich erstellt, liefert vorläufige Daten und Trends für die Treibhausgas-Emissionen für das Jahr 2025. Die Berechnungsgrundlagen der Nahzeitprognose basieren im Wesentlichen auf angepassten Methoden und Berechnungen der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur (OLI), der vorläufigen nationalen Energiebilanz, aktuellen Meldungen aus dem Emissionshandelssystem sowie Aktualisierungen auf Basis sektoraler Statistiken und Erhebungen. Die Abschätzung spiegelt den aktuellen Wissensstand von Juli 2026 wider. Umfassende Ergebnisse werden im Jänner 2027 veröffentlicht, die vorläufigen Daten können von diesen Ergebnissen abweichen.
Weitere Informationen
Nowcast - Nahzeitprognose der österreichischen Treibhausgas-Emissionen
Treibhausgas-Szenarien für die langfristige Budgetprognose 2025
GHG Projections and assessment 2025

