Fragen und Antworten zu Waldbränden in Österreich

Mit dem Klimawandel steigt auch in Österreich das Waldbrandrisiko: Steigende Temperaturen und längere Trockenperioden schaffen Bedingungen, unter denen sich Brände leichter entzünden und ausbreiten können. Ein statistisch abgesicherter langfristiger Anstieg der Waldbrandereignisse lässt sich für Österreich derzeit allerdings noch nicht feststellen. Weltweit nimmt die Häufigkeit von Waldbränden bereits zu.

Das Umweltbundesamt befasst sich mit dem Thema insbesondere in den Bereichen Klimawandelanpassung, Luftqualität, Emissionsinventur, Ökosystemforschung und Biodiversität. Laufende Forschungsarbeiten zum Dürremonitoring könnten künftig auch Datengrundlagen für regional differenzierte Frühwarnsysteme liefern.

Wie häufig brennt es in Österreichs Wäldern?

In Österreich werden durchschnittlich rund 200 Waldbrände pro Jahr registriert. Im internationalen Vergleich sind Waldbrände hierzulande meist kleinflächige und lokale Ereignisse. Es treten jedoch auch größere Brände auf: 2022 waren beim Waldbrand auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig rund 400 Hektar Waldfläche betroffen, beim Waldbrand im Kärntner Lesachtal im Mai 2026 rund 110 Hektar.

Können auch weit entfernte Waldbrände in Österreich messbar sein?

Rauch und Luftschadstoffe können über große Entfernungen transportiert werden. Die großen Waldbrände in Kanada führten 2025 beispielsweise zu erhöhten Konzentrationen von Kohlenmonoxid und Aerosolen am Sonnblick-Observatorium in den Hohen Tauern.

Was verursacht Waldbrände in Österreich?

Rund 85 Prozent der Waldbrände werden durch Menschen verursacht, die restlichen 15 Prozent durch Blitzschlag. Häufige Auslöser sind Rauchen im Wald, der sorglose Umgang mit offenem Feuer oder Tätigkeiten mit brandgefährlichen Stoffen bei trockener Witterung.

Was kann jede und jeder zur Vorbeugung von Waldbränden beitragen?

Da acht von zehn Waldbränden durch Menschen verursacht werden, zählt umsichtiges Verhalten:

  • Im Wald nicht rauchen.
  • Kein Feuer im Wald entzünden.
  • Vorsicht beim Umgang mit Feuerwerken und Brauchtumsfeuern.
  • Sich über aktuelle Verbote bei Waldbrandgefahr informieren und diese beachten.
  • Waldbrände sofort der Feuerwehr unter 122 melden.

Welche Auswirkungen haben Waldbrände auf die Natur?

Waldbrände schädigen Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen. Bereits ab etwa 60 Grad Celsius können lebenswichtige Eiweißstrukturen zerstört werden. Bei höheren Temperaturen gehen organische Substanz sowie wichtige Bodenfunktionen verloren. Der Boden kann dann weniger Wasser aufnehmen und speichern. Bei Regen fließt mehr Wasser oberflächlich ab und trägt Boden und Nährstoffe mit sich. Dadurch steigt das Risiko für Erosion und Muren.

Können Waldbrände auch die Luftqualität beeinträchtigen?

Ja, auch wenn Waldbrände in Österreich noch eher kleinflächige und lokale Phänomene sind. Bei Waldbränden werden unter anderem Feinstaub und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, freigesetzt. Ob sich ein Brand in den Luftgütemessungen zeigt, hängt von seiner Größe, der Entfernung zur Messstation und den Wetterverhältnissen ab.

Beim Brand im Lesachtal wurden an der Messstation Vorhegg bei Kötschach-Mauthen erhöhte Konzentrationen von Feinstaub PM10 und Ozon gemessen. Die gesetzlichen Schwellenwerte beziehungsweise die Alarmschwelle wurden dabei nicht überschritten.

Können Waldbrände Auswirkungen auf die Qualität und den Schutz von Grund- und Trinkwasserressourcen haben?

Waldbrände können die Schutz-, Speicher- und Filterfunktion von Vegetation und Waldböden verringern. Dadurch können Stoffe leichter in Boden, Grund- und Oberflächengewässer gelangen sowie Niederschlagsversickerung, Wasserrückhalt und Abflussbildung verändert werden. Da bewaldete Einzugsgebiete durch ihre Filter-, Speicher- und Wasserregulationsfunktion eine wichtige Grundlage der Trinkwasserversorgung darstellen, können Waldbrände die natürliche Schutzwirkung für Wasserressourcen deutlich vermindern. Zusätzlich sind Stoffeinträge durch Löschwasser und gegebenenfalls erforderliche Löschmittelzusätze möglich.

Wie wirken sich Waldbrände auf die Treibhausgasbilanz aus?

Auf nationaler Ebene spielen Waldbrände in der österreichischen Treibhausgasinventur derzeit eine untergeordnete Rolle. Kohlenstoffemissionen sind im Gesamtwaldergebnis inkludiert, werden aber nicht gesondert ausgewiesen. Methan- und Lachgasemissionen werden entsprechend den methodischen Vorgaben des Weltklimarats IPCC geschätzt. 

Welche wirtschaftlichen Schäden verursachen Waldbrände?

Zu den direkten Kosten zählen Feuerwehreinsätze und technische Ausrüstung. Hinzu kommen Verluste von Holzbeständen, entgangene Erträge sowie Kosten für Wiederaufforstung und Wiederherstellung.

Langfristige wirtschaftliche Folgen entstehen durch den Verlust wichtiger Ökosystemleistungen des Waldes – etwa Schutz vor Naturgefahren, Kohlenstoffspeicherung, Wasserregulierung sowie Erholungs- und Freizeitfunktionen.

Weiterführende Links und Informationen

Waldbranddatenbank der BOKU: Dokumentation von Waldbrandereignissen in Österreich.

BMLUK – Informationen zu Waldbränden: Informationen zu Prävention, Waldbrandmanagement und bundesweiten Aktivitäten.

Waldbrand-Risikokarte Österreich: Räumliche Einschätzung des Waldbrandrisikos in Österreich.

Waldbrand-Blog der BOKU: Fachliche Einordnungen, Forschungsergebnisse und aktuelle Beiträge.

EFFIS – European Forest Fire Information System: Aktuelle europäische Daten, Karten und Informationen zu Waldbränden.

IPCC-Sonderbericht „Climate Change and Land“ (2019): Wissenschaftliche Grundlage zum Zusammenhang zwischen Klimawandel, Landnutzung und steigender Brandgefahr.

ÖWAV (2025): ÖWAV-Expert:innenpapier: Netzmittel zur Bekämpfung von Vegetationsbränden. Erstellt vom ÖWAV-Arbeitsausschuss „Löschwasser-Netzmittel“ der Fachgruppe „Betrieblicher Umweltschutz“ im ÖWAV. Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband, Wien.