Satellitenbilder zeigen Ausmaß der Dürre in Österreich

Wien, 01. September 2026

Die Auswirkungen der aktuellen Dürre werden inzwischen selbst in Ökosystemen sichtbar, die normalerweise als besonders widerstandsfähig gelten. 

Die kombinierten Effekte anhaltender Hitze und deutlich unterdurchschnittlicher Niederschläge der vergangenen Monate hinterlassen sichtbare Spuren in der Landschaft, selbst in Auwäldern, die üblicherweise von ihrer Nähe zu Flüssen und vom Grundwasser profitieren. Ein Beispiel dafür: ein Gebiet bei Marchtrenk in Oberösterreich, das durch Auenvegetation entlang der Traun geprägt ist.

Satellitenaufnahmen (August 2025 vs. August 2026) dokumentieren innerhalb nur eines Jahres einen auffälligen Rückgang der Vegetationsvitalität und Grünheit in Marchtrenk und ähnlichen Gebieten Österreichs.

Boden bedeutend trockener als in Vergleichszeiträumen

Bodenfeuchtedaten zeigen ein außergewöhnliches Bild: 2026 wurden hier die niedrigsten Werte des vergangenen Jahrzehnts gemessen. Die aktuelle Bodenfeuchte liegt rund 50 % unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre für diese Jahreszeit und weist auf außergewöhnlich trockene Bedingungen hin.
Auch der NDVI macht die Auswirkungen deutlich sichtbar. Der NDVI (Normalized Difference Vegetation Index) ist ein satellitengestützter Indikator für die Vitalität und Grünheit von Vegetation. 


Hohe Werte stehen für gesunde, aktive Pflanzen, niedrige Werte für Stress, Austrocknung oder fortgeschrittene Alterung der Vegetation. Während gesunde Auenvegetation ihre hohe Grünheit normalerweise bis weit in den Spätsommer hinein beibehält, begann der NDVI in diesem Jahr bereits ab Mitte Juli deutlich zu sinken. Die aktuell beobachteten Werte entsprechen eher dem Niveau von Ende September und deuten auf eine vorzeitige Verfärbung sowie ein ungewöhnlich frühes Einsetzen der Seneszenz – also dem Alterungsprozess von Pflanzen(-teilen) - hin.

Resiliente Ökosysteme

Auenökosysteme gelten als natürliche Puffer gegenüber Trockenperioden. Wenn selbst diese vergleichsweise resilienten Lebensräume derart starke Stresssignale zeigen, wird deutlich, wie außergewöhnlich die aktuelle Dürresituation ist.

Die gute Nachricht: Es ist möglich gegenzusteuern. Durchdachtes Wassermanagement kann helfen, Ökosysteme widerstandsfähiger zu machen und Wasserressourcen langfristig zu sichern.