Metalle in Muttermilch
Das Umweltbundesamt hat Muttermilchproben aus Österreich auf ausgewählte Metalle und essenzielle Spurenelemente untersucht. Die Analysen liefern aktuelle Daten zur Belastung von Muttermilch und tragen dazu bei, Einflüsse von Umwelt, Lebensstil und Ernährung auf besonders sensible Bevölkerungsgruppen besser zu verstehen.

Die Ergebnisse zeigen insgesamt zu erwartende Hintergrundbelastungen. Gleichzeitig verdeutlicht die Untersuchung, wie wichtig ein regelmäßiges Monitoring ist: Es hilft dabei, Belastungen frühzeitig zu erkennen, wissenschaftlich einzuordnen und Grundlagen für gesundheitliche Empfehlungen sowie chemikalienpolitische Maßnahmen zu schaffen.
Warum Muttermilch untersucht wird
Muttermilch ist für Säuglinge die beste und natürlichste Nahrungsquelle. Gerade deshalb ist es wichtig, mögliche Belastungen mit Schadstoffen regelmäßig zu beobachten. Nachweise von Metallen in Muttermilch bedeuten nicht automatisch ein gesundheitliches Risiko.
Das Monitoring von Muttermilch auf Schadstoffe liefert wichtige Daten. Es trägt dazu bei, die Belastung von stillenden Frauen und Säuglingen besser zu verstehen und schafft eine Grundlage für Risikovorsorge, Gesundheitsschutz und Chemikalienpolitik.
Durchführung der Untersuchung
Im Rahmen des Projekts Muttermilch-Monitoring auf Metalle (MUMIMOME) wurden 150 Muttermilchproben der Probenbank des Umweltbundesamtes aus den Jahren 2021 bis 2025 untersucht. Die Proben stammen von gesunden, stillenden Müttern ab 18 Jahren aus Österreich.
Zusätzlich wurden Fragebogendaten erhoben. Dadurch konnten mögliche Zusammenhänge zwischen den gemessenen Werten und Faktoren wie Ernährung, Lebensstil oder Wohnumgebung betrachtet werden.
Untersucht wurden unter anderem Schwermetalle wie Aluminium, Arsen, Blei, Cadmium, Nickel und Quecksilber sowie essenzielle Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Zink und Selen.
Ergebnisse
Die Versorgung mit essenziellen Spurenelementen lag grundsätzlich im angemessenen Bereich.
Die Belastungen mit Schwermetallen lagen weitgehend unter gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen. Da besonders Ungeborene und Säuglinge sehr vulnerabel sind, sollen spezifische Empfehlungen zur Vermeidung von Schadstoffbelastungen beispielsweise über die Ernährung verstärkt kommuniziert werden. Beispielweise ist Verzehr von räuberischen fettreichen Fischen wie Thunfisch hinsichtlich einer möglichen Belastung mit Quecksilber in Schwangerschaft und Stillzeit zu vermeiden.
Insgesamt bestätigt die Untersuchung: Muttermilch bleibt trotz vorhandener Hintergrundbelastungen eine sichere und hochwertige Nahrungsquelle für Säuglinge. Gleichzeitig liefern die Ergebnisse Hinweise darauf, wie Ernährung und Lebensstil der Mütter die Belastung mit bestimmten Stoffen beeinflussen können.
Die systematische Erhebung solcher Daten ist eine wichtige Grundlage für den Gesundheitsschutz. Sie ermöglicht es, Belastungen frühzeitig zu erkennen, wissenschaftlich zu bewerten und Informationen für stillende Frauen gezielt weiterzuentwickeln.
Dazu gehören etwa Hinweise zu einer abwechslungsreichen, bedarfsgerechten Ernährung in der Stillzeit und zu einem bewussten Umgang mit bestimmten Lebensmitteln, die die Aufnahme einzelner Stoffe beeinflussen können.
Die Untersuchung liefert damit nicht nur ein aktuelles Bild der Situation in Österreich, sondern leistet auch einen Beitrag für künftige Maßnahmen zum Schutz von Müttern und Säuglingen. Sie wurde finanziert vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
Weitere Informationen: Muttermilch-Monitoring
Teilnehmerinnen für weitere Muttermilch-Studie gesucht
Das Umweltbundesamt sucht aktuell Teilnehmerinnen für das Muttermilch-Monitoring 2023+. Im Rahmen dieser Studie werden Muttermilchproben auf ausgewählte Umweltschadstoffe untersucht.
Gesucht werden Erstgebärende zwischen 18 und 35 Jahren, die seit mindestens 10 Jahren in Österreich wohnen und zwischen der 3. und 8. Woche nach der Geburt eine Muttermilchprobe abgeben können.