Boden & Stoffe
Stoffe im Boden umfassen natürliche Bestandteile wie Mineralien, Humus und Nährstoffe, die für Pflanzenwachstum und Ökosysteme wichtig sind. Durch Industrie, Verkehr, Landwirtschaft oder Abfall gelangen - meist durch menschliche Aktivitäten- Schadstoffe in den Boden. Dazu zählen Schwermetalle, Pestizide, Mineralöle und (Mikro-)Plastik. Sie können Bodenfruchtbarkeit, Gewässerqualität und Gesundheit gefährden.

Der Boden besteht aus einer Mischung verschiedener Stoffe: Mineralien, organischer Substanz, Wasser und Luft. Diese Bestandteile schaffen die Grundlage für Pflanzenwachstum, Lebensräume und den Wasserkreislauf. Neben den lebensnotwendigen Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium können jedoch auch Schadstoffe in den Boden gelangen. Ursachen sind vor allem menschliche Aktivitäten wie intensive Landwirtschaft, Industrie, Verkehr oder unsachgemäße Abfallentsorgung. Typische Schadstoffe sind Schwermetalle (z. B. Blei, Cadmium), Pestizide, Düngemittelrückstände, Mineralöle sowie Kunststoffe. Sie können die Bodenfruchtbarkeit verringern, das Bodenleben schädigen und in das Grundwasser oder die Nahrungskette gelangen. Damit stellen sie eine Gefahr für Umwelt, Tiere und Menschen dar. Besonders kritisch ist, dass viele Schadstoffe nur langsam abgebaut werden und sich im Boden anreichern. Insbesondere Plastik und Mikroplastik oder PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) stehen aktuell vermehrt im Fokus
Daher sind nachhaltige Nutzung, vorsichtiger Chemikalieneinsatz und Bodenschutzmaßnahmen entscheidend, um die Bodenqualität langfristig zu erhalten und Schadstoffeinträge zu vermeiden.
Wesentlich ist, über Stoffe in Böden und potenzielle Verunreinigungen Bescheid zu wissen. Kontrollen erfolgen durch regelmäßige Beprobungen und Analysen des Bodens ("Bodenmonitoring") oder auch anderer Kompartimente wie Kompost, Klärschlamm oder Abfall. Wesentlich ist die Entwicklung und Standardisierung von Methoden, sowohl in der Probenahme als auch bei analytischen Verfahren. Dies treibt die Erforschung von “neuen” Stoffen wie z.B. PFAS oder Mikroplastik voran und garantiert die Vergleichbarkeit von Messergebnissen und Daten. Um Stoffgehalte in Böden bewerten zu können, benötigt es ebenfalls Standards bzw. Richt- und Grenzwerte, die klarstellen, ab wann die Gehalte der einzelnen Stoffe aus der Norm bzw. umwelt-gesundheitsschädlich sind.
Studien zu Stoffen mit Relevanz für Boden
AustroPOPs - Monitoring von organischen Schadstoffen in Böden Österreichs
PlasBO - Harmonisierte Methoden für Plastik und Mikroplastik in Böden
Mikroplastik in Klärschlämmen - Umweltbundesamt
Kunststoffe im Boden, Land Vorarlberg
Eintrag von Spurenstoffen auf landwirtschaftlich genutzte Böden, Land Vorarlberg
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) in Vorarlberg
Kulturerden - Schadstoffuntersuchungen im Rahmen des Bodenmonitorings in Vorarlberg
Eintrag von Spurenstoffen auf landwirtschaftlich genutzte Böden
ORAPOPs Salzburg - Organische Schadstoffe in Grünland- und Waldböden
POPMON - Persistente Organische Schadstoffe in verschiedenen Umweltmatrices
Information zu Stoffen in Böden
Nähr- und Schadstoffe in Boden und Pflanze, Institut für Bodenforschung, BOKU
Bewertungsgrundlagen, Strategien & Regelungen
ALSAG - Altlastensanierungsgesetz
Bundes-Bodenschutzgesetz BBodSchG (Deutschland)
Leitfaden für die Analytik von organischen Schadstoffen im Boden
PFAS Strategie im Zuge des ALSAG - Vollzugs
Referenzwerte für Schwermetalle in Oberböden (Umweltbundesamt, 2004)
Vorarlberger Bodenschutzgesetz
Zero Pollution Action Plan of the EU Commission - Towards zero pollution for air, water and soil
Labors & Analytik
BOKU Labor (Boden, Abfallwirtschaft)
Bodenlabor des Bundeslandes Steiermark