Mikroplastik in Trinkwasserressourcen auf der Spur
Im Interreg Danube Projekt MicroDrink haben 31 Projektpartner aus acht Ländern von Jänner 2024 bis Juni 2026 untersucht, wie Mikroplastik in Grund- und Trinkwasserressourcen im Donauraum künftig verlässlich erfasst werden kann. Das Umweltbundesamt war als österreichischer Projektpartner beteiligt und brachte seine Expertise zu Probenahme und Analytik ein.

Fortschritt bei Anwendung harmonisierter Methoden
Mikroplastik in Trinkwasserressourcen ist für die meisten Staaten innerhalb und außerhalb der EU relevant. Die kleinen Kunststoffteile zuverlässig zu erfassen, ist technisch und methodisch anspruchsvoll. Schon bei der Probenahme können kleinste Abweichungen die Ergebnisse beeinflussen. Analyseverfahren müssen so präzise sein, dass Messwerte zwischen Ländern, Laboren und Standorten vergleichbar sind. Hier setzt MicroDrink an: Das Projekt soll zeigen, wie harmonisierte Methoden in der Praxis funktionieren und wo sie weiterentwickelt werden müssen.
„MicroDrink hat durch die länderübergreifende Zusammenarbeit im Donauraum einen wichtigen Fortschritt in der Anwendung standardisierter Methoden zur Erfassung von Mikroplastik in Trinkwasserressourcen erzielt. Gleichzeitig wurden konkrete Verbesserungspotenziale in der praktischen Umsetzung identifiziert."
Erste Hinweise zur Umsetzbarkeit
Im Rahmen des Projekts wurden an neun Standorten Probenahme- und Analyseverfahren angewandt, die sich an den aktuellen europäischen Vorgaben orientieren. Damit wurden erstmals länderübergreifend praktische Erfahrungen mit einem harmonisierten Ansatz in EU- und Nicht-EU-Ländern Europas gesammelt. Die erhobenen Daten liefern erste Hinweise zu Mikroplastik in Grund- und Trinkwasserressourcen. Im Vordergrund stehen die Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Probenahme, Analytik, Qualitätssicherung und künftigem Monitoring.
Probenahme und Analytik
Die Umsetzung einer einheitlichen Vorgehensweise machte zentrale Herausforderungen in der praktischen Anwendung sichtbar. Dazu zählen insbesondere die technische Leistungsfähigkeit der Probenahmemethode, die Validierung geeigneter Geräte und Verfahren, analytische Unsicherheiten sowie die Vermeidung möglicher Kontaminationen während Probenahme und Analyse.
Diese Erkenntnisse schaffen eine Grundlage für gezielte Verbesserungen bestehender Verfahren. Sie zeigen, welche technischen Voraussetzungen, Qualitätsstandards und Laborkapazitäten erforderlich sind, um Mikroplastik in Trinkwasserressourcen künftig belastbar und vergleichbar untersuchen zu können.
Wissenstransfer im Donauraum
Neben der methodischen Weiterentwicklung stärkte MicroDrink auch den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den Partnerländern. Behörden, Labore und Wasserversorgungsunternehmen erhalten damit Unterstützung, um Anforderungen an Probenahme, Analytik, Monitoring und Risikobewertung besser einordnen zu können. Dazu zählen unter anderem eine Wissensdatenbank sowie unterstützende Instrumente für die praktische Umsetzung.
Damit trägt das Projekt zum Kapazitätsaufbau im Donauraum bei und unterstützt die weitere Umsetzung europäischer Wasservorgaben. Für künftiges Monitoring sind insbesondere standardisierte und validierte Verfahren, geeignete technische Ausrüstung, Investitionen in Laborkapazitäten sowie internationale Zusammenarbeit entscheidend. So kann die Erfassung von Mikroplastik langfristig verbessert und die Qualität der Trinkwasserressourcen im Donauraum gesichert werden.
MicroDrink
MicroDrink ist ein Interreg-Danube-Projekt zur Untersuchung von Mikroplastik in Trinkwasserressourcen im Donauraum. Von Jänner 2024 bis Juni 2026 arbeiteten 31 Projektpartner aus acht Ländern zusammen: Österreich, Deutschland, Kroatien, Slowenien, Ungarn, Tschechien, Serbien und Bosnien-Herzegowina. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz sowie vom Land Kärnten ko-finanziert.
Umweltbundesamt und Mikroplastik-Untersuchungen
Das Umweltbundesamt befasst sich seit rund zehn Jahren mit der Untersuchung von Mikroplastik in Umweltproben, Produkten und Lebensmitteln. Dazu zählen unter anderem Wasserressourcen, Abwasser, Böden, Klärschlämme, Speisesalz, Getränke, Textilien, Kosmetika, Biota, Humanproben und Reinigungsmittel. Auch im Human Biomonitoring beschäftigt sich das Umweltbundesamt mit Mikroplastik: 2018 wurde gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien erstmals Mikroplastik im menschlichen Stuhl nachgewiesen; aktuelle Untersuchungen befassen sich mit der möglichen Aufnahme über Muttermilch und Blut.
Nähere Informationen:
MicroDrink (Projektseite)
Analyse von Mikroplastik (Laborleistungen)





