40 Jahre Tschernobyl

Wien, 08. April 2026

Karten zeigen Belastung von Österreichs Böden 

Vier Jahrzehnte nach dem schwersten Reaktorunfall in Europa sind die Auswirkungen auf die Umwelt noch vorhanden. Karten des Umweltbundesamtes zeigen, wo und in welchem Ausmaß Österreichs Böden mit Cäsium-137 im Laufe der letzten 40 Jahre belastet waren und bis heute noch sind. Das Umweltbundesamt war eine der ersten Institutionen, die die Folgen dieser Katastrophe wissenschaftlich aufgearbeitet hat. 

Karte der Cäsiumbelastung 2026
Cäsiumbelastung 2026

Am 26. April 1986 ereignete sich der GAU – der größte anzunehmende Unfall – im Atomkraftwerk von Tschernobyl. Die Geschichte des Umweltbundesamtes ist eng mit der Geschichte von Tschernobyl verbunden: die erste Publikation der Expert:innen-Institution erschien wenige Monate nach dem Reaktorunfall und beschäftigt sich mit den Folgen für Österreich. Österreich war durch die damals herrschenden Witterungsbedingungen im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen Staaten besonders belastet. 

Cäsium-137: Karten zeigen Belastung von vier Jahrzehnten

Das Umweltbundesamt hat nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 die Kontamination des österreichischen Bodens mit Cäsium-137 untersucht und dokumentiert. Karten zur radioaktiven Bodenbelastung für die Jahre 1986 bis 2026 (rechnerisch ermittelt) stehen in 10 Jahresschritten als Download zur Verfügung. Die Cs-137-Karte ist auch über das Geografische Informationssystem (GIS) abrufbar. 

Cäsium-137 ist von den freigesetzten radioaktiven Stoffen das langlebigste und damit ein wichtiger Indikator für die langfristige Belastung der Umwelt. Die höchsten Cäsium-137 Werte verzeichnen Gebiete in Oberösterreich, Kärnten, Salzburg und der Steiermark. Die regionalen Unterschiede sind auf die Niederschlagsmengen in den Tagen nach dem Reaktorunfall zurückzuführen.

Monitoring: Strahlenfrühwarnsystem erkennt Kontaminationen 

Zur raschen Erkennung und Beurteilung großräumiger radioaktiver Kontaminationen in Österreich hat das damalige Bundesministerium für Gesundheit und Umweltschutz schon im Jahr 1975 mit der Errichtung des Strahlenfrühwarnsystems begonnen, zu dieser Zeit das einzige vollautomatische Messnetz in Europa. Mittlerweile sind in allen europäischen Ländern vergleichbare Systeme errichtet worden. Seit 2003 betreibt das Umweltbundesamt im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) das österreichische Strahlenfrühwarnsystem. 

Atomkraftwerke rund um Österreich und in Europa

Kerntechnische Anlagen, vom Atomkraftwerk, Forschungsreaktor bis zu den Zwischen- und Endlagern, stellen ein Risiko hinsichtlich einer möglichen Freisetzung radioaktiver Stoffe weit über Staatsgrenzen dar. Das Umweltbundesamt sammelt die relevanten Dokumente der Bewilligungsverfahren und stellt sie online zur Verfügung. Die AKWMap liefert zudem umfangreiche Informationen zu Anlagen, Verfahren und Aufsichtsbehörden in ganz Europa.