Zero Waste Day: So sieht Abfallvermeidung im Alltag aus
488 Kilogramm Siedlungsabfall produzierte eine Person in Österreich im Jahr 2023 durchschnittlich. Insgesamt landeten damit 4,45 Millionen Tonnen in der Abfallbehandlung. Ein Teil davon könnte vermieden werden.

Anlässlich des Zero Waste Day am 30. März zeigt das Umweltbundesamt, wie das gelingen kann: Seit 2022 begleiten die Expert:innen Gemeinden und Städte bei der Entwicklung maßgeschneiderter Abfallvermeidungskonzepte und -maßnahmen. Bisher haben schon 22 Gemeinden, Städte und Bezirksgrätzl ein solches Konzept erarbeitet und umgesetzt, drei weitere sind gerade dabei.
Abfallvermeidung beginnt dabei schon bei der Frage, ob ein Produkt weitergegeben oder repariert, statt ersetzt werden kann, ob Lebensmittel nach einer Veranstaltung weitergegeben statt weggeworfen werden, ob die Gemeindeverwaltung selbst auf langlebigere Alternativen zu Einwegmaterialien setzt. All die Maßnahmen haben eines gemeinsam: Sie schonen Ressourcen und sparen Kosten, zum Beispiel durch geringere Transport- und Entsorgungsaufwände.
Best-Practice Beispiele aus ganz Österreich sollen erfolgreiche Ansätze sichtbar machen und zur Nachahmung motivieren.
Ausgewählte Best-Practice-Beispiele
- Reparieren statt wegwerfen: Beim re:pair FESTIVAL im Wiener MuseumsQuartier stehen Reparaturmöglichkeiten für Kleidung und Möbel im Fokus. Ein Beitrag gegen „fast fashion“ und „fast furniture“.
- Lebensmittel weitergeben: „Offene Kühlschränke“ in Vorarlberg ermöglichen es, überschüssige, aber noch genießbare Lebensmittel unkompliziert zu teilen.
- Restlos genießen: Die „Lange Tafel zum Restl-Essen“ in Graz zeigt, wie aus übrig gebliebenen Lebensmitteln kreative Gerichte entstehen können.
- Mitnehmen statt wegwerfen: Die „Genussbox“ erlaubt es Gästen in Gastronomiebetrieben, Speisereste in umweltfreundlichen Verpackungen mitzunehmen.
- Leihen statt kaufen: Die „Dingelei(h)“ in Linz stellt Alltagsgegenstände wie Werkzeuge oder Küchengeräte zur gemeinschaftlichen Nutzung bereit.
- Wiederverwendung von Büchern: „Ein Buch geht auf Reise“ ermöglicht es, Bücher kostenlos mitzunehmen und weiterzugeben.
- Elektrogeräte weiter nutzen: In Kärnten werden funktionstüchtige Altgeräte gesammelt, geprüft und über Sozialbetriebe weiterverkauft.
- Papierlose Verwaltung: Die Gemeinde St. Marien setzt auf vollständige Digitalisierung und reduziert damit den Papierverbrauch deutlich.
Diese Beispiele zeigen: Abfallvermeidung ist vielerorts bereits gelebte Praxis. Die Maßnahmen sind oft einfach umsetzbar, sparen Ressourcen und können gleichzeitig Kosten reduzieren.
Diese Best-Practice-Beispiele sind Teil einer österreichweiten Initiative, die seit 2022 vom Umweltbundesamt begleitet und durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) finanziert wird.
Links
Zu den Best Practice Beispielen
Abfallvermeidungskonzepte
Pilotgemeinden
