Aktuelle Luft-Emissionstrends 1990-2024

Wien, 13. April 2026

Neueste Ergebnisse der österreichischen Luftschadstoff-Inventur 

Luftschadstoffe kennen keine Grenzen. Aufgrund ihrer langen Lebensdauer in der Atmosphäre können manche Luftschadstoffe über viele hundert Kilometer transportiert werden und weit entfernt von ihrer Freisetzung Umwelt und Gesundheit schädigen. Deswegen wurden für alle EU-Mitgliedstaaten die Emissionen für Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOx), Ammoniak (NH3), organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) und Feinstaub (PM2,5) begrenzt.

Foto Blumenwiese

Die aktuellen Ergebnisse der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur (OLI) zeigen, dass in Österreich die geltenden europäischen Reduktionsziele für diese fünf Luftschadstoffe im Jahr 2024 eingehalten wurden.

Die neuesten Inventurergebnisse belegen eine Abnahme der Emissionsmengen zwischen 2023 und 2024. 

Bei SO2 ist der Rückgang (-1,6%) in diesem Zeitraum vor allem auf gesunkene Emissionen aus der Zementindustrie und die niedrigere Stahl- und Roheisenproduktion zurückzuführen. Im Bereich der Haushalte nahmen die Emissionen überwiegend auf Grund des geringeren Einsatzes von Biomasse und Kohle ab. 

Die Abnahme der NOx-Emissionen (-4,2%) ist vorwiegend auf den geringeren Dieselabsatz bei Pkw in Kombination mit Effekten der Flottenerneuerung zurückzuführen. 

Weiters kam es zu einer Emissionsreduktion bei den mobilen Maschinen in der Industrie, der Zementindustrie und der Eisen- und Stahlindustrie. Die Stickoxid-Emissionen der privaten Haushalte sind aufgrund des verringerten Einsatzes von Biomasse, Öl und Gas als Folge der zunehmenden Umstellung auf klimafreundliche Heizungssysteme, der milderen Witterung sowie den anhaltend hohen Energiepreisen zurückgegangen. Die Emissionen aus den mobilen Quellen der Landwirtschaft nahmen aufgrund eines geringeren Einsatzes von fossilen Treibstoffen, aber auch durch die fortlaufende Flottenerneuerung, ab.

Für den Rückgang der NMVOC-Emissionen (-2,2%) von 2023 auf 2024 waren im Wesentlichen der geringere Einsatz von Lösemitteln, die abnehmenden Rinderbestände in der Landwirtschaft und der verringerte Biomasseeinsatz im Haushaltssektor verantwortlich.

Für die NH3-Emissionen, welche fast ausschließlich aus dem Sektor Landwirtschaft stammen (94%), wurden 2024 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls rückläufige Emissionen ermittelt (-2,5%). Es sanken vor allem die Emissionsmengen aus der Stickstoffdüngung, sowohl bei der Anwendung von Mineraldüngern als auch bei der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern. 

Für die Abnahme der Feinstaubemissionen (PM2,5) um 3,0% von 2023 auf 2024 war in erster Linie der witterungsbedingt verringerte Biomasseeinsatz zur Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser in privaten Haushalten verantwortlich. Auch die Chemische Industrie verzeichnete einen deutlichen Rückgang aufgrund von Optimierungen bei der Abgasreinigung.

Schwefeldioxid-Emissionen (SO2) 1990-2024
Stickoxid-Emissionen (NOx) 1990-2024
Flüchtige Kohlenwasserstoffe ohne Methan (NMVOC) 1990-2024Ammoniak-Emissionen (NH3) 1990-2024
Feinstaub-Emissionen (PM2,5) 1990-2024

Tabelle: Emissionsmengen und Reduktionsverpflichtungen Österreichs gemäß NEC-Richtlinie (EU 2016/2284) und Emissionsgesetz-Luft 2018 (BGBl. I NR. 75/2018).

 

2005

2024

Tatsächliche Reduktion
2005–2024

Emissionsreduktions-
verpflichtungen

 
 

kt

kt

 

2020–2029

ab 2030

 
NO gesamt

249,5

109,9

-56,0%

-

-

 
NOx (gem. NEC-RL)*

238,8

99,6

-58,3%

-37%

-69%

 
SO2

25,9

10,5

-59,3%

-26%

-41%

 
NMVOC gesamt

167,9

110,8

-34,0%

-

-

 
NMVOC (gem. NEC-RL) *

127,4

78,0

-38,8%

-21%

-36%

 
NH3

79,5

72,3

-9,1%

-1%

-12%

 
PM2,5

23,8

13,6

-42,6%

-20%

-46%

 
 

*Gemäß NEC-RL 2016/2284 sind die NOx und NMVOC Emissionen aus Düngewirtschaft (Kategorie 3.B) und landwirtschaftlichen Böden (3.D) im Rahmen der Reduktionsverpflichtungen nicht zu berücksichtigen und daher beim Zielevergleich von den jeweiligen Gesamtemissionen abzuziehen. 
Basis für die Berechnungen sind die verkauften Treibstoffmengen inklusive Kraftstoffexport in Fahrzeugtanks.

Österreichische Luftschadstoff-Inventur (OLI)

Das Umweltbundesamt erstellt jährlich im Auftrag des BMLUK die Österreichische Luftschadstoff-Inventur. Darin werden die Emissionen aller Luftschadstoffe, die einer gesetzlichen Regelung unterliegen, entsprechend internationalen Vorgaben berechnet und dokumentiert. Die erhobenen Daten dienen als Grundlage für die offiziellen Berichte an die Europäische Union und für die Entwicklung von Maßnahmen in Österreich und Europa.

Das Umweltbundesamt ist seit 23. Dezember 2005 als weltweit einzige Organisation für die Erstellung der nationalen Emissionsinventur von Treibhausgasen und Luftschadstoffen nach EN ISO/IEC 17020 akkreditiert (Qualitätsmanagement nach ÖVE/ÖNORM EN ISO/IEC 17020). Aufgrund der internationalen Regeln unterliegt die Inventur einer regelmäßigen Revision. Die aktuellen Emissionsdaten weichen daher von bisher publizierten Zeitreihen ab. Eine detaillierte Analyse der Entwicklung der Luftschadstoff-Emissionen in Österreich erfolgt jährlich im Bericht im Bericht „Emissionstrends“.

Weiterführende Informationen:

Austria´s Annual Air Emission Inventory 1990-2024